Gut abgeschnitten: 19 Garten- und 12 Astscheren im Test der Stiftung Warentest

Die Gartensaison ist im vollen Gange und BĂŒsche, BĂ€ume und Hecken wuchern fröhlich vor sich hin. Damit Sie viel Freude an Ihrem grĂŒnen Paradies haben und sich bei der Gartenarbeit nicht verausgaben mĂŒssen, lohnt sich die Investition in gute GartengerĂ€te. Welche Anforderungen eine gute Gartenschere erfĂŒllen muss und welche Garten- und Astscheren im Test der Stiftung Warentest ĂŒberzeugt haben, lesen Sie hier.

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Gartenscheren – darauf kommt es an

Sie mĂŒssen gut in der Hand liegen, mĂŒhelos schneiden und möglichst lange halten: Gartenscheren sind das ganze Jahr ĂŒber im Einsatz und dienen hĂ€ufig als Tausendsassa unter den Gartenhelfern. Ob BlumenstĂ€ngel, Buschwerk oder sogar dĂŒnne Äste und Zweige – eine Gartenschere ist immer schnell zur Hand und punktet mit ihrer kleinen GrĂ¶ĂŸe und dem geringen Gewicht. Allerdings gibt es deutliche QualitĂ€tsunterschiede bei den einzelnen Marken. Viele Modelle lassen sich weder anpassen noch reparieren, wenn Griffe oder Klingen vor der Zeit ermĂŒden. Auch die Technik unterscheidet sich deutlich:

Amboss- vs. Bypass-Scheren

1. Bypass-Scheren verfĂŒgen ĂŒber zwei Klingen, die sich aufeinander zu bewegen. Das ist besonders gĂŒnstig fĂŒr frisches GrĂŒn und fasernde Pflanzen, weil die Schnitte sehr sauber und prĂ€zise sind. Der Nachteil: Das Schneiden ist anstrengender und kraftintensiver als bei den Amboss-Varianten.

2. Amboss-Scheren kommen mit nur einer Klinge aus, die beim Schneiden auf einen Amboss trifft. Da diese Technik eine viel effektivere KraftĂŒbersetzung hat und deutlich leichter schneidet als Bypass-Scheren, empfiehlt sich ihr Einsatz vor allem bei hartem und trockenem Holz. Aber aufgepasst: Unter UmstĂ€nden wird das Schnittgut mehr gequetscht als geschnitten. Das passiert nicht nur bei frischem GrĂŒn, sondern auch durch falsche Handhabung, bei zu dickem Gehölz oder alten und minderwertigen Scheren.

FĂŒr HobbygĂ€rtner auf Balkon und Terrasse ist daher oft eine Bypass-Schere ausreichend. Wer aber ĂŒber einen richtigen Garten verfĂŒgt, sollte gerade fĂŒr StrĂ€ucher und Holz besser auf eine Gartenschere mit Amboss zurĂŒckgreifen.

Die besten Gartenscheren im Test der Stiftung Warentest

Foto: Gardena | Amboss-Gartenschere 8787

Foto: Gardena | Amboss-Gartenschere 8787

Besonders empfehlenswert und Testsieger unter den Gartenscheren ist die Original Löwe 8.107. Sie schneidet auch ĂŒber lĂ€ngere Zeit besonders leichtgĂ€ngig und kraftsparend. Die solide Amboss-Schere ist sowohl fĂŒr Links- als auch fĂŒr RechsthĂ€nder geeignet und die Öffnungsweite der Schneiden lĂ€sst sich nach Bedarf anpassen. Mit ca. 45 Euro gehört die Original Löwe 8.107 (Note „Gut“, hier erhĂ€ltlichOriginal Löwe 8.107 bei Amazon) allerdings zu den teuersten Gartenscheren im Test.

