Kochen unter Druck: Viele Schnellkochtöpfe überzeugen im Test von Stiftung Warentest

Das Kochen mit Dampf und Druck gilt als schonend, schnell und energiesparend. Schnellkochtöpfe verringern nicht nur die Kochzeit, sie sorgen auch dafür, dass mehr wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe im Essen erhalten bleiben. Wer einen Schnellkochtopf kaufen möchte, sieht sich einer großen Auswahl an Modellen aus unterschiedlichen Preisklassen gegenüber. Stiftung Warentest (Heft 1/2020) hat zehn Schnellkochtöpfe mit Preisen zwischen 50 bis 240 Euro getestet, alles Modelle mit einem Durchmesser von 22 cm und einem Fassungsvermögen von 6 bis 6,7 l. Die meisten Schnellkochtöpfe im Vergleich erfüllen ihre Hauptaufgabe gut und garen schnell und schonend. Lediglich der Topf von GSW fällt aufgrund von Sicherheitsmängeln durch. Er lässt sich trotz hohem Innendruck öffnen, was gegen die geltende Norm für Schnellkochtöpfe verstößt. Bester Schnellkochtopf im Test ist das teuerste Modell von Fissler und auch WMF überzeugt.

Letzte Aktualisierung am 21.01.2020 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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Schnellkochtöpfe im Test: Der Testsieger kommt von Fissler

Bester Schnellkochtopf im Test ist der Fissler Vitavit Premium (etwa 190 Euro). Garstufen lassen sich bei diesem Schnellkochtopf fest einstellen. Farbige Ringe zeigen an, ob der Druck im Topf stimmt. Der Topf lässt sich einfach handhaben, die Gebrauchsanleitung ist verständlich, außerdem erweist er sich als sicher und stabil. Bei Herden mit Wärmestrahlung ist allerdings der Energieverbrauch etwas hoch. Insgesamt vergibt Stiftung Warentest die Note „Gut“.

Die Ergebnisse für den Fissler Vitavit Premium im Überblick:
+ Garen
+ Handhabung
+ Sicherheit
+ Stabilität und Haltbarkeit
+ Energieverbrauch

Merkmale:
Fassungsvermögen: ca. 6,1 l
Gewicht mit Deckel: ca. 3,1 kg
Bodendurchmesser: 18,8 cm
fest einstellbare Garstufen: 3
Druckanzeige mit Ringen
abnehmbarer Deckelgriff
Liefergarantie für Ersatzteile laut Anbieter: 10 Jahre
Preis für Ersatz-Dichtungsringe: ca. 25,00 Euro


Platz 2 geht an den Schnellkochtopf von WMF

Der WMF Perfect Premium (etwa 175 Euro) erhält ebenfalls die Note „Gut“ und landet auf dem 2. Platz im Testbericht. Zwei Garstufen lassen sich fest einstellen. Wie der Testsieger verfügt auch dieses Modell über farbige Ringe, die den Druck im Topf anzeigen. Bei zu hohem Dampfdruck ertönt zusätzlich ein Signalton. Das macht den WMF Schnellkochtopf sehr sicher in der Anwendung. Er gart gut, die Genauigkeit der Garstufen und der Druckanzeige ist jedoch etwas geringer als beim erstplatzierten Topf.

Die Ergebnisse für den WMF Perfect Premium im Überblick:
+ Garen
+ Handhabung
+ Sicherheit
+ Stabilität und Haltbarkeit
+ Energieverbrauch

Merkmale:
Fassungsvermögen: ca. 6,7 l
Gewicht mit Deckel: ca. 3,4 kg
Bodendurchmesser: 18,8 cm
fest einstellbare Garstufen: 2
Druckanzeige mit Ringen
abnehmbarer Deckelgriff
Liefergarantie für Ersatzteile laut Anbieter: 10 Jahre
Preis für Ersatz-Dichtungsringe: ca. 18,00 Euro


Fissler sichert sich auch Platz 3

Der Fissler Vitaquick (etwa 125 Euro) erreicht Platz 3 im Schnellkochtopf-Vergleich. Bei diesem Modell lassen sich zwar keine Garstufen fest einstellen, dafür ist er aber ebenfalls mit farbigen Ringen zur Druckanzeige ausgestattet. Das Garen funktioniert gut und auch Handhabung und Sicherheit können überzeugen. Damit sichert sich Fissler die Note „Gut“.

