So machen Sie Ihren Garten winterfest

Foto: Sergeid | Dreamstime.com Foto: Sergeid | Dreamstime.com

Im Frühling und im Sommer lädt ein gepflegter Garten zum Verweilen ein. Damit der Garten in der warmen Jahreszeit üppig grünt und blüht, sollte er im Herbst auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden: Pflanzen vor Frost schützen ist dabei ebenso wichtig wie Laub harken, Gehölze schneiden und Gartengeräte einlagern. Welche Gartenarbeiten im Herbst anfallen und wie Sie Ihren Garten winterfest machen, erfahren Sie hier.

Wann Sie den Garten winterfest machen sollten

Wann Sie damit beginnen sollten, Ihren Garten winterfest zu machen, hängt von der geografischen Lage ab: In höheren Regionen kommt der erste Frost in der Regel früher als im Flachland, Herbststürme nehmen den Garten zudem stärker mit. Hier empfiehlt es sich, bereits Ende September wichtige Gartenarbeiten erledigt zu haben. In wärmeren Regionen wie dem Rheinland bleibt ein wenig mehr Zeit, hier können Sie die herbstliche Gartenarbeit im Oktober beginnen.

Laub harken und auf Beeten verteilen

Foto: Gardena

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Gelb, Orange, Rot – im Herbst zeigt sich der Garten noch einmal von seiner farbenprächtigen Seite. Fallen die Blätter schließlich von den Bäumen, sollten sie unbedingt aufgesammelt und entfernt werden, z. B. mit einem Rechen oder einem Laubsauger/-bläser (gute Modelle finden Sie hier). Bleibt das Laub liegen, wird es schnell zur Rutschgefahr. Außerdem kann der Rasen unter den Blättern nicht atmen und wird faulig. Befreien Sie auch Ihre Dachrinne von Laub und Pflanzenresten. Andernfalls verstopft diese und läuft über.

Werfen Sie das Laub nicht weg, sondern verteilen Sie es auf Beeten, unter Büschen und Bäumen. Dort schützt es die Pflanzen vor Kälte. Achten Sie aber darauf, dass die Laubdecke nicht höher als 5 cm ist und die Blätter nicht von Pilzen befallen sind.

Verpassen Sie Bäumen und Sträuchern den richtigen Schnitt

Foto: Gardena | Amboss-Gartenschere 8787

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Nicht alle Bäume sollten Sie im Herbst zurückschneiden. Obstbäume bspw. erhalten ihren Schnitt im Frühjahr. Alle anderen Bäume schneiden Sie während der Ruhephase zurück, damit sich die Äste bis zum Austrieb erholen können. Damit die Bäume im Frühjahr wieder üppig wachsen, erfolgt der Schnitt vor dem ersten Frost. Seien Sie beim Rückschnitt nicht zu vorsichtig: Rund ein Drittel des Triebes können Sie entfernen. Für dünne Triebe empfiehlt sich eine Astschere, für höher gelegene Äste ein Modell mit Teleskopstiel.

Hecken dürfen Sie erst ab Oktober zurückschneiden

Laut Bundesnaturgesetz dürfen zum Schutz von wildlebenden Tieren zwischen dem 1. März und dem 30. September keine lebenden Zäune, Gebüsche und andere Gehölze entfernt oder auf den Stock zurückgesetzt werden. Schneiden Sie Ihre Hecken also erst im Oktober zurück. Am besten geeignet sind trockene, aber trübe Tage und Temperaturen über -5 °C. Bei kälteren Temperaturen kann die Schnittstelle nicht gut verheilen. Die Schere führen Sie beim Schnitt von unten nach oben. Sie suchen eine gute Garten- bzw. Astschere? Welche Modelle im Test gut abschneiden und Tipps zur Anwendung finden Sie hier.

Pflanzen winterfest machen: Was bleibt draußen, was kommt rein?

Foto: Alexander Raths | Dreamstime.com

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Ihre Pflanzen müssen Sie ebenfalls auf den Winter vorbereiten. Der wichtigste Schritt: Sortieren Sie Ihre Kübelpflanzen nach winterharten und nicht winterharten Sorten. Bei winterharten Sorten erhält der Kübel ein Mäntelchen aus Reisig, die Erde wird locker mit einem Gartenvlies oder Mulch abgedeckt. Nicht winterharte Pflanzen kommen in ein Winterquartier, in dem es kühl und dunkel ist. Der Keller oder ein frostgeschütztes Gartenhaus sind geeignete Orte zur Unterbringung.

