Skihelm kaufen: Worauf Sie unbedingt achten sollten

Rasante Abfahrten auf Pisten, KunststĂŒcke mit dem Snowboard: Keine Frage, Wintersport macht Spaß. Ein Spaß, der nicht immer ungefĂ€hrlich ist und manchmal zu schweren Verletzungen fĂŒhrt. Doch wie der ADAC erklĂ€rt, können rund 85 Prozent aller schwerwiegenden SchĂ€del- und Hirnverletzungen durch einen Skihelm vermieden werden. Nicht umsonst gilt auf vielen europĂ€ischen Pisten eine Helmpflicht – insbesondere fĂŒr Kinder. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich auch um einen guten und tatsĂ€chlich stabilen Helm handelt. Ebenfalls wichtig ist eine gute Skibrille: Sie schĂŒtzt vor Niederschlag, Wind und Sonne. Was mĂŒssen Sie beim Kauf beachten? Welche Skihelme fĂŒr Herren und Damen sind gut, welche Modelle fĂŒr Kinder empfehlenswert? Die Antworten lesen Sie hier.

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Welche Arten von Skihelmen gibt es?

Beim Kauf von Ski- und Snowboardhelmen sind zahlreiche Details zu beachten: So gibt es zum Beispiel zwei unterschiedliche Schutzklassen, Klasse A und Klasse B. Skihelme der Klasse A sind Vollschalenhelme, die bis ĂŒber die Ohren und auf die SchlĂ€fen reichen. Der Rundumschutz sitzt sicher auf dem Kopf und wird vor allem von Kindern und Rennfahrern bevorzugt. Helme der Klasse A haben aber auch Nachteile: Durch die Vollschalenform lassen sich GerĂ€usche von außen schlechter wahrnehmen. Skihelme der Schutzklasse B sind Halbschalenhelme mit separaten Ohrpolstern. Sie sind besser belĂŒftet als Helme der Klasse A, viele Skifahrer bevorzugen sie zudem wegen ihres höheren Tragekomforts.

Neben der Schutzklasse unterscheiden sich Skihelme auch noch in der verwendeten Technologie:

Hardshell-Helme haben eine dicke Außenschale aus Karbon oder Hartplastik, die mit der inneren Schale aus EPS-Schaum verklebt ist. Dazwischen liegt das BelĂŒftungssystem.

Beim In-Mold-Verfahren werden Außenschale und DĂ€mmmaterial unablösbar miteinander verbunden. Die Helme sind dadurch besonders leicht und robust.

Hybridhelme verbinden die Technologie von Hardshell- und In-Mold-Helmen. Sie sind leichter als Hardshell-Helme und werden vor allem im Rennsport eingesetzt.

Softshell-Helme sind noch selten. Die Technologie lehnt sich an Fahrradhelme an – Hersteller Giro bietet einen Helm mit Vinyl-Nitril-Schaumstoffeinlage, die AufschlĂ€ge absorbieren und daher besonders schlagfest sein soll.

MIPS steht fĂŒr „Multi-Directional Impact Protection System“, eine Innovation aus Schweden. Eine zusĂ€tzliche Schicht trennt Schale und DĂ€mmung. Beim Aufprall kann der Helm rotieren und sich besser der Kopfform anpassen.

Foto: Tomas Marek | Dreamstime

Foto: Tomas Marek | Dreamstime

Skihelme mĂŒssen zudem den gesetzlichen Richtlinien der EU und Deutschlands entsprechen. Als persönliche SchutzausrĂŒstung unterliegen sie der EU-Richtlinie 89/686/EWG. Beim Kauf sollten Sie außerdem auf das CE-Kennzeichen beachten, das nachweist, dass der Helm den europĂ€ischen Richtlinien entspricht. Die genaue Kennzeichnung lautet CE EN 1077 (hier erfahren Sie mehr zum Thema).

Anforderungen an Ski- und Snowboardhelme

Der Kinnriemen ist wichtig fĂŒr einen sicheren Sitz des Helms. Er sollte mindestens 15 mm breit sein, eine feste Verbindung mit der Helmschale ist Voraussetzung. Gepolsterte Riemen sind besonders komfortabel. DarĂŒber hinaus sollte sich der Kinnriemen leicht öffnen und schließen lassen. Die Helme mĂŒssen vor der Zulassung einen Aufschlagtest bestehen, um Bruchsicherheit zu gewĂ€hrleisten. Die Haltbarkeit hochwertiger Helme liegt bei rund drei bis fĂŒnf Jahren – anschließend sollten sie ausgetauscht werden.

