Musik-Player für Kinder im Test: Hörbert ist nicht zu laut und lässt sich einfach bedienen

Lustige Kinderlieder und spannende Hörspiele: Ein Musikspieler für Kinder eröffnet den Weg in faszinierende Welten. Die Geräte können den Kids stundenlange Unterhaltung bieten. Aber welche Modelle sind wirklich kindgerecht? Das hat Stiftung Warentest untersucht und sich 13 Musik-Player für Kinder im Test angesehen (Heft 11/2019). Unter den Kandidaten: Neun klassische Geräte mit CD-Spieler und vier moderne Musikspieler, die Musik und Hörspiele über das Internet oder eine Speicherkarte laden. Alle eignen sich laut Hersteller für Kinder ab drei Jahren. Zusammen mit den Testern haben Kindergartenkinder die Geräte im Testlabor auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Nur einer der getesteten Musikspieler für Kleinkinder erhält die Note „Gut“. Ganze elf Modelle sind zu laut, neun davon, wenn sie mit Kopfhörern betrieben werden. In einem Modell finden die Tester einen bedenklich hohen Anteil Naphthalin.

Letzte Aktualisierung am 13.12.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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Musikspieler für Kleinkinder: Hörbert wird zum Testsieger

Foto: hörbert | MP3-Player für Kinder

Der Musikspieler Winzki Hörbert (Note „Gut“, etwa 239,00 Euro) besteht aus Holz und stammt aus einem Familienbetrieb in Baden-Württemberg. Er besitzt keinen CD-Player, stattdessen kommt er mit einer Speicherkarte daher, auf der sich bereits Lieder und Geschichten befinden. Eigene Inhalte können Eltern mithilfe der Hörbert-Software auf einer microSD-Karte speichern.

Der Anbieter wirbt mit Nachhaltigkeit: Das Holz stammt aus einheimischer Forstwirtschaft, bei Bedarf lässt sich das Gerät mit geeigneten Ersatzteilen reparieren. Im Test stellt Stiftung Warentest keine kritischen Schadstoffmengen fest. Der Ton über Kopfhörer ist nicht zu laut, außerdem hält Hörbert lange durch: Mit einer Batterieladung gibt es bis zu 57 Stunden Musik. Der Testsieger ist allerdings auch der teuerste Kinder-Musikspieler im Test.

Die Ergebnisse für den Winzki Hörbert im Überblick:
+ Handhabung
+ Lautstärke
+ Verarbeitung und Haltbarkeit
+ Batterie/Akku
+ Elektrische Sicherheit
Ton
Schadstoffe

Merkmale:
Batteriebetrieb
mit SD-Karten-Slot
mit Tragegriff
Lautstärke stufenlos einstellbar
Breite x Höhe x Tiefe: 25,0 x 17,8 x 7,0 cm
Gewicht: 1.140 g


Toniebox selbst für die jüngsten Nutzer geeignet

Zwei Musik-Player für Kinder im Test erhalten die Endnote „Befriedigend“: das Boxine Toniebox Tonies Starterset (etwa 79,90 Euro) und das Lexibook Avengers mit CD-Spieler (etwa 50,00 Euro). Die Boxine Toniebox besitzt statt Knöpfen kleine Figuren, die Musik und Hörbücher abspielen, wenn sie auf die Box gestellt werden. Das bekommen selbst die jüngsten Nutzer hin. Die Tonie-Figuren sind mit 15 Euro pro Stück allerdings recht teuer. Die Lautstärke für den Kopfhörer-Betrieb lässt sich online über die Tonie-Cloud begrenzen. Beim Lexibook-Modell kritisieren die Tester die Tonqualität sowie die Verarbeitung und Haltbarkeit. Einen Kopfhöreranschluss hat das Gerät nicht, der Ton über Lautsprecher ist kindgerecht.


Zu laut für Kinderohren: 10 Kinder-Musikspieler im Test fallen durch

Sechs Mal vergibt Stiftung Warentest die Testnote „Ausreichend“, unter anderem an die Tiger Media Tigerbox Bambus-Edition grün mit Speicherkarte und Bluetooth (etwa 26,40 Euro) sowie an die mit CD-Spieler ausgestatteten Modelle AEG Sing Along CDK 4229 (etwa 32,50 Euro) und den BigBen Kids My Mia (etwa 38,00 Euro). Die Note „Mangelhaft“ geht an

  • die X4-Tech Bobby Joey Dog Box mit Speicherkarte und Bluetooth (27,00 Euro),
  • die klassischen Modelle Idena Spielclub CD-Player (50,00 Euro),
  • BigBen Kids Unicorn Edition (40,50 Euro) und
  • Lenco SCD-971 (69,50 Euro).

Alle sind beim Betrieb mit Kopfhörer zu laut für empfindliche Kinderohren, bei Idena und Lenco gilt das auch für die Lautsprecher. Der BigBen Kids Unicorn Edition besitzt zwar keinen Kopfhörer-Anschluss, auch bei diesem Gerät sind jedoch die Lautsprecher zu laut. Die Bedienknöpfe des Geräts enthalten zudem den Schadstoff Naphthalin in einer Konzentration, die den zulässigen Grenzwert des GS-Zeichens für geprüfte Sicherheit übersteigt.


Das gilt es bei der Lautstärke und bei Kopfhörern zu beachten

Kinder haben ein sensibleres Gehör als Erwachsene. Ein zu lauter Musikspieler kann das Gehör auf Dauer schädigen. Die World Health Organisation empfiehlt für Kinder eine maximale Lautstärke von 75 Dezibel. Gerade beim Musikhören mit Kopfhörern ist dieser Grenzwert jedoch schnell überschritten. Darauf sollten Eltern achten, wenn Kinder einen Musikspieler nutzen:

  • Setzen Sie sich mit zu Ihren Kindern und hören Sie zu. So merken Sie schnell, ob die Lautstärke zu hoch ist.
  • Kinder sollten mindestens zwei Kinderarmlängen weit weg vom Gerät sitzen. Niemals den Lautsprecher direkt vors Ohr halten!
  • Kopfhörer sollten Kinder nur in Ausnahmefällen nutzen.
  • Bei richtig eingestellter Hördauer spielt die Hördauer keine große Rolle. Kinder dürfen auch gerne mehrere Hörspiele hintereinander hören.

Fazit: Elf von 13 Musikspielern für Kinder sind zu laut. Musikspieler für Kleinkinder sind häufig zu laut für Kinderohren. Das zeigt der Testbericht von Stiftung Warentest (Ausgabe 11/2019). Bei drei Testkandidaten liegt das an zu lauten Lautsprechern. Neun Geräte spielen Musik und Hörspiele über Kopfhörer zu laut ab. Eine kindgerechte Lautstärke bieten der Winzki Hörbert sowie die deutlich günstigeren Modelle Boxine Toniebox und Lexibook Avengers. Bei der Boxine Toniebox sollten Eltern die Kopfhörer-Lautstärke jedoch in der Tonie-Cloud begrenzen.