Einbruchschutz nachrüsten: Diese Systeme wehren Einbruchsversuche zuverlässig ab

In der dunklen Jahreszeit werden Einbrecher wieder aktiv. Zwar geht die Zahl der Wohnungseinbrüche seit Jahren zurück, die Aufklärungsquote liegt der polizeilichen Kriminalstatistik zufolge aber nur bei 17,4 Prozent. Balkon- und Terrassentüren sind besonders beliebte Einfalltore, 50 Prozent der Einbrecher steigen hier ins Haus ein. 27 Prozent brechen Fenster auf, 18 Prozent dringen durch Haustüren ein. Wohnungen im Erdgeschoss sind dabei besonders gefährdet. Wer seine vier Wände schützen möchte, kann einen mechanischen Einbruchschutz nachrüsten. Für Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie Wohnungstüren stehen verschiedene Zusatzschlösser und -riegel zur Auswahl. Welche Modelle Einbruchsversuche wirklich zuverlässig abwehren, hat Stiftung Warentest geprüft (Heft 10/2020). 13 Sicherungen für Fenster und Fenstertüren sowie sechs Nachrüstsicherungen für Wohnungstüren haben sich den Werkzeugen der Profis stellen müssen. Insgesamt zehn Zusatzsicherungen erhalten die Bestnote „Sehr gut“. Vier Sicherungen halten den Einbruchsversuchen nicht stand und schneiden lediglich mit der Note „Mangelhaft“ ab.

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13 Sicherungen fĂĽr Fenster, Terrassen- und BalkontĂĽren

Testsieger unter den griffseitigen Sicherungen für Fenster, Terrassen- und Balkontüren wird die Burg-Wächter Winsafe WS 33 BR SB Fenstersicherung (etwa 50 Euro), eine Absicherung für die Griffseite. Stiftung Warentest vergibt die Bestnote „Sehr gut“. Das Fensterschloss überzeugt sowohl durch seine einfache Montage als auch die unkomplizierte Handhabung. Auch die Einbruchshemmung erhält die Höchstbewertung. Leichte Kritik äußern die Tester an der Deklaration.

Die Ergebnisse für die Burg-Wächter Fenstersicherung im Überblick:
+ Einbruchhemmung
+ Montage
+ Handhabung
Deklaration

Merkmale:
✓ Anzahl empfohlener Sicherungen: eine Zusatzsicherung je Meter Fensterhöhe
âś“ Platzbedarf fĂĽr die Montage: vom Drehpunkt des Fenstergriffs bis zur Unterseite der Sicherung mind. 14 cm


8 weitere Nachrüstsicherungen sind „sehr gut“

Die Bestnote vergeben die Tester auch an diese griffseitig angebrachten Zusatzsicherungen:

Alle drei Testkandidaten ĂĽberzeugen durch ihre Einbruchshemmung, lassen sich einfach montieren und handhaben. Kritik gibt es jeweils an der Deklaration.

Unter den scharnierseitig angebrachten Sicherungen überzeugen die Abus FAS101 Scharnierseiten-Sicherung für Fenster (etwa 57 Euro) und die Abus FAS97 Scharnierseiten-Sicherung für Fenster (etwa 60 Euro). Für Scharnier- und Griffseite empfehlen sich die ebenfalls „sehr gute“ Fuhr Fenstersicherung 2 Sets plusprotect 150 V (etwa 63 Euro) und die günstige Deni Fenstersicherung Softline (etwa 37 Euro). Unter den Stangenverriegelungen für Fenstertüren erhält das Abus Fensterstangenschloss mit Alarm FOS650A (etwa 214 Euro) die Note „Sehr gut“. Bei allen Varianten können sich Anwender auf eine zuverlässige Einbruchshemmung verlassen.

Die Note „Gut“ erhält das Deni SGV Stangenverriegelung Basis-Set (etwa 176 Euro), eine Stangenverriegelung für Fenstertüren. Die Einbruchshemmung ist ebenfalls sehr gut, allerdings ist die Handhabung etwas umständlich und die Tester kritisieren abermals die Deklaration.

