Sicherheit auf Kreuzfahrtschiffen: 10 Mittelmeer-Kreuzer im Test

Nachdem das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ von Costa Kreuzfahrten im Januar 2012 vor der italienischen Mittelmeerinsel Giglio verunglückt ist, rückt die Sicherheit auf Kreuzfahrtschiffen zunehmend in den Fokus. Neben Tipps zur eigenen Sicherheit im Notfall hat der ADAC nun auch einen umfangreichen Sicherheits-Test veröffentlicht. Insgesamt zehn häufig gebuchte Mittelmeer-Kreuzer hat das Experten-Team hinsichtlich ihrer Sicherheitsinformationen sowie Konstruktion und Stabilität getestet. Auch der Brandschutz, die Rettungsmittel und das Sicherheitsmanagement wurden bewertet. Das Ergebnis: Zwei Kreuzfahrtschiffe erreichten die Gesamtnote „sehr gut“ und sieben die Note „gut“.

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Wie sicher sind Kreuzfahrtschiffe?

Die Costa Serena konnte laut Testbericht nicht bewertet werden, weil die Reederei dem Kapitän die Zusammenarbeit mit den Testern verbot. Zu den sichersten Kreuzfahrtschiffen gehören die AIDAbella und die AIDAdiva. Die AIDAbella kassierte durchweg „sehr gute“ Noten. Die AIDAdiva wies zwar Mängel in puncto Sicherheitsmanagement auf, war ansonsten aber auch „sehr gut“. Die Costa Fascinosa der Reederei Costa Crociere erreichte „gute“ bis „sehr gute“ Noten.

Was die Crews anbelangt, seien diese in den meisten Fällen freundlich, hilfsbereit und im Umgang mit Passagieren professionell gewesen. Lediglich bei vier Schiffen (Norwegian Epic, MSC Fantasia, Navigator of the Seas, MSC Splendida) kritisierte der ADAC die vorgeschriebenen Seenotrettungsübungen. Zum einen seien die Passagiere nicht nachhaltig genug zur Übung zusammengerufen worden, zum anderen seien die Instruktionen teilweise zu oberflächlich gewesen.

Ein weiteres Problem sind dem Test zufolge die offenen Schotten im Unterschiff, zum Beispiel bei der Adventure of the Seas, Norwegian Epic, MSC Fantasia, MSC Orchestra und MSC Splendida. Das erleichtere der Mannschaft im Schiffsbauch die Arbeitsabläufe in Küche, Wäscherei oder Lagerräumen, sei aber auch gefährlich. „Im Notfall kann das Schließen offener Schotten vergessen werden oder die Technik versagen.“, so Tester Kapitän Franz Lippold. Eindringendes Wasser breite sich dann schnell im Rumpf aus.

Zwar sei im Grundsatz der internationalen UN-Konvention zur Sicherheit auf See (Solas) vorgeschrieben, dass alle wasserdichten Türen auf See geschlossen sein müssen, doch es gebe auch Ausnahmegenehmigungen. „Das ist eine Riesenschweinerei, aber völlig legal“, so Professor Stefan Krüger, Experte für Schiffssicherheit von der TU Hamburg-Harburg. Ausführliche Informationen zum Thema Sicherheit auf Kreuzfahrtschiffen finden sich unter adac.de. Die Testtabelle mit allen Schiffen finden Sie hier.

Video zum ADAC-Sicherheitscheck auf Kreuzfahrtschiffen