Inhaltsverzeichnis
Ein Wildtier kreuzt den Weg, ein lautes Geräusch schreckt den Hund auf oder das Gartentor bleibt einen Moment offen – selbst ein gut erzogener Hund kann in solchen Situationen plötzlich seinem Jagd- oder Fluchttrieb folgen und weglaufen. Für viele Hundehalter beginnt dann eine emotionale Achterbahnfahrt. Ein GPS-Tracker kann in solchen Momenten wertvolle Hilfe leisten: Er zeigt den Standort des Hundes an und erleichtert so die Suche nach dem entlaufenen Vierbeiner.
Ob das mit dem MOVA SureTrack Pro tatsächlich funktioniert, haben wir über mehrere Wochen mit Bailey ausprobiert. Der Schäferhund-Mix trug den Tracker bei normalen Spaziergängen ebenso wie bei gezielten Ortungsversuchen. Dabei wollten wir nicht nur wissen, wie genau seine Position angezeigt wird, sondern auch, wie stabil die Verbindung bleibt, wie lange der Akku hält und ob Funktionen wie Geofence, Licht, Signalton und Sprachübertragung im Alltag tatsächlich helfen.
Das Wichtigste vorweg: Bailey ließ sich per GPS verfolgen und wiederfinden. Die Ortung war meist auf rund fünf Meter genau, die Position aktualisierte sich allerdings deutlich langsamer als von MOVA angegeben. Schwächen zeigten sich vor allem beim Geofence und bei der Streckenaufzeichnung.
Hinweis: MOVA hat uns den SureTrack Pro für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf unsere Testergebnisse und Bewertung hatte der Hersteller keinen Einfluss.

Preis und Abo
Der SureTrack Pro kostete zum Zeitpunkt unseres Tests 99 Euro. Für die Mobilfunkverbindung wird zusätzlich ein Abo benötigt. Die ersten 30 Tage sind kostenlos, anschließend stehen Laufzeiten von einem, zwei oder drei Jahren zur Auswahl. Dafür werden derzeit 96, 160 beziehungsweise 220 Euro fällig. Auf den Monat gerechnet sind das je nach Tarif zwischen 8 und 6,11 Euro.
Die laufenden Kosten halten wir grundsätzlich für vertretbar, weil die entscheidende Funktion – die GPS-Ortung des Hundes – in unserem Test funktioniert hat. Einige zusätzliche Funktionen liefen allerdings weniger zuverlässig, als wir es uns bei einem längerfristig bezahlten Dienst wünschen würden.
Befestigung und Tragekomfort
Der 36,4 Gramm schwere und 52 × 36 × 22 Millimeter große Tracker ließ sich einfach und sicher an Baileys Halsband befestigen. Bailey selbst störte sich nicht an dem Gerät – weder beim Rennen und Toben noch beim Fressen oder Liegen. Eine
Einschränkung gibt es bei der Befestigung: Die Halterung ist nur für Halsbänder bis drei Zentimeter Breite geeignet. Gerade größere Hunde tragen jedoch häufig breitere Halsbänder. Dann lässt sich der SureTrack Pro mit der vorgesehenen Halterung nicht befestigen.

Laut MOVA ist der SureTrack Pro nach IP67 gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschützt. Einen Schwimm- und Tauchtest haben wir nicht durchgeführt. Spaziergänge im Regen waren für den SureTrack Pro aber kein Problem.
Bedienung und Funktionen
Ganz reibungslos verlief die erste Einrichtung nicht. Der Button zur Registrierung ließ sich zunächst nicht anklicken, später funktionierte die Anmeldung dann doch. Danach konnten wir den Tracker ohne Probleme hinzufügen. Bis der SureTrack Pro in der App schließlich als online angezeigt wurde, mussten wir allerdings noch etwas warten.
In der App selbst fanden wir uns schnell zurecht. Die Kartenansicht ist übersichtlich, der Akkustand gut sichtbar und auch der Gehmodus lässt sich ohne Umwege starten – gerade bei einer Suche ein wichtiger Punkt. Die übrigen Einstellungen wirkten insgesamt logisch aufgebaut, und die App reagierte während unseres Tests zügig.
Verbesserungsbedarf sehen wir bei der deutschen Oberfläche. Teilweise begegneten uns englische Begriffe, holprige Übersetzungen und vereinzelt sogar chinesische Zeichen. Auch die Geofence-Einstellung mussten wir zunächst suchen. Gerade eine Sicherheitsfunktion sollte aus unserer Sicht schnell zu finden sein.