Drei Fenster-Nachrüstsicherungen sind nur „mangelhaft“

Mit „mangelhaft“ bewerten die Tester das griffseitig angebrachte Abus Fenster-Doppelflügelschloss DFS95 (etwa 93 Euro), die Burg-Wächter Winsafe WS 44 Scharnierseitensicherung (etwa 40 Euro) und den Ikon Fensterstangenverschluss 9M07 (etwa 210 Euro). Alle drei Modelle halten einem Einbruchsversuch im Test weniger als drei Minuten lang stand.


6 Nachrüstsicherungen für Wohnungstüren

Abus ist Testsieger unter den NachrĂĽstsicherungen fĂĽr WohnungstĂĽren

Der Abus Panzerriegel PR 2800 (etwa 535 Euro), ein Querriegel für Wohnungstüren, erhält im Testbericht die Note „Sehr gut“. Der in zwei Größen erhältliche Riegel lässt sich leicht montieren und handhaben und hält im Test jedem Einbruchsversuch stand. Auch die Deklaration gefällt den Testern.

Die Ergebnisse fĂĽr den Abus Panzerriegel PR 2800 im Ăśberblick:
+ Einbruchshemmung
+ Montage
+ Handhabung
+ Deklaration

Merkmale:
✓ passend für Türgrößen: Türblattbreite 73,5 bis 98 cm oder 98 cm bis 120 cm
âś“ Platzbedarf fĂĽr die Montage: je Seite mind. 1 cm zuzĂĽglich Halterung


Basi und Swiss Sector bieten gute NachrĂĽstsicherungen fĂĽr WohnungstĂĽren

Das Basi PR 900 ZA Panzer-Riegelschloss (etwa 285 Euro) erhält im Test die Note „Gut“. Es wehrt Einbruchsversuche zuverlässig ab, Montage und Handhabung gestalten sich allerdings recht kompliziert. Kritik gibt es außerdem an der Deklaration. Der Querriegel passt für Türen zwischen 90 und 105 cm Breite. Die Note „Gut“ geht auch an das Swiss Sector Stangenschloss SL 100+ (etwa 215 Euro). Es bietet eine sehr gute Einbruchshemmung, lässt sich allerdings etwas schwierig montieren und handhaben. Auch die Deklaration weist Mängel auf. Passend ist es für Türblatthöhen bis maximal 252,5 cm.

Der Querriegel von Swiss Sector ist nur „mangelhaft“

Mit der Note „Ausreichend“ bewerten die Tester den Econ Balkenriegel mit KSZ, SBR F1 850mm (etwa 390 Euro). Die Schließzylinderabdeckung übersteht die Druckprüfung nicht. Gleiches ist beim Abus Tür-Stangenschloss TSS550 (etwa 278 Euro) der Fall, das ebenfalls mit der Note „Ausreichend“ bewertet wird. Die Note „Mangelhaft“ geht an den Swiss Sector Querriegel QL100+ (etwa 235 Euro), der beim Prüfpunkt statische Belastung versagt.


Was schreckt Einbrecher wirklich ab? Infos und Tipps

Für das Jahr 2019 verzeichnet die Polizei bundesweit 87.145 gemeldete Einbruchdiebstähle. Seit 2015 sind die Zahlen kontinuierlich rückläufig. Ein Grund dafür: Immer mehr Hausbesitzer und Mieter investieren in einen Einbruchschutz für zuhause. Doch was schreckt Einbrecher wirklich ab? Die meisten Wohnungseinbrüche ereignen sich von Oktober bis Februar. Einbrecher nutzen vor allem die dunklen Stunden am Morgen und Nachmittag, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind. Wer sein Haus oder seine Wohnung sichern möchte, sollte in einbruchshemmende Technik und manuellen Einbruchschutz für Fenster und Türen investieren. Einbrecher sind ungeduldig, da stets die Gefahr der Entdeckung droht. Schaffen sie es nicht, innerhalb weniger Minuten ins Haus zu gelangen, geben sie meist auf. Die Polizei empfiehlt daher den privaten Einbruchschutz mit Fenster- und Türverriegelungen. Die Polizeistatistik zeigt, dass sich die Installation lohnt: Rund jeder zweite Einbruchsversuch endet erfolglos.