Eine gĂŒnstigere Alternative ist die zweitplatzierte Gardena Comfort 8787, die mit knapp 20 Euro nur halb so viel kostet. Wie der Testsieger eine Amboss-Schere, hat die Gardena Comfort (hier erhĂ€ltlichGardena Comfort 8787 bei Amazon) wegen ihrer dauerhaft kraftsparenden Handhabung mit dem PrĂ€dikat „Gut“ abgeschnitten und liefert noch nach ĂŒber 3.000 Probeschnitten ein zuverlĂ€ssig gutes Schnittbild.

Beide Hersteller liefern ebenfalls die besten Bypass-Modelle: Ob Original Löwe 14.104 oder Gardena Comfort 8790 (etwa 20 Euro, hier erhĂ€ltlichGardena Comfort 8790 bei Amazon) – das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis ist mit einer „guten“ Wertung im Test und 20 bis 30 Euro Anschaffungskosten fast identisch. Die Gartenschere von Löwe ist allerdings nur fĂŒr RechtshĂ€nder geeignet, dafĂŒr aber mit 180 g die leichteste Schere von allen.

Diese Gartenscheren schneiden auch „gut“ ab:

  • Bypass-Schere Felco 6 (etwa 35 Euro, hier erhĂ€ltlichFelco 6 bei Amazon)
  • Ambos-Schere Wolf Garten Comfort Plus RS 2500 (etwa 15 Euro, hier erhĂ€ltlichWolf Garten Comfort Plus RS 2500 bei Amazon)
  • Bypass-Schere Bauhaus Gartenschere Komfort Alu BHGSB 200 (etwa 17 Euro)

Zusammenfassend erhalten sieben von 19 Gartenscheren im Vergleich die Note „Gut“. Vier Gartenhelfer erzielen eine „befriedigende“ Note, z. B. die Wolf Garten Comfort Plus RR 2500, die Fiskars Single Step P25 und die Siena Garden Bypass-Schere 2-SF. FĂŒnf Gartenscheren bewertet Stiftung Warentest mit der Note „Ausreichend“, drei mit der Note „Mangelhaft“.

Mit Astscheren hoch hinaus

Lassen sich niedrige StrĂ€ucher und BĂŒsche noch mit Gartenscheren in Zaum halten, muss fĂŒr ausgewachsene Hecken und BĂ€ume dagegen zur Astschere gegriffen werden. Denn nicht nur die grĂ¶ĂŸere Distanz ist eine Schwierigkeit. Hinzu kommt die Dicke der Zweige und Äste. Zwar preisen die meisten Hersteller schon fĂŒr ihre Gartenscheren an, dass Durchmesser von bis zu 20 mm kein Problem darstellen. Im Dauertest zeigen sich hierbei jedoch deutliche ErmĂŒdungserscheinungen. Wollen Sie daher weiter kraftschonend arbeiten, nutzen Sie besser eine Astschere: Die lĂ€ngeren Griffe und die UnterstĂŒtzung durch ein Getriebe sorgen fĂŒr mĂŒheloses Schneiden.

Astscheren im Test: Beste Übersetzung ab 50 cm

Foto: Gardena | Astschere

Foto: Gardena | Astschere

Eine erstklassige Bewertung erreichte die Fiskars Power Gear L94: BestĂ€ndig leichtgĂ€ngig beim Schneiden, robust und mit austauschbarer Klinge bietet der „gute“ Testsieger viel Komfort in der Handhabung. Einzige negative Punkte: Mit 1.100 g ist die Fiskars Power Gear L94 (hier erhĂ€ltlichFiskars Power Gear L94 bei Amazon) relativ schwer – und mit einem durchschnittlichen Preis von 70 Euro extrem teuer in der Anschaffung.

