Stiftung Warentest prüft Heißluftfritteusen: Kein Modell ist besser als „befriedigend“

Knusprige Pommes frites, saftige Hähnchenschenkel, knackiges Gemüse: Heißluftfritteusen versprechen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Sogar Muffins können die Mini-Öfen backen. Dabei wollen sie mit bis zu 90 Prozent weniger Fett auskommen als herkömmliche Fritteusen. Wer eine Heißluftfritteuse kaufen möchte, fragt sich jedoch oft, ob die Pommes auch wirklich so gut gelingen wie in der Fettfritteuse. Stiftung Warentest hat den Test gemacht und 13 Heißluftfritteusen miteinander verglichen. Welche Heißluftfritteuse ist gut? Der Testbericht in Ausgabe 1/2019 des Verbrauchermagazins fällt eher ernüchternd aus: Selbst die beste Heißluftfritteuse im Test der Stiftung Warentest erreicht nur die Note „Befriedigend“. Bei vielen Geräten bleiben die Pommes weich oder trocknen aus. Vor allem bei der Zubereitung von Hähnchenschenkeln zeigen viele Fritteusen Schwächen. Vier Fritteusen werden von außen zu heiß und bekommen daher nur die Note „Mangelhaft“.

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Philips und Profi Cook sind Testsieger

Die Heißluftfritteuse von Philips macht die besten Pommes im Test

Foto: Philips I HD9220/20 Airfryer

Auch die beste Fritteuse im Vergleich bekommt nur die Endnote „Befriedigend“: Der Heißluftfritteuse Philips Airfryer HD9220 (etwa 140 Euro) gelingen im Test die besten Pommes und sie arbeitet energieeffizient. Die mit der Fritteuse gegarten Hähnchenschenkel bleiben allerdings blass. Stiftung Warentest kritisiert zudem die ungenaue Gartemperaturregelung und die komplizierte Überwachung des Garvorgangs. Ein Sichtfenster fehlt, die Bedienung ist dennoch leicht.

Die Ergebnisse für die Philips-Fritteuse im Überblick:
+ Umwelteigenschaften
Zubereitung von Lebensmitteln
Handhabung
Sicherheit

Merkmale:
Bauart: Schubladenmodell
Leistungsaufnahme: 1.425 Watt
Temperaturbereich: 80 – 200 °C
Füllmenge Pommes: 800 g
Volumen Garbehälter: 2,2 l
Breite x Tiefe x Höhe: 29x38x32 cm
Gewicht: 5,4 kg


Profi Cook bietet die günstigste Fritteuse im Test

Foto: ProfiCook I PC-FR 1147 H Heißluft-Fritteuse

Die Heißluftfritteuse Profi Cook PC-FR 1147 H (etwa 65 Euro) ist das preiswerteste Modell im Test. Sie besteht den Sicherheitstest mit der Teilnote „Gut“ und fällt durch einen geringen Stromverbrauch auf. Sie arbeitet leise und verbreitet keine störenden Gerüche. Die Qualität der zubereiteten Speisen fällt insgesamt nur „befriedigend“ aus. So lautet dann auch das Gesamturteil der Tester.

Die Ergebnisse für die Profi Cook-Fritteuse im Überblick:
+ Sicherheit
+ Umwelteigenschaften
Zubereitung von Lebensmitteln
Handhabung

Merkmale:
Bauart: Schubladenmodell
Leistungsaufnahme: 1.500 Watt
Temperaturbereich: 80 – 200 °C
Füllmenge Pommes: k.A.
Volumen Garbehälter: 2,1 l
Breite x Tiefe x Höhe: 26x34x31 cm
Gewicht: 3,8 kg


Drei weitere Heißluftfritteusen sind „befriedigend“

An drei weitere Heißluftfritteusen vergibt Stiftung Warentest ebenfalls das Urteil „befriedigend“:

  • Die Gourmetmaxx (etwa 77,50 Euro) arbeitet sehr leise. Speisen gelingen ihr jedoch nur in „befriedigender“ Qualität. Hähnchenschenkel bleiben sehr blass und es tritt Fleischsaft aus. Eine Gesundheitsgefahr besteht jedoch nicht. Die Füllmenge ist vergleichsweise gering.
  • Die Caso AF 400 (etwa 124 Euro) arbeitet schneller als alle anderen Fritteusen im Test und frittiert Pommes in nur zehn Minuten. Gemüse und Pommes gelingen gut, Muffins brennen an. Die Bedienung ist intuitiv und einfach, allerdings arbeitet das Gerät wenig energieeffizient.
  • Die Russel Hobbs Cyclofry Plus (etwa 136 Euro) benötigt für 800 Gramm Pommes 35 Minuten. Gemüse und Hähnchenschenkel gelingen ihr nicht, Muffins backt sie gut.