Insbesondere leicht erreichbare Fenster und Türen sollten mit einer zusätzlichen Einbruchsicherung versehen werden. Dazu gehören auch Kellertüren und -fenster. Verbraucher können auch direkt in einbruchsichere Fenster und Türen investieren. Diese sollten nach DIN EN 1627 oder DIN V ENV 1627 zertifiziert sein und mindestens der Widerstandsklasse WK2 oder RC2 entsprechen. Mieter müssen den Austausch von Fenstern und Türen mit ihrem Vermieter abklären. Lehnt dieser die baulichen Veränderungen ab, empfiehlt sich der Einbau von Nachrüstsicherungen für Fenster und Wohnungstüren.

Technisch aufwendiger ist die Installation von Alarmanlagen und Überwachungskameras. Die Überwachungstechnik hat allerdings eine abschreckende Wirkung auf Einbrecher. Sinnvoll kann auch das Anbringen von Bewegungsmeldern sein. Sie tauchen Außenbereiche in helles Licht und erschweren Einbrechern damit ihre Tätigkeit. Wer sein Heim mit einem Einbruchschutz nachrüsten möchte, kann Förderung bei der KfW beantragen. Gefördert werden der Austausch von Türen und Fenstern, die Installation von Alarmanlagen und Rollläden sowie der Einbau von Zusatzschlössern und Sperrriegeln. Voraussetzung ist, dass die Installation durch ein Fachunternehmen erfolgt.

Auch die folgenden einfachen Tipps helfen dabei, WohnungseinbrĂĽche zu verhindern:

  • TĂĽren und Fenster schlieĂźen: Gelegenheit macht Diebe. Wer die Wohnung verlässt, sollte daher darauf achten, alle TĂĽren und Fenster zu verschlieĂźen, inklusive aller Kellerfenster. Im Freien stehende Leitern sind eine willkommene Einstiegshilfe fĂĽr Einbrecher und sollten daher verstaut werden. Zusätzlich sollte die Stromzufuhr fĂĽr AuĂźensteckdosen auf Balkon und Terrasse abgeschaltet werden.
  • Anwesenheit vortäuschen: Ein ĂĽberquellender Briefkasten und leere MĂĽlltonnen sind fĂĽr Einbrecher ein Signal fĂĽr eine längere Abwesenheit. Wer verreist, sollte daher Nachbarn oder Freunde bitten, das Haus bewohnter erscheinen zu lassen. DafĂĽr sollten sie beispielsweise die Briefkästen leeren, Abfall in die MĂĽlltonnen werfen und Pflanzen sowie den Garten wässern.
  • Ausreichende Beleuchtung: Mit Hilfe von Zeitschaltuhren und energiesparenden LEDs lässt sich in den Abendstunden und im Urlaub Anwesenheit simulieren. Eine helle AuĂźenbeleuchtung hilft dabei, unerwĂĽnschte Besucher leichter zu entdecken.
  • Radio zur Abschreckung: Auch Radio oder Stereoanlage lassen sich per Zeitschaltuhr steuern. So erklingen gelegentlich leise Geräusche, die Anwesenheit vortäuschen, ohne die Nachbarn zu stören.

Fazit: Der Testbericht von Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2020) zeigt, dass viele Nachrüstsicherungen für Fenster und Wohnungstüren ihren Dienst zuverlässig erfüllen und Einbruchsversuchen standhalten. Fenster sollten dabei immer auf der Griff- als auch auf der Scharnierseite abgesichert werden. Das gelingt zum Beispiel mit dem Burg-Wächter Winsafe WS 33 für die Griffseite und dem Abus FAS101 für die Scharnierseite. Das Abus Fensterstangenschloss FOS650A ist das beste unter den Stangenverriegelungen für Fenstertüren. Türen lassen sich am besten mit dem Querriegel Abus PR 2800 oder dem Swiss Sector Stangenschluss nachrüsten.


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