Das Gewicht liegt je nach Modell zwischen 500 und 700 Gramm; je leichter der Helm, umso angenehmer lĂ€sst er sich auch ĂŒber lange Strecken tragen. Damit weder Schweiß ausbricht noch der Kopf auskĂŒhlt, sind Helme mit regulierbarer BelĂŒftung von Vorteil. Der Helm darf zudem das Hör- und Sehvermögen nicht einschrĂ€nken. Um diese wichtigen Details zu testen, sollten Sie den Helm unbedingt im Fachhandel auswĂ€hlen und eine professionelle Anpassprobe vornehmen lassen. Hochwertige Skihelme fĂŒr Kinder wachsen am besten mit, durch ein verstellbares Helmsystem.

Soll ein Skihelm optimalen Schutz bieten, muss er natĂŒrlich optimal passen, auch mit Skibrille. Daher empfiehlt es sich, Helm und Skibrillen direkt zusammen zu kaufen, so lĂ€sst sich gleich die passende Kombination zusammenstellen. BrillentrĂ€ger nehmen ihre Brille zur Anprobe selbstverstĂ€ndlich mit. Es gibt auch spezielle Skihelme fĂŒr BrillentrĂ€ger, die nicht auf die BĂŒgel drĂŒcken, etwa von Alpina und Uvex.

Tipps fĂŒr den Kauf von Skibrillen

Skibrillen sind das zweite Accessoire, das fĂŒr unbeschwerten Winterspaß nicht fehlen darf. Folgende Anforderungen sollte eine gute Skibrille erfĂŒllen:

  • zuverlĂ€ssiger UV-Schutz, da die Sonne auf verschneiten Berggipfeln stĂ€rker reflektiert;
  • eine dem Wetter angepasste Tönung: Verspiegelte GlĂ€ser schĂŒtzen gut vor der Sonne, rote oder orange GlĂ€ser bieten gute Sicht bei trĂŒbem Wetter. Braune oder graue GlĂ€ser eignen sich fĂŒr klaren Himmel;
  • das optimale Sichtfeld liegt bei etwa 160°: Diese Panoramabrillen bieten gute Rundumsicht und sind noch besser durchlĂŒftet;
  • doppelte Verglasung verhindert Zugluft; gut durchlĂŒftet mĂŒssen die Brillen allerdings sein, sonst beschlagen sie. Anti-Fog-Beschichtungen oder Ventilatoren sollen dem vorbeugen;
  • um Verletzungen vorzubeugen, muss die Brille aus bruchfestem Material hergestellt sein. Empfehlenswert sind Brillen aus flexiblem Kunststoff mit elastischen, verstellbaren BĂ€ndern und doppelter Verglasung.

Skibrillen sollten Sie nur mit speziellen BrillenputztĂŒchern reinigen. Schnee können Sie einfach ausklopfen. Hochwertige Brillen bringen zudem eine BroschĂŒre mit Tipps zur Reinigung und Pflege mit.

Welche Skihelme und Skibrillen sind empfehlenswert?

Foto: Uvex | p1us

Foto: Uvex | p1us

Stiftung Warentest hat fĂŒr Heft 12/2016 zehn Ski- und Snowboardhelme fĂŒr Erwachsene ausfĂŒhrlich getestet. Alle Modelle im Test waren Halbschalenhelme fĂŒr Freizeit-SkilĂ€ufer. Der Fokus lag auf der StoßdĂ€mpfung und der Durchstichfestigkeit. Sechs der getesteten Helme erhalten die Note „Gut“. Testsieger wurde der Casco SP-6 Airwolf (etwa 200 Euro, hier erhĂ€ltlichCasco SP-6 Airwolf bei Amazon). Der Skihelm ĂŒberzeugte mit hoher StoßdĂ€mpfung und einem gut schließenden Riemensystem. Die Verarbeitung ist hochwertig. Die LĂŒftung lĂ€sst sich allerdings nicht schließen.

