Winterreifen für Klein- und Kompaktwagen: Die GTÜ empfiehlt 10 Pneus

Nach dem langen Sommer scheinen Schnee und Eis noch in weiter Ferne zu liegen. Tatsächlich werden die Winter in Deutschland immer milder. Wer neue Winterreifen kaufen möchte, sollte daher nicht nur deren Fahrverhalten auf verschneiter Strecke beachten. Ebenso wichtig ist das Handling bei Regenwetter. Wie gut aktuelle Winterreifen mit den unterschiedlichen Witterungen zurechtkommen, hat die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) zusammen mit dem ACE getestet. Ebenfalls im Test: drei Ganzjahresreifen. Alle Reifen entsprechen der Größe 185/65 R15 für Klein- und Kompaktwagen. Unter den neun Winterreifen im Test sticht der Continental WinterContact 860 TS mit seinen guten Fahreigenschaften hervor und sichert sich die Bewertung „sehr empfehlenswert“. Auch der Ganzjahresreifen von Continental überzeugt und bekommt die Bestnote.

Die besten Winterreifen für die Kompaktklasse

Unter den Winterreifen setzt sich der Continental WinterContact TS 860 (etwa 240 Euro für vier Reifen) durch. Seine Fahr- und Bremseigenschaften überzeugen auf verschneiter sowie auf trockener Strecke. Auf nasser Fahrbahn gehört er zu den besten Winterreifen für Klein- und Kompaktwagen im Test. Beim Bremsen aus Tempo 80 kommt er bereits nach 34 Metern zum Stehen. Für die GTÜ ist er damit „sehr empfehlenswert“.

Die Ergebnisse für den Continental WinterContact TS 860 im Überblick:
++ Sicherheit auf Schnee
++ Sicherheit auf nasser Fahrbahn
++ Sicherheit auf trockener Fahrbahn
+ Wirtschaftlichkeit und Umwelt
+ Preis


Der Nokian-Winterreifen bietet gute Sicherheit auf Schnee

Auf verschneiter Strecke kann auch der Nokian WR D4 (etwa 240 Euro für vier Reifen) überzeugen. Mit der Wertung „empfehlenswert“ erreicht er den 2. Platz im Winterreifen-Test. Auf trockener Fahrbahn zeigt er ebenfalls ein gutes Fahr- und Bremsverhalten. Auf nasser Strecke ist der Bremsweg allerdings relativ lang.

Die Ergebnisse für den Nokian WR D4 im Überblick:
++ Sicherheit auf Schnee
+ Sicherheit auf nasser Fahrbahn
++ Sicherheit auf trockener Fahrbahn
++ Wirtschaftlichkeit und Umwelt
++ Preis


Goodyear kommt auf nasser Strecke schnell zum Stehen

Der Goodyear UltraGrip 9 (240 Euro für vier Reifen) kann genau wie der Testsieger von Continental auf nasser Strecke glänzen. Auch er steht beim Bremsen aus Tempo 80 bereits nach 34 Metern. Auf trockener Strecke erweist er sich ebenfalls als sicher, auf Schnee könnte das Handling allerdings besser sein. Die GTÜ vergibt das Urteil „empfehlenswert“.

Die Ergebnisse für den Goodyear UltraGrip 9 im Überblick:
+ Sicherheit auf Schnee
++ Sicherheit auf nasser Fahrbahn
++ Sicherheit trockener Fahrbahn
+ Wirtschaftlichkeit und Umwelt
+ Preis


Weitere empfehlenswerte Winterreifen für die Kompaktklasse

Auf verschneiter Strecke sind Fahrer von Kompakt- und Kleinwagen auch mit

Der Dunlop lässt sich auf trockener Strecke etwas schwierig handeln. Auf nasser Strecke könnte das Handling aller vier Winterreifen besser sein. Vor allem bei Dunlop, Kumho und Bridgestone ist der Bremsweg auf nasser Fahrbahn vergleichsweise lang. Alle vier sind „empfehlenswert“.


Pirelli und Conda nur „bedingt empfehlenswert“

Als nur „bedingt empfehlenswert“ bewertet die GTÜ den Pirelli Cinturato Winter (etwa 312 Euro für vier Reifen) und den Kenda Wintergen 2 (etwa 204 Euro für vier Reifen). Der Winterreifen von Pirelli zeigt deutliche Schwächen auf Schnee und lange Bremswege auf trockener Strecke. Der Kenda kommt auf nasser Strecke erst nach einem langen Bremsweg zum Stehen und zeigt Schwächen beim Aquaplaning.