Beete sollten Sie im Winter abdecken. Dafür können Sie wie beschrieben Laub verwenden; geeignet sind ebenfalls Reisig und spezielles Gartenvlies. Einen derartigen Frostschutz benötigen auch winterharte Stauden. Empfindlichere Exemplare sollten Sie ausgraben und über die kalte Jahreszeit in einem Winterquartier unterbringen. Winterharte Stauden gießen Sie vor dem ersten Frost. Ein Gartenvlies hält die Sonnenstrahlung ab und sorgt dafür, dass das Wasser nicht verdunstet.

Zur Gartenarbeit im Herbst gehört es außerdem, Blumenzwiebeln (hier erhältlichBlumenzwiebeln bei Amazon) für das nächste Frühjahr zu setzen. Frühblüher wie Krokusse und Narzissen oder Tulpen kommen vor dem ersten Frost in die Erde. Von September bis November ist außerdem der ideale Zeitpunkt, um Stauden wie Christrosen, Geranien, Phlox oder Calendula zu setzen.

Gartengeräte reinigen und trocken lagern

Nicht nur Ihre Pflanzen, Sträucher und Bäume müssen Sie vor eisigen Temperaturen schützen, sondern auch Ihre Gartengeräte. Reinigen und trocknen Sie Rasenmäher, Laubsauger/-bläser, Gartenschlauch, Hecken- und Baumschere. Dazu empfiehlt es sich, die Geräte auseinanderzubauen. Die Gartenschere können Sie vor dem Einlagern auch noch mit Olivenöl einölen. Das Öl dient als Rostschutz. Schleifen Sie die Scheren noch im Herbst, sind diese im Frühjahr gleich einsatzbereit. Den Wasserschlauch leeren Sie komplett, bevor Sie in verstauen. Kettensägen sollten Sie nur mit leerem Tank lagern, denn ein voller Tank kann im Frühjahr zu Startschwierigkeiten führen. Die Lagerung aller Gartengeräte erfolgt an einem trockenen Ort, z. B. im Keller, in der Garage oder in im Gartenhaus.

Achtung!

Die meisten Pflanzenschutzmittelsind frostempfindlich und sollten daher bei gleichbleibenden Temperaturen aufbewahrt werden, z. B. im Keller oder der Garage.

Gartenmöbel vor Nässe, Frost und UV-Strahlen schützen

Wie Sie Ihre Gartenmöbel winterfest machen, hängt in erster Linie vom Material ab:

  • Gartenmöbel aus Edelstahl und Aluminium überstehen Minusgrade im Freien schadlos.
  • Gartenmöbel aus Kunststoff und Kunststoffgeflecht halten Frost auch stand, ihre Lebensdauer wird dadurch aber gemindert. So können durch die Kälte viele kleine Risse entstehen, in denen sich Schmutz ablagert.
  • Gartenmöbel aus heimischen Hölzern sind weniger frostbeständig und überwintern in einem nicht geheizten Raum, z. B. im Keller oder im Gartenhaus.
  • Hölzer wie Teak, Robinie oder Eukalyptus sind witterungsbeständig, ihnen machen weder Frost noch Feuchtigkeit etwas aus. Um das Material vor der Alterung zu schützen, empfiehlt sich jedoch auch für diese Holzmöbel die Unterbringung im Keller, der Garage oder der Gartenlaube.

Grundsätzlich sollten Sie Ihre Gartenmöbel und Auflagen

trocken und frostfrei lagern,
vor UV-Strahlung schützen und
für eine gute Belüftung sorgen.

Bei strengen Frösten kann auch das Wasser in den Wasserleitungen gefrieren und Wasserhähne zum Platzen bringen. Schließen Sie daher im Herbst die Wasserzufuhr des Außenwasserhahns. Öffnen Sie anschließend das Auslaufventil im Garten und das Entwässerungsventil unter dem Absperrventil. Noch in der Leitung befindliches Wasser läuft jetzt aus.