![]() | ![]() |
| Die App ist grundsätzlich übersichtlich aufgebaut. Bei der Einrichtung und in einzelnen Menüs begegneten uns allerdings englische und teilweise chinesische Bezeichnungen. | |
Für die Suche auf den letzten Metern bietet der SureTrack Pro Licht und Signalton. Hat die GPS-Ortung bereits in die Nähe des Hundes geführt, macht das Licht den Tracker bei Dunkelheit besser sichtbar. Der Signalton erleichtert es, einen Hund hinter einem Busch oder im hohen Gras zu lokalisieren. Bailey selbst reagierte auf das ungewohnte Geräusch allerdings zunächst deutlich irritiert.
Auch Sprachbefehle lassen sich über den Tracker wiedergeben. Damit ein Hund darauf sinnvoll reagiert, muss er den jeweiligen Befehl kennen und entsprechend trainiert worden sein. Ein Kommando wie „Nach Hause“ kann auf dem eigenen Grundstück funktionieren, wenn für den Hund klar ist, welches Ziel damit gemeint ist. An einem unbekannten Ort hilft ihm ein solcher Befehl eher nicht. Bei Bailey sorgte die plötzlich aus seinem Halsband kommende Stimme zunächst für Irritation.
Daneben bietet der SureTrack Pro eine Anruffunktion. Im Test nahm der Tracker den Anruf automatisch entgegen, sodass wir eine direkte Audioverbindung herstellen konnten. Praktisch ist das vor allem, um Umgebungsgeräusche wahrzunehmen oder Menschen anzusprechen, die sich in der Nähe des Hundes befinden. Straßenverkehr, eine Baustelle oder Kirchenglocken können zusätzliche Hinweise auf seinen Aufenthaltsort liefern.
Neben der Ortung zeigt die App Aktivitätsdaten und Aufenthaltsorte an. Bereiche, an denen Bailey länger blieb, wurden auf der Karte farblich hervorgehoben; auch die tägliche Aktivitätszeit wirkte in unserem Test plausibel. Spaziergänge müssen allerdings gezielt über die Gehfunktion gestartet werden. Wie zuverlässig die Strecken anschließend aufgezeichnet wurden, zeigt sich im nächsten Abschnitt.
GPS-Ortung und Akkulaufzeit
Die GPS-Ortung des SureTrack Pro funktionierte in unserem Test zuverlässig. Baileys Position wurde meist mit einer Abweichung von rund fünf Metern angezeigt, je nach Situation waren es etwa ein bis zwei oder bis zu zehn Meter. Bis die erste zuverlässige Position erschien, vergingen rund 30 Sekunden. Auch bei einem stillstehenden Tracker sprang der angezeigte Standort gelegentlich um einige Meter.
Für die aktive Suche nutzten wir den Gehmodus. Dabei zeigt die App gleichzeitig den eigenen Standort und den des Hundes an. Während sich unser Smartphone-Standort praktisch in Echtzeit bewegte, aktualisierte sich Baileys Position meist erst nach 20 bis 30 Sekunden. MOVA nennt unter optimalen Bedingungen Aktualisierungen im Abstand von fünf Sekunden – diesen Wert erreichten wir nicht. Für die Suche reichte die Genauigkeit dennoch aus: Wir konnten erkennen, in welche Richtung sich Bailey bewegte, ihm auf der Karte folgen und ihn schließlich wiederfinden. Bei einem unserer Suchversuche mussten wir den Gehmodus allerdings einmal neu starten, danach funktionierte die Ortung wieder.
Auch an unterschiedlichen Orten zeigte der Tracker Baileys Position zuverlässig an. Selbst an einem Platz mit schwächerem Mobilfunkempfang konnten wir keine eindeutige Verschlechterung feststellen. Weniger zuverlässig war dagegen die Streckenaufzeichnung: Rund 80 Prozent unserer gestarteten Spaziergangsaufzeichnungen brachen vorzeitig ab.
