Sauber und legal? Stiftung Warentest prüft 8 Online-Putzdienste

Putzen, saugen, wischen: Solche Arbeiten lassen viele deutsche Haushalte von einer Putzhilfe erledigen. Etwa 3,8 Millionen Haushalte beschäftigen eine Reinigungskraft. Die überwiegende Mehrheit der Haushaltshilfen arbeitet allerdings schwarz. Wer schwarz putzen lässt, geht ein hohes Risiko ein: Er macht sich des Sozialbetrugs schuldig und muss im Fall der Entdeckung mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro rechnen. Auf der Suche nach einer legalen Putzkraft können Sie das Internet zu Hilfe nehmen und einen Putzdienst online buchen. Stiftung Warentest hat acht Online-Putzdienste im Test gegenübergestellt (Heft 10/2018), darunter fünf Anbieter mit angestellten Reinigungskräften oder beauftragten Reinigungsfirmen und drei Portale, die selbständige Reinigungskräfte vermitteln. Dabei haben die Tester nicht nur die Reinigungsleistung geprüft, sondern wollten auch wissen, wie gut die Kunden abgesichert sind. Am Ende erhält nur ein Putzdienst-Portal die Note „Gut“.

Putzdienst online buchen: Nur ein Anbieter ist „gut“

Book a Tiger ist das beste Portal mit angestellten Reinigungskräften

Unter den fünf Putzdienst-Portalen mit angestellten Reinigungskräften oder beauftragten Reinigungsfirmen schneidet Book a Tiger (bookatiger.de) als Testsieger ab. Die Mitarbeiter sind beim Anbieter selbst sozialversicherungspflichtig angestellt, Verbraucher können also davon ausgehen, eine legale Haushaltshilfe zu buchen. Eventuelle Schäden deckt eine Betriebshaftpflichtversicherung ab. Die Rechnung stellt Book a Tiger, ein Reinigungseinsatz kostet pro Stunde 20 bis 23 Euro. Zusätzliche Vermittlungsgebühren fallen nicht an. Als einziges Putzdienst-Portal im Test erhält Book a Tiger die Note „Gut“.

Die Ergebnisse für Book a Tiger im Überblick:
+ Reinigung
+ Abrechnung und Absicherung
+ nur geringe Mängel in den AGB
Information und Buchung

Merkmale:
Kosten für eine Stunde: 20 bis 23 Euro
Angebotsregion: 16 größere Städte
Reinigungstage und -zeiten: montags bis samstags, 6 bis 21 Uhr
Mindesfrist zwischen Buchen und Einsatz: 48 Stunden
Bezahlmöglichkeiten: Paypal, Kreditkarte, Einzugsermächtigung
Deckungssumme der Haftpflichtversicherung: 3 Millionen Euro


4 Putzdienst-Portale mit angestellten Reinigungskräften sind „befriedigend“

An alle vier weiteren Putzdienst-Portale mit angestellten Reinigungskräften oder beauftragten Reinigungsfirmen vergibt Stiftung Warentest die Note „Befriedigend“:

  • Zeitreicher (zeitreicher.de, 25 bis 30 Euro pro Stunde) beauftragt Subunternehmen. Kunden können davon ausgehen, dass die Reinigungskräfte angemeldet und versichert sind. Die Mitarbeiter reinigen gut, die Buchung ist jedoch nicht direkt über die Webseite möglich.
  • Happymaids (happymaids.de, 33 bis 37 Euro pro Stunde) arbeitet ebenfalls mit Subunternehmen. Reinigungskräfte müssen Ausweis, Sozialversicherungsanmeldung, Unfall- und Haftpflichtversicherung nachweisen. Auf der Webseite finden sich allerdings keinerlei Informationen zu den Reinigungskräften.
  • Beim Putzdienst-Portal Die Haushaltshilfen (diehaushaltshilfen.de, 26 bis 31 Euro pro Stunde) sind die Reinigungskräfte fest angestellt und dementsprechend abgesichert. Leider ist keine Online-Buchung möglich.
  • Auch Mr. Cleaner (mrcleaner.de, 43 Euro pro Stunde) beschäftigt die Putzkräfte selbst. Die Reinigungsleistung fällt allerdings mäßig aus.

Putzdienst-Portale, die Reinigungskräfte oder -firmen vermitteln

Helpling ist Testsieger unter den Vermittlungsportalen

Wer eine Putzhilfe online buchen möchte, kann auch ein reines Vermittlungsportal in Anspruch nehmen. Eines dieser Portale ist Helpling (helpling.de). Die Webseite ermöglicht eine einfache und unkomplizierte Buchung der Reinigungskräfte. Das Portal übernimmt die Abrechnung und stellt die Haftpflichtversicherung, verlangt von den Putzkräften aber keinen Nachweis über die Selbständigkeit. Die Reinigungsleistung fällt insgesamt nur „befriedigend“ aus. „Befriedigend“ lautet auch das Gesamturteil der Stiftung Warentest.