Tipp

Welche Gartenarbeiten von März bis Mai anfallen, lesen Sie in diesem Beitrag.

So machen Sie den Gartenteich winterfest

Ein Gartenteich ist die Zierde jedes Gartens. Wenn Sie Ihren Garten winterfest machen, sollten Sie dem Teich besondere Aufmerksamkeit widmen:

  • Legen Sie im frühen Herbst ein Netz über das Wasser. Das verhindert, dass sich Laub auf der Wasseroberfläche und auf dem Grund sammelt.
  • Entfernen Sie den Faulschlamm mit einem Schöpfeimer oder einem elektrischen Teichschlammsauger.
  • Holen Sie Seerosen und andere schwimmende Pflanzen aus dem Gartenteich und überwintern sie diese in einem ausreichend großen Bottich an einem dunklen, kühlen Ort.
  • Ist der Teich tiefer als einen Meter, können Fische und Teichpflanzen dort überwintern – sofern Sie die Wasseroberfläche eisfrei halten. Das gelingt z. B. mit einem Schwimmer aus Styropor. Diese Eisfreihalter sollten einen Durchmesser von mindestens 60 cm haben und an der tiefsten Stelle über dem Gartenteich positioniert werden.
  • Bei stärkerem Frost empfiehlt sich ein Teichheizer (hier erhältlichTeichheizer bei Amazon).
  • Die Teichpumpe sollten Sie im Winter abschalten, leer laufen lassen und frostfrei lagern.

Was Sie noch beachten müssen, wenn Sie Ihren Gartenteich winterfest machen, zeigt das folgende Video.

Das Winterprogramm für den Swimmingpool

Besitzen Sie einen Swimmingpool, müssen Sie auch diesen winterfest machen. Aufblasbare Pools verstauen Sie über den Winter am besten an einem trockenen Ort. Lassen Sie das Wasser und anschließend die Luft ab und bringen Sie den Pool ins Winterquartier. Müssen Sie einen festen Swimmingpool winterfest machen, ist etwas mehr Aufwand nötig:

  • Reinigen Sie den Pool mit einem mechanischen Poolreiniger und entfernen Sie Kalkränder von den Wänden mit einem Beckenrandreiniger aus dem Fachhandel.
  • Viele Poolbesitzer, die ihren Swimmingpool winterfest machen, glauben, das Wasser ablassen zu müssen. Ganz sollten Sie das Wasser jedoch nicht entfernen. Lassen Sie so viel Wasser ab, dass sich die Düsen der Gegenstromanlage oder Einstromdüsen über dem Wasserspiegel befinden.
  • Achten Sie auf den pH-Wert. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 7,0 und 7,2.
  • Nehmen Sie außerdem eine Schockchlorung bei laufender Schwimmbadpumpe vor und stellen Sie den Chlorwert auf etwa 0,5 mg/l ein.
  • Mit einer möglichst lichtundurchlässigen und reißfesten Poolabdeckplane (hier erhältlich) schützen Sie Ihren Swimmingpool vor Verschmutzung.
  • Spezielle Wintermittel im Swimmingpool verhindern das Wachstum von Algen, Mikroorganismus und Kalk.
  • Eisdruckpolter verringern den Wasserdruck auf die Poolwände und schützen diese vor Beschädigung.

Während des Winters müssen Sie die Außenrohrleitungen regelmäßig entleeren, damit diese nicht zufrieren und platzen. Lassen Sie die Entleerungshähne für alle fest verrohrten Leitungen den gesamten Winter über geöffnet. Verstauen Sie im Herbst außerdem die Filteranlagen, Pumpen, den Poolreiniger und sonstiges Zubehör an einem sauberen, trockenen Ort, etwa in der Garage oder im Schuppen. Reinigen Sie alle Geräte zuvor gründlich und entfernen Sie alles Restwasser. Entfernen Sie auch Edelstahlleitern aus dem Pool und lagern Sie diese ein. Weitere Tipps und Infos zum Thema Poolreinigung finden Sie in diesem Ratgeber.

Fazit: Den Garten winterfest machen: Das bedeutet im Herbst einiges an Arbeit. Als Belohnung für alle Mühen wartet jedoch im nächsten Frühjahr ein üppiger Garten mit dichten Bäumen und Sträuchern und farbenprächtigen Blumen.

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