Zuhause Blutdruck messen: 13 Blutdruckmessgeräte im Test

Wer seinen Blutdruck kontrollieren will, möchte dafür nicht immer zum Arzt gehen. Schneller geht es mit Blutdruckmessgeräten für zuhause. Eine Vielzahl solcher Geräte sind im Angebot. Wer sich unsicher ist, welches Blutdruckmessgerät er kaufen sollte, findet im aktuellen Test von Stiftung Warentest Rat (Heft 11/2018). Die Tester haben insgesamt 13 Blutdruckmessgeräte auf die Probe gestellt, darunter acht Geräte für die Messung am Oberarm und sieben Geräte für das Handgelenk. Die Ergebnisse sind allerdings ernüchternd: Nur ein einziges Blutdruckmessgerät im Test erreicht die Note „Gut“. Alle Testkandidaten schwächeln bei der Messgenauigkeit, selbst die besten Geräte weichen um bis zu 7,5 mmHg von der Vergleichsmessung eines Arztes ab. Sieben Geräte messen sogar nur „ausreichend“. Dabei schneiden die Geräte für das Handgelenk im Test noch schlechter ab als die Messgeräte für den Oberarm.

Welches Blutdruckmessgerät ist zu empfehlen?

Das beste Blutdruckmessgerät für den Oberarm kommt von Braun

Als einziges Blutdruckmessgerät im Test erhält das Braun ExactFit 5 (etwa 65,00 Euro) die Note „Gut“. Auch der Testsieger schwächelt allerdings bei der Messgenauigkeit und der Störanfälligkeit. Beide Kategorien beurteilt Stiftung Warentest nur mit der Note „Befriedigend“. Dafür lässt sich das Gerät leicht anwenden und erweist sich im Falltest als stabil. Zum Lieferumfang gehören zwei Manschetten, eine für eher dünne, eine für kräftige Oberarme.

Die Ergebnisse für das Braun ExactFit 5 im Überblick:
+ Handhabung
Messgenauigkeit
Störanfälligkeit

Merkmale:
Messung in der Aufpumpphase
Anzeige von unregelmäßigen Herzschlägen
Anzeige zum Einordnen der Messwerte
Manschettengröße: 22 cm bis 32 cm, 32 cm bis 42 cm
Batterien: 4 x AA
Messdauer: 39 Sekunden


Visomat: Einfache Handhabung und sehr stabil

Das Visomat Double Comfort (etwa 60,00 Euro) ist ein sehr stabiles Blutdruckmessgerät für den Oberarm, das sich einfach bedienen lässt. Die Messgenauigkeit lässt jedoch etwas zu wünschen übrig. Das Gesamturteil lautet daher „Befriedigend“.

Die Ergebnisse für das Visomat Double Comfort im Überblick:
+ Störanfälligkeit
+ Handhabung
Messgenauigkeit

Merkmale:
Anzeige von unregelmäßigen Herzschlägen
Anzeige zum Einordnen der Messwerte
Manschettengröße: 23 cm bis 43 cm
Batterien: 4 x AA
Messdauer: 46 Sekunden


Boso: Schnelle Messung und sehr einfache Bedienung

Das Boso Medicus Family 4 (etwa 45,00 Euro) misst den Blutdruck innerhalb von 35 Sekunden. Damit gehört das Blutdruckmessgerät für den Oberarm zu den schnellsten Geräten im Test. Im Falltest ist es stabil, zudem lässt es sich leicht bedienen. Das Gerät speichert Messwerte für bis zu vier Personen. Jedoch misst es nicht sehr genau und kann Bedienfehler nicht ausgleichen. Dafür gibt es von der Stiftung Warentest die Gesamtnote „Befriedigend“.

Die Ergebnisse für das Boso Medicus Family 4 im Überblick:
+ Handhabung
Messgenauigkeit
Störanfälligkeit

Merkmale:
Anzeige von unregelmäßigen Herzschlägen
Anzeige zum Einordnen der Messwerte
Manschettengröße: 22 cm bis 42 cm
Batterien: 4 x AA
Messdauer: 35 Sekunden


Geräte für den Oberarm: Medisana nur „ausreichend“

Die Note „Befriedigend” geht auch an

  • das Omron M400 (etwa 43,00 Euro),
  • das Beurer BM 28 (etwa 31,50 Euro),
  • das Aponorm Professionell Touch (etwa 79,50 Euro) und
  • das Sanitas SBM 18 (etwa 27,40 Euro).

Das Omron lässt sich durch die feste Form leicht anlegen. Beurer speichert Werte für bis zu vier Personen. Aponorm vereinfacht die Bedienung mit einem großen Display und großen Ziffern, Sanitas misst den Blutdruck in nur 29 Sekunden. Die Messwerte sind jedoch bei allen Geräten etwas ungenau, vor allem bei Bedienfehlern. Das Medisana MTP Pro (etwa 46,00 Euro) erreicht sogar nur die Note „Ausreichend“. Neben der ungenauen Messung kritisiert Stiftung Warentest auch die kleine Manschette, die nur für einen Oberarmumfang von maximal 32 Zentimetern ausreicht.


Omron bietet das beste Blutdruckmessgerät für das Handgelenk

Kein Blutdruckmessgerät für das Handgelenk erreicht im Test eine bessere Note als „Befriedigend“. Die überzeugendsten Ergebnisse bietet das Omron RS6 (etwa 50,00 Euro). Sensoren zeigen, ob sich das Blutdruckmessgerät auf Herzhöhe befindet. Es misst bereits beim Aufpumpen.