Die Ergebnisse für Helpling im Überblick:
+ Information und Buchung
+ nur geringe Mängel in den AGB
Reinigung
Abrechnung und Absicherung

Merkmale:
Kosten für eine Stunde: 15 bis 21 Euro
Angebotsregion: 30 größere Städte
Reinigungstage und -zeite alle Tage, 8 bis 19 Uhr
Mindestfrist zwischen Buchen und Einsatz: mehr als 48 Stunden
Bezahlmöglichkeiten: Paypal, Kreditkarte, Einzugsermächtigung
Deckungssumme der Haftpflichtversicherung: 5 Millionen Euro
Selbstbehalt der Reinigungskraft: 350 Euro


Bei Betreut.de und Haushaltshelden sind Kunden schlecht abgesichert

Auch Betreut.de (betreut.de, 11 bis 21 Euro pro Stunde) und Haushaltshelden (haushaltshelden.de, 15 bis 33 Euro pro Stunde) vermitteln selbständige Putzhilfen. Die Haushaltshilfen von Betreut.de reinigen im Test am gründlichsten. Beide Vermittlungsdienste verlangen keinerlei Nachweise über Selbständigkeit und Versicherung. Beide Portale berechnen zudem eine Vermittlungsgebühr: Betreut.de verlangt mindestens 35 Euro für einen Monat, Haushaltshelden berechnet mindestens 20 Euro für 21 Tage. Aufgrund der schlechten Absicherung für Kunden bewertet Stiftung Warentest die diese Online-Putzdienste im Test mit der Note „Mangelhaft“.


Schwarzarbeit kann teuer werden

Etwa 80 bis 90 Prozent aller Haushaltshilfen in Deutschland arbeiten schwarz. Schwarzarbeit gilt als Straftat. Will eine Reinigungskraft schwarz arbeiten, muss ein Haushalt sie nicht anzeigen. Gehen Sie allerdings darauf ein und werden erwischt, müssen Sie mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro rechnen. Zudem werden rückwirkend Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung fällig.

Teuer kann es Sie auch zu stehen kommen, wenn sich eine schwarz beschäftigte Haushaltshilfe verletzt oder einen Schaden verursacht. Bei einem Unfall während der Arbeitszeit oder auf dem Arbeitsweg springt zunächst die gesetzliche Unfallversicherung ein. Diese kann das Geld für Behandlungskosten jedoch vom Ihnen zurückfordern. Schwarzarbeiter sind außerdem nicht haftpflichtversichert. Verursachen sie einen Schaden, müssen Sie dafür zahlen.

Wenn Sie eine legale Putzhilfe online buchen möchten, sollten Sie sich in erster Linie bei Putzdienst-Portalen umsehen, die mit angestellten Kräften oder beauftragten Reinigungsunternehmen arbeiten. Dort können Sie davon ausgehen, dass die Haushaltshilfen ordnungsgemäß gemeldet und versichert sind. Die Vermittlungsportale verlangen dagegen von den Reinigungskräften keinerlei Nachweise über Selbständigkeit und Versicherung. Daher sollten Sie sich von der Reinigungskraft den Gewerbeschein und die Meldung zur Unfall- und Haftpflichtversicherung zeigen lassen.


Eine legale Haushaltshilfe anmelden: So funktioniert es

Möchten Sie eine legale Haushaltshilfe beschäftigen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Zum einen können Sie einen Dienstleister mit angestellten Reinigungskräften beauftragen. In diesem Fall zahlen Sie lediglich die Rechnung. Es gibt jedoch auch Alternativen:

Einen Minijob anmelden: Sie melden Ihre Reinigungskraft beim Haushaltscheck der Minijob-Zentrale an. Das funktioniert online unter minijob-zentrale.de. Die Minijob-Zentrale erhebt einen pauschalen Beitrag von 14,74 Euro des Monatsverdiensts und führt dafür alle erforderlichen Abgaben an die richtigen Stellen ab. 20 Prozent der Kosten für einen Minijobber können Sie von der Einkommenssteuer absetzen.

Selbst zum Arbeitgeber werden: Kann oder möchte Ihre Haushaltshilfe nicht als Minijobber arbeiten, können Sie sie selbst sozialversicherungspflichtig beschäftigen. In diesem Fall müssen Sie sich um Haftpflicht- und Unfallversicherung, Sozialversicherung und Steuern kümmern. Zunächst beantragen Sie eine Betriebsnummer beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken. Mit dieser Betriebsnummer melden Sie Ihre Arbeitskraft dann bei einer Krankenkasse ihrer Wahl sowie bei der gesetzlichen Unfallversicherung an. Die Anmeldung muss innerhalb von sechs Wochen nach Beschäftigungsbeginn erfolgen. Außerdem gehört es zu Ihren Aufgaben, monatlich die zu zahlenden Beiträge zu berechnen und an die jeweiligen Stellen abzuführen. Informationen bietet die Broschüre „Versicherungspflichtige Beschäftigung im Privathaushalt“ der Knappschaft Bahn See.

Selbständige Haushaltshilfe beschäftigen: Eine selbständige Haushaltshilfe arbeitet auf Rechnung. Lassen Sie sich mindestens den Ausweis und den Gewerbeschein zeigen. Die Rechnungen sollten Name, Anschrift des Dienstleisters, dessen Steuernummer sowie Name und Adresse des Auftraggebers beinhalten. Die Kosten für eine selbständige Putzhilfe können Sie als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Voraussetzung ist, dass Sie die Rechnung per Überweisung zahlen.

Fazit: Putzdienst-Portale sichern ihre Kunden oft nicht richtig ab. Für gründliche Sauberkeit sorgen die meisten Putzdienste im Test von Stiftung Warentest (Heft 10/2018). Viele bieten ihren Kunden jedoch keine ausreichende Absicherung. Eine akzeptable Absicherung und gute Putzleistung zu günstigen Preisen bekommen Verbraucher vom Testsieger Book a Tiger. Einen Ratgeber, wie Sie Ihren Frühjahrsputz schnell und einfach erledigen, lesen Sie hier.

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