Was unterscheidet Kaffeemühlen und welche sind am besten?

Ein Morgen ohne eine Tasse Kaffee – für viele Menschen ist das undenkbar. Das koffeinhaltige Getränkt bringt die Lebensgeister in Schwung. Für viele Kaffeeliebhaber gibt es zudem keinen größeren Genuss, als sich das Aroma frisch zubereiteten Kaffees in die Nase steigen zu lassen. Dieses einzigartige Aroma bleibt am besten erhalten, wenn die Kaffeebohnen kurz vor der Zubereitung frisch gemahlen werden. Mit einer Kaffeemühle können Sie das zu Hause ganz einfach selbst erledigen. Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Kaffeemühlen für den Hausgebrauch, elektrische Varianten genauso wie die guten, alten handbetriebenen Modelle. Worin unterscheiden sich die einzelnen Mühlen und welche Marken sind empfehlenswert? Dieser Ratgeber auf Produkte im Test zeigt es Ihnen.

Letzte Aktualisierung am 13.12.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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Die Vorteile eine Kaffeemühle

Bereits gemahlenen Kaffee zu kaufen, ist praktisch, keine Frage. Aus Bequemlichkeit greifen viele Verbraucher daher nicht zu ganzen Kaffeebohnen, sondern zum Kaffeepulver. Echte Genießer allerdings wissen das vollmundige Aroma frisch gemahlenen Kaffees zu schätzen. Die ganzen Bohnen können dieses Aroma viel besser und länger bewahren. Kaffeepulver ist, einmal der Luft ausgesetzt, extrem empfindlich. Etwa 800 verschiedene Aromastoffe enthält das Getränk, viele davon verflüchtigen sich bereits nach 15 Minuten. Noch einen weiteren Vorteil bietet frisch gemahlener Kaffee: Sie können selbst bestimmen, wie fein oder grob Ihr Kaffee gemahlen werden soll – angepasst an Ihre bevorzugte Zubereitungsart.

Handmühlen – die Klassiker unter den Kaffeemühlen

Die Handmühle ist der Klassiker unter den Kaffeemühlen und vielen noch aus Omas Zeiten bekannt. Zumeist bestehen sie aus Holz, betrieben werden sie über eine kleine Kurbel. Das gemahlene Kaffeepulver fällt in eine Schublade und kann hier entnommen werden. Hand-Kaffeemühlen sehen oft sehr dekorativ aus und haben nostalgischen Wert. Sie sind allerdings meist größer als elektrische Mühlen und zur Bedienung brauchen Sie natürlich Muskelkraft. Handmühlen sind daher eher etwas für den gelegentlichen Einsatz. Grundsätzlich lassen sich alle Kaffeesorten mit Handmühlen mahlen, Sie können allerdings nicht zwischen verschiedenen Feinheitsgraden wählen. Die Schublade fegen Sie einfach aus, um Kaffeereste zu entfernen. Das Mahlwerk zu reinigen, ist bei Handmühlen relativ aufwendig.

Elektrische Kaffeemühlen – Kaffeepulver auf Knopfdruck

Eine elektrische Kaffeemühle nimmt Ihnen die Arbeit ab und mahlt Kaffeebohnen auf Knopfdruck. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Typen von Kaffeemühlen mit Mahlwerk:

  • Eine Kaffeemühle mit Scheibenmahlwerk ist heute am weitesten verbreitet. Zwei Scheiben, entweder aus Stahl oder Keramik, liegen aufeinander auf und zerreiben die Kaffeebohnen zwischen sich. Über ein Gewinde können Sie den Abstand der Scheiben zueinander verändern und so den Mahlgrad bestimmen. Diese Mühlen eignen sich für alle Kaffeesorten.
  • Eine Kaffeemühle mit Schlagmahlwerk zermahlt Kaffeebohnen mit einem kleinen Propeller. Der Mahlgrad ist dadurch allerdings unregelmäßig, teilweise ist das Kaffeepulver schon fein zerrieben, teilweise noch grob. Diese Mühlen gibt es schon sehr preiswert. Da sich das Schlagmahlwerk beim Mahlen allerdings erhitzt, kann der Kaffee anschließend bitter schmecken. Für Espresso eignen sich diese Mühlen nicht.
  • Eine Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk ist eine Unterform der Scheibenmahlwerke: Kaffeebohnen werden zwischen einem Kegelunterstück und einem Oberstück zerrieben. Dabei entsteht weniger Wärme als bei einem Mahlwerk mit Scheiben, die Aromen werden geschont. Über ein Gewinde lässt sich der Mahlgrad sehr genau einstellen. Durch das Kegelmahlwerk ist dieses Modell die ideale Espressomühle, da es die Aromen schont und sehr fein und gleichmäßig gemahlenes Pulver liefert.

Die Reinigung elektrischer Mühlen ist in der Regel sehr einfach: Den Behälter bürsten Sie einfach aus, teilweise können die nicht-elektrischen Teile auch in die Spülmaschine gegeben werden. Die Kaffeemühlen gibt es in unterschiedlichen Größen

Was macht eine gute Kaffeemühle aus?

Haben Sie sich für einen bestimmten Typ Kaffeemühle entschieden, geht es an die Auswahl der Modelle. Mühlen gibt es heute in vielen unterschiedlichen Preisklassen, beginnend bei etwa 30 Euro für Modelle von Bodum bis hin zu 200 Euro für eine Mühle von Graef. Unabhängig vom Preis sollte eine gute Kaffeemühle folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss gut verarbeitet sein, alle Teile sollten einen stabilen Eindruck machen.
  • Der Deckel sitzt fest auf der Mühle auf und löst sich beim Mahlen nicht ab.
  • Das Mahlwerk besteht aus rostfreiem Edelstahl oder aus Keramik.
  • Den Mahlgrad können Sie individuell einstellen.
  • Der Hersteller bietet mehrere Jahre Garantie.
  • Achten Sie außerdem auf das CE-Prüfsiegel und das GS-Siegel für geprüfte Sicherheit.

Welche Kaffeemühlen sind am besten?

Foto: Rommelsbacher | EKM 300

Foto: Rommelsbacher | EKM 300

Welche Kaffeemühle wird nun den Ansprüchen von Genießern wirklich gerecht? Stiftung Warentest hat in Heft 12/2019 den Test gemacht. Insgesamt 15 elektrische Kaffeemühlen haben Kaffeepulver für Espresso, Filterkaffee und die Zubereitung in der French Press liefern müssen. Testsieger ist die Kaffeemühle Graef CM 800 (etwa 125 Euro). Sie arbeitet mit einem Kegelmahlwerk, das sich leicht für unterschiedliche Mahlgrade einstellen lässt. So gelingen sowohl Espresso als auch Filterkaffee und Kaffee aus der French Press. Die Handhabung ist einfach, die Maschine ist sicher, jedoch beim Mahlen etwas laut. Außerdem bleibt ein relativ großer Rest Kaffeepulver in der Mühle zurück. Als beste elektrische Kaffeemühle im Test bekommt das Gerät die Note „Gut“. Hier mehr erfahren!

Haus & Garten Test hat in Heft 6.2014 sieben elektrische Kaffeemühlen geprüft, darunter drei Modelle mit Kegelmahlwerk und vier mit Scheibenmahlwerk. Beste Kaffeemühle im Test war die Graef CM 900 (um 145 Euro, hier erhältlichGraef CM 900 bei Amazon). Der „sehr gute“ Testsieger überzeugte mit hoher Mahlgeschwindigkeit, einfacher Bedienung und sehr guten Ergebnissen. Auch die zweitplatzierte Rommelsbacher EKM 300 (um 90 Euro, hier erhältlichRommelsbacher EKM 300 bei Amazon) erreichte die Note „Sehr gut“. Dem Test zufolge mahlt die elektrische Kaffeemühle auch feines Kaffeepulver sehr gleichmäßig. Außerdem hat die Kaffeemühle von Rommelsbacher ein sehr gut zu erreichendes Mahlwerk und lässt sich einfach bedienen sowie reinigen.