Die Ergebnisse für das Omron RS6 im Überblick:
+ Handhabung
Messgenauigkeit
Störanfälligkeit

Merkmale:
Messung in der Aufpumpphase
Anzeige von unregelmäßigen Herzschlägen
Anzeige zum Einordnen der Messwerte
Manschettengröße: 13,5 cm bis 21,5 cm
Batterien: 2 x AAA
Messdauer: 48 Sekunden


Braun: Stabiles Gerät mit einfacher Handhabung

Das Braun VitalScan 3 (etwa 35,00 Euro) ist relativ dick und stabil. Die Messgenauigkeit ist „befriedigend“. Es gibt keine Möglichkeit, Messwerte für verschiedene Nutzer zu speichern. Auch eine Skala zur Einordnung der Messwerte fehlt. Insgesamt vergibt Stiftung Warentest die Note „Befriedigend“.

Die Ergebnisse für das Braun VitalScan 3 im Überblick:
+ Handhabung
Messgenauigkeit
Störanfälligkeit

Merkmale:
Anzeige von unregelmäßigen Herzschlägen
Manschettengröße: 13,5 cm bis 21,5 cm
Batterien: 2 x AAA
Messdauer: 42 Sekunden


Vier Geräte für das Handgelenk sind „ausreichend“

Das Aponorm Mobil Slim (etwa 39,00 Euro) ist angenehm dünn, die Manschette reicht für einen Handgelenksumfang bis 23 Zentimeter, zudem misst das Gerät bereits beim Aufpumpen. Die Messwerte sind allerdings recht ungenau. Das Sanitas SBC 15 (etwa 15,30 Euro) ist das günstigste Blutdruckmessgerät im Test, weist aber ebenfalls recht schlechte Messwerte und eine geringe Wiederholungsgenauigkeit auf. Gleiches gilt für das Medisana BW 315 (etwa 25,00 Euro). Das Visomat Handy Express (etwa 35,00 Euro) misst zwar bereits beim Aufpumpen, liefert aber ebenfalls nur ungenaue Messwerte. Für alle Geräte gibt es die Note „Ausreichend“.


Blutdruck selbst messen: So geht es richtig

  • Setzen Sie sich vor dem Blutdruck messen hin und entspannen Sie für etwa 5 Minuten.
  • Legen Sie die Manschette direkt auf der Haut an und achten Sie darauf, dass sie weder zu fest noch zu locker sitzt.
  • Messen Sie am Handgelenk, muss sich dieses während der Messung auf Herzhöhe befinden.
  • Während der Messung sollten Sie nicht reden, sich nicht bewegen und auch nicht die Beine übereinander schlagen.
  • Führen Sie die Messung immer am selben Arm durch. Ihr Arzt hilft Ihnen, den richtigen Arm zu ermitteln.
  • Notieren Sie die Messwerte, zum Beispiel in einem Blutdruckpass.

Welche Blutdruckwerte sind normal?

Bei der Messung werden zwei Werte angezeigt, der systolische Wert (oberer Wert) und der diastolische Wert (unterer Wert).

  • Optimal: oberer Wert unter 120, unterer Wert unter 80.
  • Normal: oberer Wert zwischen 120 und 129, unterer Wert zwischen 80 und 84.
  • Hochnormal: oberer Wert zwischen 130 und 139, unterer Wert zwischen 85 und 89.
  • Leichter Bluthochdruck: oberer Wert zwischen 140 und 159, unterer Wert zwischen 90 und 99.
  • Mittelschwerer Bluthochdruck: oberer Wert zwischen 160 und 179, unterer Wert zwischen 100 und 109 vor.
  • Schwerer Bluthochdruck: oberer Wert ab 180, unterer Wert ab 120.

Blutdruck ohne Medikamente senken

Sind Ihre Werte leicht erhöht? So senken Sie Ihren Blutdruck ohne Medikamente:

  • Übergewicht ist eine häufige Ursache für Bluthochdruck. Um Ihre Werte zu senken, sollten Sie versuchen, Ihr Gewicht zu reduzieren.
  • Regelmäßige Bewegung hilft ebenfalls dabei, den Blutdruck ins Gleichgewicht zu bringen. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie dreimal die Woche für 30 bis 45 Minuten Ausdauersport betreiben.
  • Achten Sie außerdem auf eine abwechslungsreiche, frische Ernährung mit viel Obst und Gemüse und geringem Salzgehalt. Fast Food ist bei Bluthochdruck eher ungeeignet.
  • Alkohol sollten Sie nicht mehr als zwei- bis dreimal pro Woche zu sich nehmen.
  • Außerdem können stressreduzierende Maßnahmen wie Muskelrelaxion nach Jacobson und autogenes Training dabei helfen, den Blutdruck zu senken.

Fazit: Welches Blutdruckmessgerät kaufen? Welches Blutdruckmessgerät ist zu empfehlen? Einzig das Braun ExactFit5 kann im aktuellen Test von Stiftung Warentest überzeugen (Heft 11/2018). Doch selbst der Testsieger liefert keine ganz genauen Messergebnisse. Besser schneiden die Geräte aus dem Vorjahrestest ab. Stiftung Warentest empfiehlt weiterhin das Omron RS2, das Boso Medistar+ und das Boso Medicus S.

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