Canon 1030 IS II – einziges schadstofffreies Fernglas im Test

Welche Vögel tummeln sich denn im eigenen Garten? Welche Tiere gibt es auf der Wanderung zu sehen? Um scheue Lebewesen nicht aufzuschrecken und einfach mehr von der Umgebung wahrzunehmen, greifen Birdwatcher wie Wanderer zum Fernglas. Wer ein neues Fernglas kaufen möchte, interessiert sich vor allem für die optischen Eigenschaften. An eine mögliche Schadstoffbelastung denken vermutlich die wenigsten Verbraucher. Doch viele Ferngläser sind stark mit kritischen Stoffen belastet. Darauf macht die Stiftung Warentest in einem aktuellen Vergleichstest (Heft 9/2019) aufmerksam. Von 17 getesteten Ferngläsern enthalten 16 kritische Schadstoffe in den Augenmuscheln, im Gehäuse und in den Trageriemen. Durch den Kontakt mit der Haut können die Stoffe in den Organismus übergehen. Einziges schadstofffreies Fernglas im Test ist das Canon 1030 IS II.

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Canon: Das einzige Fernglas im Test ohne Schadstoffe

Bestes Fernglas im Vergleich ist das lichtschwache Canon 10X30 IS II (Note „Gut“, etwa 496 Euro bei Amazon). Als einziges Fernglas im Test enthält es keine kritischen Schadstoffe. Ein Bildstabilisator lässt das Bild besonders ruhig erscheinen. Allerdings benötigt der Stabilisator Batterien, wodurch das Fernglas recht schwer wird. Die Handhabung bewerten die Tester dennoch mit „gut“, die Haltbarkeit sogar mit „sehr gut“. Wasserdicht oder spritzwassergeschützt ist der Testsieger jedoch nicht.

Die Ergebnisse für das Canon 10X30 IS II im Überblick:
+ Optische Eigenschaften
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
+ frei von kritischen Schadstoffen

Merkmale:
Lichtdurchlässigkeit Tag/ Nacht: 85/ 83 Prozent
Sehfeld mit/ ohne Brille: 103/ 79 m pro km
kürzeste Distanz zum Motiv: 4,0 m
Pupillendistanz einstellbar: 54 – 74 mm
Länge x Breite x Höhe: 151 x 127 x 71 mm
Gewicht: 635 g


16 Ferngläser im Test der Stiftung Warentest sind „mangelhaft“

Foto: New Africa | Adobe Stock

Alle weiteren 16 Ferngläser im Vergleichstest bewertet Stiftung Warentest mit der Note „Mangelhaft“, zum Beispiel die lichtschwachen Ferngläser Leica Trinovid 10X25 BCA (etwa 385 Euro), Zeiss Terra ED Pocket 10X25 (etwa 310 Euro) und das günstige Nikon Aculon A30 10X25 (etwa 71,50 Euro) sowie die lichtstarken Ferngläser Olympus 10X50 DPS I (etwa 66,50 Euro), Nikon Prostaff 3S 10X42 (etwa 181 Euro) und das Vanguard Spirit XF 1042 10X42 (etwa 165 Euro).

Der Grund für die Abwertung ist die starke Belastung mit kritischen Schadstoffen. Häufig fanden die Tester gleich mehrere Schadstoffe in einem Gerät, darunter auch Stoffe, welche die Europäische Chemikalienagentur als krebserregend einstuft. Dazu gehören etwa Chrysen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Auch Chlorparaffin, Phthalate und den als fortpflanzungsschädigend geltenden Weichmacher DEHP wiesen die Tester nach. Mit Schadstoffen belastet sind auch die beiden Ferngläser mit den besten optischen Eigenschaften im Test, das Zeiss Terra ED Pocket (etwa 310 Euro) sowie das lichtstarke Steiner Skyhawk 4.0 10×42 (etwa 480 Euro). Ihre Tragegurte enthalten die krebserregenden PAK. Immerhin lassen sich die Gurte abnehmen. Vier als wasserfest ausgezeichnete Ferngläser fielen darüber hinaus bei der Tauchprüfung durch.


Ferngläser: Was bedeuten die Zahlen und Werte?

Auf den Ferngläsern finden sich Angaben zur Optik, zum Beispiel Werte wie 10×30 oder 10×42. Aus diesen Zahlen lassen sich die Vergrößerung und die Objektivöffnung ableiten. Das bedeuten die Zahlen und Werte im Einzelnen:

  • Vergrößerung: Die erste Zahl, in diesem Beispiel die 10, gibt die Vergrößerungsstärke an. Ein Fernglas mit 10-facher Vergrößerung holt das betrachtete Objekt 10 mal näher heran.
  • Objektivöffnung: Die zweite Zahl verrät den Durchmesser des Objektivs. 30 steht zum Beispiel für 30 mm, 42 für ein Objektiv mit 42 mm Durchmesser. Je größer das Objektiv, umso mehr Licht kann das Fernglas einfangen.
  • Lichtstark: Lichtstarke Ferngläser verfügen über eine entsprechend große Objektivöffnung. Mit ihnen lassen sich auch Objekte in der Dämmerung beobachten.
  • Lichtschwach: Lichtschwache Ferngläser mit kleinen Objektivöffnungen lassen nur wenig Licht durch. Sie sind kompakter und meist leichter, eignen sich aber nur für den Einsatz bei Tageslicht.
  • Lichtdurchlässigkeit: Die Lichtdurchlässigkeit wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, umso mehr Licht kommt am Auge an. Ein Teil des Lichts geht durch Reflexionen verloren.

Fazit: Gute optische Eigenschaften, aber kritische Schadstoffe. Mit ihren optischen Eigenschaften können fast alle Ferngläser im Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 9/2019) überzeugen. Eine gute Gesamtbewertung verpassen selbst ansonsten hervorragende Ferngläser jedoch aufgrund der hohen Schadstoffbelastung. In 16 von 17 getesteten Geräten fanden die Tester potenziell krebserregende oder fortpflanzungsschädigende Stoffe. Einzig das Canon 10X30 IS II stuft Stiftung Warentest als unbedenklich ein.