Die Ergebnisse für den Fissler Vitaquick im Überblick:
+ Garen
+ Handhabung
+ Sicherheit
+ Stabilität und Haltbarkeit
+ Energieverbrauch

Merkmale:
Fassungsvermögen: ca. 6,1 l
Gewicht mit Deckel: ca. 3,0 kg
Bodendurchmesser: 18,8 cm
fest einstellbare Garstufen: 0
Druckanzeige mit Ringen
abnehmbarer Deckelgriff
Liefergarantie für Ersatzteile laut Anbieter: 10 Jahre
Preis für Ersatz-Dichtungsringe: ca. 25,00 Euro


Drei weitere Schnellkochtöpfe im Vergleich bekommen die Note „gut“

Das Testurteil „Gut“ erhält auch der zweite WMF-Schnellkochtopf im Test, der WMF Perfect (etwa 120 Euro). Anders als der teurere Zweitplatzierte bietet er keine Möglichkeit, die Garstufen fest einzustellen. Die Druckanzeige funktioniert dafür abermals über farbige Ringe im Deckel. Das Garen klappt zuverlässig, bei Induktion lässt allerdings das Wärmehaltvermögen nach.

Auch der KUHN RIKON Inox (etwa 150 Euro) ist „gut“. Bei diesem Modell müssen Anwender ebenfalls auf fest einstellbare Garstufen verzichten, das Wärmehaltevermögen könnte zudem besser sein. Ansonsten ist der Topf jedoch empfehlenswert. So verhält es sich auch mit dem Silit Sicomatic t-plus (148 Euro). Das Garen gelingt in dem vergleichsweise günstigen Schnellkochtopf nicht so gut wie in den besser platzierten Modellen, der Energieverbrauch ist zudem recht hoch, dafür ist er sehr sicher und verfügt über fest einstellbare Garstufen.


Schnellkochtopf von GSW mit Sicherheitsmängeln

Drei Schnellkochtöpfe mit 6 bis 6,7 l Fassungsvermögen und einem Durchmesser von 22 cm bewertet Stiftung Warentest als „befriedigend“:

  • Der Tefal Nutricook (etwa 180 Euro),
  • der Tefal Secure 5 Neo (etwa 80 Euro) und
  • der preiswerte Elo Praktika Plus XL (etwa 50 Euro)

haben keine farbigen Ringe zur Druckanzeige. Der Tefal Secure 5 Neo gart „gut“, die anderen beiden Modelle nur „befriedigend“. Der Energieverbrauch ist vergleichsweise hoch.

Das Testurteil „mangelhaft“ geht an den GSW System Classic (etwa 60 Euro). Beim Garen und in der Handhabung schneidet er als „befriedigend“ ab, die Abwertung erfolgt aufgrund von Sicherheitsmängeln. Das Modell kann die für Schnellkochtöpfe geltende Norm nicht erfüllen und lässt sich bei zu hohem Innendruck öffnen. Wird der Topf nicht korrekt abgedampft, besteht Verbrühungsgefahr.


Schnell und schonend kochen: Die Vorteile eines Schnellkochtopfs

Foto: Fissler | vitavit premium

Schnellkochtöpfe bieten vor allem zwei Vorteile gegenüber herkömmlichen Kochtöpfen: eine geringere Kochzeit und die Möglichkeit, Vitamine und Mineralstoffe beim Kochen zu erhalten. Insbesondere Lebensmittel mit wasserlöslichen Vitaminen lassen sich in Schnellkochtöpfen schnell und schonend kochen. Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören zum Beispiel Vitamin C und die B-Vitamine. Sie lösen sich im Wasser und werden bei Kontakt mit Sauerstoff zerstört. Mineralstoffe sind ebenfalls gut wasserlöslich. Je kürzer die Kochzeit ist und je weniger Wasser zum Garen gebraucht wird, desto mehr Vitamine und Mineralstoffe bleiben in den Lebensmitteln erhalten.

Geschälte Kartoffeln brauchen im Schnellkochtopf zum Beispiel nur elf Minuten zum Garen. Dabei bleiben 80% des Vitamin C erhalten. Im normalen Kochtopf kochen die Kartoffeln 25 Minuten, wonach sie noch 70% des ursprünglich enthaltenen Vitamin C aufweisen. Bei Kohlrabi ist der Unterschied noch größer: Im Schnellkochtopf sind sie nach 18 Minuten gar und enthalten noch 70% des Vitamin C, im normalen Kochtopf müssen sie 35 Minuten kochen und weisen danach noch 40% des ursprünglichen Vitamin C-Gehalts auf. Mineralstoffe bleiben beim Dämpfen sogar zu 90% oder 100% erhalten, während beim Kochen im Wasser gut 50% verloren gehen.

Fazit: Die Investition in einen Schnellkochtopf lohnt sich. Wer einen guten Kochtopf kaufen und die Garstufen fest einstellen möchte, muss etwas mehr Geld investieren. Das zeigt der Testbericht von Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2020). Der Fissler Vitavit Premium und der WMF Perfect Premium sind keine Schnäppchen, überzeugen aber durch eine gute Handhabung und gute Gareigenschaften. Wer auf fest einstellbare Garstufen verzichten kann, findet mit dem Fissler Vitaquick und dem WMF Perfect günstigere und ebenfalls gute Alternativen.