Gartenschere kaufen: Infos über Arten, Ver­wen­dungs­zweck und gute Modelle

Wenn im Frühling die Grashalme sprießen und sich die ersten Blätter zeigen, beginnt auch wieder die Gartenarbeit-Saison. Eine gute Gartenschere ist dabei der beste Freund des Gärtners: Egal, ob Sie die Hecke schneiden oder den Rasen trimmen, Ihre Rosen pflegen oder Ihren Buchsbaum in Form bringen möchten – für alle Aufgaben gibt es das passende Spezialgerät. Welche Scheren Sie für welchen Einsatzzweck brauchen und worauf Sie beim Kauf achten sollten, verrät Ihnen der Ratgeber auf Produkte im Test. Erfahren Sie auch, welche Gartenscheren in Tests gut abschneiden.

Diese Arten von Gartenscheren gibt es

Heckenscheren

Mit der Heckenschere halten Sie die Trennung zu Nachbars Garten in Schach und trimmen Gartenhecken auf die gewünschte Form. Diese Schere besteht aus einem einzelnen Scherblatt, Schwert genannt, an dem mehrere Messer sitzen. Neben der klassischen manuellen Heckenschere gibt es auch Modelle mit Akku-, Benzin- und Elektro-Antrieb, etwa von Gardena oder Stihl. Diese sollen die Arbeit noch ein wenig einfacher machen. Wichtig bei der Auswahl ist die Schnittlänge der Scheren: Eine hohe Schnittlänge ist praktisch für lange Gartenhecken. In verwinkelten Bereichen leistet dagegen eine kürzere Schnittlänge bessere Dienste.

Je stärker und dicker die Äste der Hecke sind, umso höher sollte die Schnittstärke der Schere sein: Möchten Sie sehr alte, verholzte Gartenhecken schneiden, wählen Sie Modelle, bei denen die einzelnen Messer weiter auseinandersitzen. Für einen möglichst geraden Zuschnitt junger Hecken empfehlen sich Scheren mit eng beieinander sitzenden Messern.

Das ETM Testmagazin hat in Ausgabe 4/2014 Heckenscheren getestet. Am besten schnitt die Fiskars Quantum Getriebe-Heckenschere HS 102 ab (Note „Sehr gut“, etwa 50 Euro, hier erhältlichFiskars Quantum Getriebe-Heckenschere HS 102 bei Amazon). Der Testsieger überzeugte unter anderem mit einem sauberen Schnitt und kraftvollem Getriebe. Platz 2 ging an die Bahco Heckenschere P57-25-W-F (Note „Sehr gut“). Das Modell ist mit einer wellenförmig geschliffenen Klinge und ergonomischen Griffen aus Holz ausgestattet. Letztere sorgen dafür, dass die Heckenschere gut und sicher in der Hand liegt.

Kleinere Hecken lassen sich auch sehr gut mit einer mechanischen Heckenschere schneiden – das bestätigt ein Test in ‚selbst ist der Mann‘. Zwölf Heckenscheren hat das Heimwerker-Magazin in Heft 4/2013 geprüft, darunter auch zwei Teleskopscheren. Beste Heckenschere im Test war die Freund Classicline 1954 (um 40 Euro, hier erhältlichFreund Classicline 1954). Der „sehr gute“ Testsieger sei zwar schwer, aber sehr gut abgestimmt und habe ein sehr gutes Schnittverhalten. Platz 2 belegte die Freund Classicline 1912 (Note „sehr gut“). Die Heckenschere überzeugte mit gutem Schnittverhalten.

Astscheren

Foto: Gardena

Foto: Gardena

Mit den dicken Ästen sehr alter Hecken und ausgewachsener Bäume können es Heckenscheren nicht mehr aufnehmen – Sie brauchen eine Astschere. Die Handhabung erfordert ein wenig Übung. Gewöhnliche Astscheren erfordern beim Durchtrennen von dicken Ästen einen relativ hohen Kraftaufwand. Leichter wird die Arbeit mit einer Astschere mit Seilzug. Je dicker die Äste sind, umso stärker sollten auch die Scheren sein.