Der Ski- und Snowboardhelm Uvex p1us (ab 60 Euro, hier erhĂ€ltlichUvex p1us bei Amazon) ist dem Test zufolge sehr bequem. Er bietet eine hohe StoßdĂ€mpfung und einen guten Unfallschutz. Bei der Fahrt dĂ€mpft der recht leichte Helm allerdings die UmgebungsgerĂ€usche. Platz 3 ging an den Giro Nine Mips (ab 100 Euro, hier erhĂ€ltlichGiro Nine Mips bei Amazon). FĂŒr das geringe Gewicht, die hohe StoßdĂ€mpfung und die gute Verarbeitung gab es die Note „Gut“. Hier lesen Sie den vollstĂ€ndigen Testbericht.

Der Verein fĂŒr Konsumenteninformation, die österreichische Partnerorganisation der Stiftung Warentest, hat im Dezember 2014 Skihelme mit integriertem Visier geprĂŒft – zwei erreichten die Gesamtnote „Gut“. Bester Skihelm im Test war der Uvex hlmt 300 (um 200 Euro, hier erhĂ€ltlichUvex hlmt 300 bei Amazon). Platz 2 belegte der 400 Euro teure HMR H2 mit Visier V0097.

Foto: Uvex | Hypersonic

Foto: Uvex | Hypersonic

Stiftung Warentest hat in Ausgabe 12/2012 Skihelme fĂŒr Damen und Herren getestet. Zu den besonders empfehlenswerten Skihelmen gehören der Testsieger Atomic Xeed Ritual (um 120 Euro, hier erhĂ€ltlichAtomic Xeed Ritual bei Amazon), Uvex Hypersonic (um 130 Euro, hier erhĂ€ltlichUvex Hypersonic bei Amazon) und Wintex Elite V44 Racing Gear (jeweils Note „Gut“).

Skihelme fĂŒr Kinder schneiden im Test der Stiftung Warentest, Heft 1/2010, nicht ganz so gut ab. Nur zwei von zwölf getesteten Kinderhelmen erhielten das Urteil „Gut“: der Giro Slingshot (um 50 Euro, hier erhĂ€ltlichGiro Slingshot bei Amazon) und der Uvex X-Ride Junior (um 50 Euro, hier erhĂ€ltlichUvex X-Ride Junior bei Amazon). Unter den Skibrillen fĂŒr Kinder erreichte die Brille Scope Graphic den ersten Platz, gefolgt von der Anon Majestic, der Smith Gambler Air und der Giro Chico.

Im Heft 1/2013 hat Stiftung Warentest 13 Skibrillen mit Wechselscheibe unter die Lupe genommen. Beste Skibrille im Test war die Uvex Comanche Take Off (um 140 Euro, hier erhĂ€ltlichUvex Comanche Take Off bei Amazon, Note „Sehr gut“). Platz 2 ging an die „gute“ Alpina Panoma Magnetic (um 100 Euro, hier erhĂ€ltlichAlpina Panoma Magnetic bei Amazon). Auch die drittplatzierte Uvex Take Off (um 90 Euro, hier erhĂ€ltlichUvex Take Off bei Amazon) erreichte ein „gutes“ Ergebnis.

Der ADAC hat im Skihelmtest 2010 insgesamt 16 Wintersport-Helme fĂŒr Damen und Herren auf der Piste und im Labor untersucht. 13 Modelle ĂŒberzeugten mit der Gesamtnote „Gut“, allen voran der vergleichsweise gĂŒnstige HEAD Sensor (um 90 Euro, hier erhĂ€ltlichHEAD Sensor bei Amazon). Auf Platz 2 landete der Salomon Impact Costum Air (um 120 Euro, hier erhĂ€ltlichSalomon Impact Costum Air bei Amazon).

Fazit: Beim Skifahren ist Sicherheit Trumpf – die Investition in einen hochwertigen Snowboard- und Skihelm und in gute Skibrillen lohnt sich daher. Wie die Tests von ADAC und Stiftung Warentest zeigen, muss gute QualitĂ€t dabei nicht zwangslĂ€ufig teuer sein, auch preiswertere Modelle können durch stabile Bauweise und gute BelĂŒftung punkten.


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