Das ETM Testmagazin hat in Heft 1/2013 insgesamt 19 Kaffeemühlen getestet, darunter acht mit Kegelmahlwerk, sechs mit Scheibenmahlwerk und fünf Mühlen mit Schlagmesser. Testsieger bei den Kaffeemühlen mit Kegelmahlwerk wurde die Gastroback Design Kaffeemühle Advanced Pro (um 190 Euro, hier erhältlichGastroback Design Kaffeemühle Advanced Pro). Der „sehr gute“ Testsieger bietet viele Funktionen, wie 25 Mahlgrade und verschiedene Tassenstärken, und lässt sich einfach bedienen. Platz 2 ging an die Graef Kaffeemühle CM 90 (Note „Gut“), die mit hochwertiger Verarbeitung, gehobener Ausstattung und guten Mahlergebnissen punktete.

Bei den Kaffeemühlen mit Scheibenmahlwerk landete die „sehr gute“ KitchenAid Artisan 5KCG100 (um 180 Euro, hier erhältlichKitchenAid Artisan 5KCG100) auf dem 1. Platz. Die schicke Kaffeemühle bietet dem Kaffeeliebhaber alles, „was er zur Herstellung unterschiedlicher Kaffeespezialitäten braucht.“

Beste Kaffeemühle mit Schlagmesser im Test war die Rommelsbacher EKM 150 (um 35 Euro, hier erhältlichRommelsbacher EKM 150). Der „gute“ Testsieger macht schnell und einfach Kaffeepulver für Filterkaffee und Espresso. Die Mahlgradeinstellung erleichtert die Arbeit. Auf Rang 2 landete die AEG EasyGrind EG100 (Note „Gut“).

Tipps rund um den Kaffeegenuss

Damit Kaffee sein Aroma lange behält, müssen die Bohnen nicht nur möglichst frisch gemahlen sein, sie müssen auch richtig aufbewahrt werden:

  • Luft, Feuchtigkeit und Wärme verändern das Aroma. Kaffeebohnen sollten Sie daher möglichst luftdicht, dunkel und kühl aufbewahren.
  • In den Kühlschrank gehören sie allerdings nicht: Dort ist es zwar kühl, aber oft zu feucht für den Kaffee, außerdem kann er die Aromen anderer Lebensmittel annehmen.
  • Verbrauchen Sie Kaffeebohnen innerhalb von sechs bis acht Wochen.
  • Mahlen Sie Ihr Kaffeepulver portionsgerecht. Haben Sie doch einmal zu viel gemahlen, füllen Sie das Pulver in ein dunkles, gut verschließbares Behältnis um.

Für gut schmeckenden Kaffee müssen Sie außerdem Ihre Kaffeemühle regelmäßig gründlich reinigen; alte Kaffeereste im frischen Pulver verfälschen das Aroma. Je einfacher sich die Mühle zerlegen lässt, desto leichter fällt auch die Reinigung. Um Ölrückstände aus den gemahlenen Bohnen aus dem Mahlwerk zu entfernen, können Sie einfach etwas Reis zermahlen. Dieser nimmt rückständiges Öl auf. Das empfiehlt sich allerdings nur bei Kegelmahlwerken.

Fazit: Ob von Hand gemahlen oder elektrisch zerkleinert: Frisch gemahlener Kaffee verführt durch sein einzigartiges Aroma. Mit der richtigen Kaffeemühle treffen Sie immer den richtigen Mahlgrad für alle Kaffeespezialitäten.