Viermal vergeben die Tester die Note „Ausreichend“

Das Gesamturteil „Ausreichend“ geht an vier Heißluftfritteusen im Vergleich: Bei der Clatronic FR 3667 H (etwa 59 Euro) bleiben Hähnchenschenkel unappetitlich blass. Die Princess Digital Aerofryer XL 182020 (etwa 86,50 Euro) und die Severin FR 2430 (etwa 82,50 Euro) schwächeln in der Kerndisziplin: Die Pommes frites sind weich, teils roh und ausgetrocknet. Die Philips Airfryer XXL HD9762 (etwa 290 Euro) zeigt eines der besten Zubereitungsergebnisse im Test, wird aber auf der Rückseite sehr heiß – ein Sicherheitsrisiko, das zur Abwertung führt.


Vier Heißluftfritteusen mit Sicherheitsmängeln

Bei vier Heißluftfritteusen stellen die Tester Sicherheitsmängel fest und vergeben die Endnote „Mangelhaft“: Bei der De’Longhi Multifry FH1394/2 (etwa 201 Euro), der Tefal Actifry 2in1 YV9601 (etwa 187 Euro), der Tefal Actifry Genius XL AH9600 (etwa 228 Euro) und der Tefal Actifry Original FZ7100 (etwa 108 Euro) werden die Oberflächen zu heiß. Selbst der Deckel erhitzt sich bis auf 118 °C, bei der Bedienung besteht Verbrennungsgefahr. Auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln können diese vier Fritteusen nicht überzeugen.

Warum schafft keine Heißluftfritteuse im Test die Note „Gut“?

Foto: Byjeng | Dreamstime.com

Die 13 Heißluftfritteusen im Test der Stiftung Warentest bleiben weit hinter den vollmundigen Werbeversprechen zurück. Nur vier Geräten gelingen gute Pommes: den beiden Fritteusen von Philips, der Caso und der Tefal Actifry Original. Die Geräte schwächeln dafür bei der Zubereitung anderer Speisen, eine Philips-Fritteuse sowie das Tefal-Gerät werden zudem unangenehm heiß.

Ein Schwachpunkt ist der Rührarm. Der soll die Pommes eigentlich vor dem Zusammenkleben schützen. Das funktioniert aber nicht immer. Bei vielen Fritteusen zerbricht der Rührarm die Pommes, vor allem bei der Tefal Genius und der De’Longhi. In den Geräten von Princess und Russel Hobbs sammeln sich oben ausgetrocknete und unten zu weiche Pommes. Bessere Ergebnisse zählen Schubladenmodelle, bei denen die Anwender die Pommes selbst schütteln müssen.

Große Probleme haben die Geräte auch mit der Zubereitung von Hähnchenschenkeln. Bei sechs Fritteusen bleiben nach der Zubereitung laut Anbieterbeschreibung rote Stellen am Hähnchenknochen sichtbar. Die Tefal Genius erhitzt Hähnchen zudem nicht ausreichend, um Salmonellen abzutöten.


Was ist eine eigentlich Heißluftfritteuse?

Heißluftfritteusen frittieren Lebensmittel nicht in heißem Fett. Sie arbeiten mit zirkulierender Umluft und mit einem Grill, sind also eine Art Mini-Ofen. Sie brauchen gut 90 Prozent weniger Fett als eine herkömmliche Fritteuse.

Die Vorteile:
+ vielseitig, bereiten neben Pommes frites auch Gemüse, Fleisch und Mini-Kuchen zu
+ es tritt kaum Ölgeruch aus
+ Pommes enthalten nur 7 Prozent statt 13 Prozent Fett
+ Acrylamidgehalt der Pommes bleibt unter den als kritisch eingestuften Grenzwerten

Die Nachteile:
die Zubereitung dauert länger als bei Fettfritteusen
die Pommes sind weniger saftig
die Geräte sind teurer als eine herkömmliche Fritteuse

Fazit: Nur wenige Fritteusen sind empfehlenswert. Möchten Sie bei der Zubereitung von Pommes frites an Fett sparen, empfiehlt der Testbericht von Stiftung Warentest (Heft 1/2019) zwei Heißluftfritteusen: die Philips Airfryer HD9220 und die Profi Cook PC-FR 1147 H. Gute Pommes bereitet auch die Fritteuse von Caso zu, sie verbraucht aber relativ viel Strom.