Selbst ist der Mann (Ausgabe 8/2012) hat zwanzig Astscheren überprüft, darunter zehn Bypass-Scheren und zehn Amboss-Scheren. Die besten Astscheren im Test waren von Fiskars. So wurden gleich zwei Geräte des Herstellers zum Testsieger gekürt: Fiskars PowerGear L98 (etwa 30 Euro, Note „sehr gut“, hier erhältlichFiskars PowerGear L98 bei Amazon) und Fiskars PowerGear L99 (etwa 55 Euro, Note „sehr gut“, hier erhältlichFiskars PowerGear L99 bei Amazon). Platz 2 inklusive „Empfehlung“ ging an die Bypass-Schere Fiskars PowerGear L92 (rund 30 Euro, Note „sehr gut“). Platz 3 belegte die Gardena 870 BL 659 (etwa 120 Euro, Note „gut“, hier erhältlichGardena 870 BL 659 bei Amazon).

Das ETM Testmagazin hat ebenfalls Astscheren getestet. Verglichen wurden sieben Bypass-Astscheren zum scharfen, präzisen Schneiden von Steckhölzern, Rosen und am grünen Holz sowie neun Amboss-Astscheren für den Schnitt am toten Holz. Testsieger bei den Amboss-Scheren wurde die Felco 231 (Note „sehr gut“, um 120 Euro, hier erhältlichFelco 231). Beste Bypass-Schere war die Löwe 21080 (Note „gut“).

Stiftung Warentest hatte in Ausgabe 8/2010 große Astscheren für dickeres Holz und kleine Gartenscheren für Stängel und Zweige getestet: Die Gardena Comfort Smart Cut (Note 1,8, ab 20 Euro, hier erhältlichGardena Comfort Smart Cut bei Amazon) wurde zur besten Einhandschere gekürt. Bei den Astscheren hatten die Fiskars PowerGear (Note 1,7, ab 30 Euro, hier erhältlichFiskars PowerGear) und die Wolf Garten RS 830 (Note 1,7) die Nase vorn.

Baumscheren

Foto: Gardena

Foto: Gardena

Eine Baumschere verfügt über einen Schnittkopf, wie ihn auch Astscheren verwenden, der an einem besonders langen Stiel sitzt; man nennt sie daher auch Teleskop-Astschere. Auch die Äste besonders hoher Bäume können Sie mit diesen Modellen vom Boden aus beschneiden – das ist sicherer als die Arbeit auf der Leiter.

Eine gute Teleskop-Astschere können Sie über einen Seilzug bedienen, was den erforderlichen Kraftaufwand minimiert. Hochwertige Modelle sind leicht und besitzen einen Scherkopf, den Sie individuell und stufenlos auf die Dicke der Äste einstellen können. Je größer der Anwendungsradius, umso flexibler können Sie die Schere einsetzen. Im Test der Stiftung Warentest, Ausgabe 10/2002, überzeugten diese fünf Baumscheren mit sehr gutem Schnittbild und Schneidverhalten:

  • Fiskars Schneidgiraffe  (um 50 Euro)
  • Gardena Combi-System Baumschere 35AL (um 40 Euro)
  • Gardena Combi-System Baumschere S (um 40 Euro)
  • Wolf RC-VM multi-star Amboss-Baumschere (um 50 Euro)
  • Wolf RC-M multi-star Amboss-Baumschere (um 40 Euro)

Grasscheren

Foto: Gardena

Foto: Gardena

Mit einer Grasschere trimmen Sie die Ränder Ihres Rasens und bringen die Ecken auf die richtige Länge, die der Rasenmäher nicht erreicht. Wieder haben Sie die Auswahl zwischen kleinen, manuell betriebenen Scheren und Modellen mit Akku-Motor. Während Sie sich mit manuellen Scheren ins Gras begeben müssen, arbeiten Sie mit Akku-Scheren mit Teleskop-Stange rückenfreundlich und bequem. Eine manuelle Grasschere können Sie dafür genauer führen und die Modelle sind kostengünstiger.

Gute Grasscheren gibt es zum Beispiel von AL-KO, Gardena und Ikra, wie ein Vergleich in der Zeitschrift Haus & Garten Test zeigt. Zwölf Grasscheren mit Akku zum Schneiden von Gras, Wildwuchs und Sträuchern wurden in den Garten geschickt. Über den Testsieg durfte sich die AL-KO GS 3,7 Li (Note „Sehr gute“, um 60 Euro, hier erhältlichAl-Ko GS 3,7 Li bei Amazon) freuen. Auch die Akku-Grasscheren Ikra Mogatec GBS 9054 LI, Plantiflor AGS 72-1 LI T und Gardena ClassicCut 8885 (um 60 Euro, hier erhältlichGardena ClassicCut 8885 bei Amazon) erreichten eine „sehr gute“ Testnote.

Buchsbaumscheren

Buchsbaumhecken sollen nicht nur ordentlich aussehen, viele Gartenfreunde trimmen sie auf fantasievolle Formen. Eine Buchsbaumschere verfügt über besonders feine Scherblätter, die Sie genau durch die Hecke führen können. Dank scharfer Scheren ist der erforderliche Kraftaufwand gering. Die Schnittlänge ist eher gering, um ein sehr exaktes Ergebnis zu erzielen. Eine „sehr gute“ Buchsbaumschere erhalten Sie mit dem Modell HS-B von Wolf-Garten (ab 20 Euro, hier erhältlichModell HS-B von Wolf-Garten bei Amazon). Laut selbst ist der Mann hält die Schere „das Schnittgut sicher fest, verhindert das Herausrutschen während des Schneidens und ist dank der Kurzklingen mit integriertem Astabschneider sehr wendig.“

Rosenscheren

Mit einer Rosenschere pflegen Sie Ihre Rosen, entfernen alte Blüten und altes Blattwerk. Die kleinen Scheren liegen gut in der Hand, die Scherblätter sind sehr kurz, dafür sehr kräftig und gebogen. So lassen sich einzelne dünne Äste dicht am Stamm abtrennen. Scharfe Klingen und eine gute Hydraulik verringern den nötigen Kraftaufwand. Die Rosenschere eignet sich bedingt auch für die Pflege anderer Pflanzen. Um die Scherblätter nicht zu beschädigen, sollten Sie allerdings keine zu dicken Äste damit schneiden. Die meisten Modelle eignen sich für Astdicken bis 25 mm. Das Handwerker-Magazin selbst hat in der Vergangenheit zahlreiche Modelle getestet. Besonders gut schnitten zum Beispiel die Gardena Comfort Amboss 8787-20 (ab 18 Euro, hier erhältlichGardena Comfort Amboss 8787-20 bei Amazon), Bahco Ergo PG-M2-F (um 30 Euro, hier erhältlichBahco Ergo PG-M2-F bei Amazon) und Gardena Classic Rebenschere 8757-20  (ab 10 Euro, hier erhältlichGardena Classic Rebenschere 8757-20 bei Amazon) ab.

Bypass- oder Amboss-Schere?

Bei Gartenscheren unterscheidet man zwischen zwei Modellen: Bei einer Bypass-Schere gleiten zwei scharfe Klingen aneinander vorbei. Diese Scheren schneiden daher sehr präzise und verletzen die Pflanze nur wenig. Allerdings ist ein höherer Kraftaufwand erforderlich. Eine Bypass-Schere eignet sich vor allem für Rosen und lebendes, grünes Holz.

Eine Amboss-Schere hat nur eine schneidende Klinge und den Amboss als stumpfes Gegenstück. Die Bedienung erfordert vergleichsweise wenig Kraft, quetscht die Schnittfläche allerdings und verletzt die Pflanze stärker. Diese Scheren eignen sich daher vor allem für totes Holz.

Welche Gartenschere ist die richtige für Sie?

Welche Gartenscheren Sie für Ihre Gartenarbeit brauchen, hängt natürlich sehr von der jeweiligen Bepflanzung ab:

  • Rosenscheren sind für Garten- und Balkonfreunde fast unverzichtbare Allrounder, mit denen Sie Blumen pflegen und einzelne, dünne Äste durchtrennen.
  • Wer einen Rasen hat, kann auf die Grasschere kaum verzichten. Rückenfreundlicher arbeiten Sie mit Modellen mit Teleskopstab.
  • Zur Heckenpflege benötigen Sie natürlich Heckenscheren; für kleine Flächen reichen manuell betriebene Modelle. Bei langen Hecken erleichtern Akku- oder Benzinmotor die Arbeit.
  • Astscheren sind in jedem Garten mit Baumbestand ein sinnvolles Werkzeug.
  • Eine Baumschere empfiehlt sich bei sehr hohen Bäumen.
  • Buchsbaumscheren letztlich wenden sich vor allem an Buchsbaumfreunde.

Tipp: Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Gartenschere gut in der Hand liegt, rutschfeste Griffe hat und sich mit möglichst wenig Kraftaufwand bedienen lässt. Je leichter die Schere ist, umso leichter fällt auch die Gartenarbeit. Die Scherblätter sollten robust verarbeitet sein und aus gehärtetem Stahl bestehen.

Fazit: Wer auf scharfe Klingen, hochwertige Verarbeitung und gute Handhabung seiner Gartenscheren achtet, erleichtert sich in Zukunft die Gartenarbeit enorm.

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