Die besten Ganzjahresreifen für Klein- und Kompakt-Pkw

Wer bei starkem Schneetreiben das Auto stehen lässt, kann statt Winterreifen auch Ganzjahresreifen kaufen. Der Continental All Season Contact (etwa 328 Euro für vier Reifen) ist eine gute Wahl. Er verhält sich auf Schnee ebenso sicher wie die empfehlenswerten Winterreifen. Auch auf nasser Strecke überzeugt das Handling, auf trockener Straße ist der Bremsweg vergleichsweise lang. Das Gesamturteil lautet „sehr empfehlenswert“.

Die Ergebnisse für den Continental All Season Contact im Überblick:
++ Sicherheit auf Schnee
++ Sicherheit auf nasser Fahrbahn
+ Sicherheit auf trockener Fahrbahn
++ Wirtschaftlichkeit und Umwelt
+ Preis


Nokian ist vor allem auf nasser Fahrbahn gut

Der Nokian Weatherproof (ab 240 Euro für vier Reifen) spielt seine Stärken vor allem auf nasser Fahrbahn aus. Auf trockener Strecke beträgt der Bremsweg 48 Meter und bewegt sich damit eher auf dem Niveau von Winterreifen. Auf Schnee sind Handling, Traktion und Bremsverhalten allerdings nicht ganz so gut. Insgesamt gibt es noch das Urteil „empfehlenswert“.

Die Ergebnisse für den Nokian Weatherproof im Überblick:
+ Sicherheit auf Schnee
++ Sicherheit auf nasser Fahrbahn
+ Sicherheit auf trockener Fahrbahn
+ Wirtschaftlichkeit und Umwelt
++ Sicherheit auf Schnee Preis


Michelin: Sehr gutes Fahrverhalten auf trockener Strecke

Bei Temperaturen von über 10 °C kommt der Michelin Cross Climate+ (ab 300 Euro für vier Reifen) nach nur 40 Metern zum Stehen. Als Sommerreifen und für milde Winter im Flachland ist er damit ideal. Weniger gut verhält er sich auf Schnee und auf nasser Fahrbahn. Für die GTÜ ist der Ganzjahresreifen noch „empfehlenswert“, allerdings nicht für den Urlaub in den Alpen.

Die Ergebnisse für den Michelin im Überblick:
Sicherheit auf Schnee
Sicherheit auf nasser Fahrbahn
++ Sicherheit trockener Fahrbahn
+ Wirtschaftlichkeit und Umwelt
+ Preis


So hat die GTÜ getestet

Die GTÜ testete alle Winterreifen und Ganzjahresreifen auf verschneiter, trockener und nasser Strecke. Um den Bremsweg zu messen, wurden die Wagen aus Tempo 80 heraus zum Stehen gebracht. Das Handling bewerteten die Tester sowohl anhand der Rundenzeit als auch anhand des subjektiven Empfindens. Darüber hinaus flossen Eigenschaften wie der Rollwiderstand und das Vorbeifahrgeräusch in die Wertung ein.

Format: DIN A4 quer

Winterreifen kaufen und wechseln: 4 Tipps

  • Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch (hier finden Sie einen Beitrag über Schneeketten), Eis- oder Reifglätte gilt laut Straßenverkehrsordnung situative Winterreifen-Pflicht. Wer ohne Winterreifen unterwegs ist, muss ein Bußgeld von mindestens 60 Euro zahlen. Bei stärkerer Behinderung werden 80 Euro fällig, zudem gibt es einen Punkt in Flensburg.
  • Anfang 2018 ist zudem eine neue Winterreifen-Pflicht in Kraft getreten: Alle Winterreifen müssen nun das das Bergpiktogramm mit dem Schneeflocken-Symbol tragen. Autofahrer haben aber noch bis 2024 Zeit, um umzurüsten.
  • Wer seine Winterreifen selbst wechseln möchte, sollte zuvor das Profil prüfen. Vorgeschrieben ist ein Mindestprofil von 1,6 mm, der ADAC empfiehlt 4 mm.
  • Haben Sie die Winterreifen in der Vorsaison bereits genutzt, kommen die Reifen, die dann auf der Vorderachse aufgezogen waren, an die Hinterachse und umgekehrt.

Fazit: Winterreifen bewähren sich auf verschneiter Strecke. Mit Schnee und Eis haben die Winterreifen im Test der GTÜ kaum Probleme. Auf nasser Fahrbahn kommen sie aber manchmal ins Schleudern. Auch ein Ganzjahresreifen überzeugt, für Winterwetter empfehlen GTÜ und ACE aber weiterhin vollwertige Winterreifen.

Ihre Meinung zu "Winterreifen für Klein- und Kompaktwagen: Die GTÜ empfiehlt 10 Pneus"

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.