Wesentlich leichter und gĂŒnstiger ist dagegen die Original Löwe 31.050. Nur 650 g wiegt das Leichtgewicht unter den Astscheren und damit gerade einmal halb so viel wie der teure Konkurrent. Auch die Original Löwe (hier erhĂ€ltlichOriginal Löwe 31.050 bei Amazon) erhĂ€lt im Test der Stiftung Warentest eine „gute“ Wertung, Abstriche mĂŒssen allerdings in der KraftĂŒbertragung gemacht werden: Die kĂŒrzeren Arme sparen zwar viel Gewicht, haben aber eine entsprechend geringere Hebelwirkung. Sehr dicke Äste sind daher nicht mit ihr zu schneiden. DafĂŒr kostet die Astschere nur etwa 50 Euro.

Wem das noch zu teuer ist, der sollte zu den Marken Gardena oder Siena Garden greifen: Beide Bypass-Scheren, Siena Garden Premium Bypass Astschere (etwa 30 Euro, hier erhĂ€ltlichSiena Garden Premium Bypass Astschere bei Amazon) und Gardena Classic 680 B (etwa 25 Euro, hier erhĂ€ltlichGardena Classic 680 B bei Amazon), kommen zu einer Ă€hnlich guten Wertung. Das Modell von Gardena ĂŒbertrifft die Konkurrenz nur durch seine sehr gute Haltbarkeit, was das Schneiden und die Handhabung angeht, gibt es keine Unterschiede.

Die „guten“ Astscheren im Überblick:

  • Bypass-Astschere Fiskars Power Gear L94 (Testsieger)
  • Bypass-Astschere Gardena Classic 680 B
  • Amboss-Astschere Berger 4270
  • Bypass-Astschere Siena Garden Premium
  • Bypass-Astschere Bauhaus Getriebeastschere
  • Bypass-Astschere Original Löwe
  • Bypass-Astschere Gardena Comfort 650 BT mit Teleskopfunktion

Drei Astscheren mĂŒssen sich mit dem Urteil „Befriedigend“ abfinden, zwei mit der Note „Mangelhaft“, darunter auch ein Modell von Obi und aus dem Discounter Lidl. Was Stiftung Warentest an diesen Testkandidaten auszusetzen hat, ist in Heft 7/2015 und online unter test.de nachzulesen. Einen Ratgeber ĂŒber Gartenscheren finden Sie auf dieser Seite.

Die besten GĂ€rtner-Tipps:

1. Nutzen Sie Teleskopscheren, benötigen Sie durch die grĂ¶ĂŸere Hebelwirkung nur einen geringen Kraftaufwand auch bei dicken Gehölzen. Zudem wird weit oben oder ganz am Boden befindliches Holz leicht schneidbar – ohne dass Sie im Hocken oder auf der Leiter arbeiten mĂŒssen.
2. FĂŒr trockene, harte Hölzer besser eine Astschere nehmen als eine Gartenschere. Das spart Kraft und schont die Werkzeuge.

Fazit: Wollen Sie dauerhaft von Ihrer Garten- oder Astschere profitieren, sollten Sie auf etablierte Markenartikel setzen. Denn nur die ließen sich ohne großen Kraftaufwand benutzen und hielten den Dauerbelastungen im Test stand. GĂŒnstigere Noname-Produkte zeigten dagegen deutliche Verschleißerscheinungen vor der Zeit: So brachen bei einigen Modellen die Griffe, andere konnten nicht mehr schneiden, da sich die Klingen spreizten.

FĂŒr alle Scherenarten gilt daher: Finger weg von Billig-, Discounter- und Baumarkt-Modellen! Die Scheren von Lidl, Kaufland, Netto und Obi schnitten im Test allesamt mit einer mangelhaften Wertung ab. Eine schlechte Verarbeitung und die geringe Haltbarkeit fĂŒhrten dazu, dass keine der Scheren die DauerprĂŒfung ĂŒberstand. Reparaturen waren nicht möglich, da keine Ersatzteile hierfĂŒr im Handel erhĂ€ltlich sind. Der gĂŒnstige Anschaffungspreis von ca. 3 bis 20 Euro zeigt deutlich, dass hier an der QualitĂ€t gespart wurde.


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