Nicht überzeugen konnte uns der Geofence. Dafür legten wir in der App einen sicheren Bereich fest und ließen eine Testperson mit dem Tracker die markierte Zone verlassen. Die Ortung selbst funktionierte dabei weiterhin: In der App konnten wir sehen, dass sich der Tracker außerhalb des festgelegten Bereichs befand. Selbst rund 250 Meter außerhalb der Zone erhielten wir jedoch keine Warnung. Wir wiederholten den Versuch mehrfach – eine Benachrichtigung löste der Geofence dabei nie aus. Gerade das ist problematisch, denn die Funktion soll den Hundehalter automatisch informieren, wenn der Hund den sicheren Bereich verlässt, ohne dass dafür ständig die App geöffnet und kontrolliert werden muss, wo sich der Hund befindet.
![]() | ![]() |
| Im Geofence-Test ließ sich die Position des Trackers in der App weiterhin erkennen. Eine automatische Warnung beim Verlassen des sicheren Bereichs erhielten wir jedoch nicht. | |
Bei der Akkulaufzeit blieb der SureTrack Pro unter der Herstellerangabe. MOVA nennt bis zu sieben Tage im Energiesparmodus, im normalen Alltag mit Bailey hielt der Tracker bei uns etwa zwei bis drei Tage. Wer ihn dauerhaft am Halsband lässt, muss ihn also regelmäßig laden. Ob und wie stark intensives Live-Tracking die Laufzeit zusätzlich verkürzt, haben wir nicht separat getestet.
Unser Fazit zum MOVA SureTrack Pro
Der MOVA SureTrack Pro eignet sich für Hundehalter, die ihren Hund per GPS orten und wiederfinden möchten, wenn er weggelaufen ist. Diese Kernaufgabe erfüllte der Tracker in unserem Test zuverlässig, auch wenn sich die Position langsamer aktualisierte als von MOVA angegeben. Verbesserungsbedarf sehen wir beim Geofence und bei der Streckenaufzeichnung, die in unserem Praxistest nicht zuverlässig funktionierten.
Unser Urteil: zuverlässige GPS-Ortung mit Schwächen bei einzelnen Zusatzfunktionen.
Danksagung: Wir bedanken uns bei Tereza Maisch, Hundetrainerin aus Berlin, für die praktische Unterstützung bei unserem Test.
Unser Tester Bailey sucht ein neues Zuhause
Unser vierbeiniger Tester Bailey sucht übrigens selbst noch seinen festen Platz. Der dreijährige Schäferhund-Mix stammt ursprünglich aus Rumänien und lebt derzeit auf einer Pflegestelle in 15378 Rüdersdorf.

Bailey ist sportlich und aktiv, wünscht sich aber eher ein ruhiges Zuhause. Gut vorstellen können wir uns für ihn ein Haus mit Hof oder Grundstück, auf dem er auch etwas aufpassen darf. Mit anderen Hunden versteht er sich, kleine Kinder und Katzen sollten in seinem neuen Zuhause dagegen nicht leben.
Und weil Bailey den SureTrack Pro nun ausführlich getestet hat, darf der GPS-Tracker beim Umzug in sein neues Zuhause gleich mitkommen. Sein neuer Besitzer bekommt den MOVA SureTrack Pro kostenlos dazu.
Weitere Informationen über Bailey, Fotos und die Möglichkeit, ihn kennenzulernen, gibt es bei Teddy Farms: Bailey bei Teddy Farms
Häufige Fragen zum MOVA SureTrack Pro
Wie genau ist die Ortung des MOVA SureTrack Pro?
In unserem Praxistest lag die GPS-Ortung meist bei einer Abweichung von rund fünf Metern. Je nach Situation waren es etwa ein bis zwei oder bis zu zehn Meter.
Braucht der MOVA SureTrack Pro ein Abo?
Ja. Nach den ersten 30 kostenlosen Tagen ist für die Mobilfunkverbindung ein kostenpflichtiges Abo erforderlich. Zum Testzeitpunkt kosteten die Tarife je nach Laufzeit zwischen 6,11 und 8 Euro pro Monat.
Wie lange hält der Akku des MOVA SureTrack Pro?
Im normalen Alltag hielt der Akku in unserem Test etwa zwei bis drei Tage. MOVA gibt im Energiesparmodus eine Laufzeit von bis zu sieben Tagen an.
Funktioniert der Geofence des MOVA SureTrack Pro zuverlässig?
In unserem Test nicht. Obwohl sich der Tracker bei mehreren Versuchen deutlich außerhalb des festgelegten sicheren Bereichs befand, erhielten wir keine automatische Warnung.
Your page rank:















