Im Test: Stiftung Warentest ermittelt die besten Saugroboter

Einfach nur saugen ist vielen Staubsauger-Robotern nicht mehr genug. Die Geräte lassen sich per App programmieren, scannen per Lasertechnik den Raum und schicken auf Wunsch Videos oder Fotos aufs Handy, verschlüsselt und in Echtzeit. Doch wie gut kommen sie eigentlich ihrer Hauptaufgabe nach und entfernen Schmutz von Hartboden und Teppich? Wer einen Saugroboter kaufen will, muss schließlich einige Hundert Euro investieren. Da sollten die Geräte auch eine ordentliche Reinigungsleistung bieten. Um die besten Modelle zu ermitteln, mussten sich acht Saugroboter im Test der Stiftung Warentest bewähren (Heft 3/2019). Nur zwei der Testkandidaten reinigen tatsächlich gut: die Modelle von Vorwerk und AEG. Selbst die besten Saugroboter im Test können mit einem guten Bodenstaubsauger nicht mithalten. Täglich eingesetzt, sorgen sie aber immerhin für optisch saubere Böden.

Letzte Aktualisierung am 10.12.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Beworbene Produkte (Anzeige) / Amazon-Partnerlinks

Saugrobotor im Vergleich: Vorwerk und AEG reinigen am besten

Der teuerste Staubsauger-Roboter im Test ist auch der beste: Der Vorwerk Kobold VR300 (etwa 950 Euro) entfernt zuverlässig Schmutz von Hartböden und Teppich. Groben Schmutz auf Hartboden beseitigt er sogar „sehr gut“. Mit Hilfe von Lasertechnik navigiert er zudem systematisch durch den Raum und findet nach dem Saugen schnell zur Basisstation zurück. Per App können für jeden Tag Startzeiten festgelegt werden, außerdem lassen sich Barrieren definieren, die der Sauger umfahren soll. Das Sendeverhalten der Apps beurteilen die Tester als unkritisch. Staub hält der Saugroboter von Vorwerk eher schlecht zurück. Stromverbrauch und Lautstärke sind zudem recht hoch. Die Bedienung und das Leeren des Staubbehälters gestalten sich etwas kompliziert. Insgesamt vergibt Stiftung Warentest die Note „Gut“.

Die Ergebnisse für den Vorwerk Kobold VR300 im Überblick:
+ Reinigen
+ Navigation
+ unkritisches Datensendeverhalten der Apps
Handhabung
Umwelteigenschaften

Merkmale:
Gewicht: 4,2 kg
Volumen Staubbehälter: 0,4 l
Hindurchfahren: minimale Höhe/ Breite: 9 cm/ 35,5 cm
maximale Stufenhöhe: überfahren/ herunterfahren: 2 cm/ 3,2 cm
mit Zeitprogrammierung
mit Ladestation
Raumbegrenzung über App möglich
Ladezeit des Akkus: 164 min
Laufzeit des Akkus: 37 min


Der Saugroboter von AEG reinigt ebenfalls zuverlässig

Foto: AEG I RX9-1-IBM

Deutlich günstiger als der Testsieger, aber trotzdem „gut“ ist der AEG RX9-1-IBM (etwa 660 Euro). Insbesondere Hartboden reinigt er ordentlich. Die 0,7 Liter fassende Staubbox reicht dabei auch für größere Flächen oder mehrere Einsätze aus. Auch der AEG-Saugroboter navigiert systematisch durch den Raum, lässt im Prüfraum aber einige Flächen aus. Bevor der Akku nach etwa 50 Minuten leer ist, fährt er rechtzeitig zur Ladestation zurück. Der Aktionsradius lässt sich nicht begrenzen. Per App können allerdings Reinigungspläne erstellt werden, außerdem lässt sich auf dem Smartphone eine Karte der gereinigten Fläche anzeigen. Der Stromverbrauch ist vergleichsweise gering, allerdings hält der Saugroboter Staub eher schlecht zurück. Zudem senden die Apps mehr Daten als nötig an den Hersteller.

Die Ergebnisse für den AEG RX9-1-IBM im Überblick:
+ Reinigen
+ Navigation
Handhabung
Umwelteigenschaften
kritisches Datensendeverhalten der Apps

Merkmale:
Gewicht: 2,7 kg
Volumen Staubbehälter: 0,7 l
Hindurchfahren: minimale Höhe/ Breite: 9,5 cm/ 34,5 cm
maximale Stufenhöhe: überfahren/ herunterfahren: 1,8 cm/ 2,2 cm
mit Zeitprogrammierung
mit Ladestation
Ladezeit des Akkus: 235 min
Laufzeit des Akkus: 50 min


Alle weiteren Staubsauger-Roboter reinigen höchstens „befriedigend“

Fünf Saugroboter erhalten im Testbericht der Stiftung Warentest die Note „Befriedigend“. Der Samsung VR2GM7070 WS/EG (etwa 605 Euro) reinigt auf Hartboden die Ecken gut und kommt nah an Kanten heran. Auf Teppichboden entfernt er mit seiner Rundbürste Staub und Schmutz jedoch nicht zuverlässig genug. Seitenbürsten fehlen. Darüber hinaus weist er den höchsten Stromverbrauch im Test auf. Der iRobot Roomba 960 (etwa 485 Euro) entfernt groben Schmutz und Fasern zuverlässig, lässt jedoch viel Staub liegen und kommt nicht gut in die Ecken eines Raumes hinein.

Ebenfalls „befriedigend“ ist der Dyson 360 Eye (etwa 870 Euro). Staub kann er vor allem von Hartboden zuverlässig entfernen, für groben Schmutz eignet er sich weniger. Das Datensendeverhalten der Apps ist unkritisch. Im Dunkeln hat der Saugroboter jedoch Probleme, seine Ladestation zu finden. Auch der Miele Scout RX2 Home Vision (etwa 690 Euro) reinigt nur mittelmäßig. Sein Pluspunkt: Während er saugt, sendet er verschlüsselte Videobilder ans Smartphone. Das kann auch der LG VRH950 MSPCM (etwa 670 Euro). Ist die Überwachungsfunktion aktiviert, sendet er zudem Fotos, wenn seine Sensoren Bewegung registrieren. Seine Reinigungsleistung ist jedoch ebenfalls nur mittelmäßig. Mit einem Mikrofaser-Mopp befreit er Hartböden allerdings gut von Staub.

Der Evocats Deebot 900 (etwa 405 Euro) ist der günstigste Saugroboter im Test von Stiftung Warentest. Er arbeitet leise und navigiert wie der Testsieger mit Hilfe von Laserstrahlen durch den Raum. Dabei lässt er jedoch einige Flächen aus und reinigt eher schlecht. Im Test bleiben so gut 20 Prozent des verstreuten Mineralstaubs liegen. Auch groben Schmutz entfernt er nicht gründlich. Daher reicht es nur für die Note „Ausreichend“.


Saugroboter kaufen: Worauf Sie achten sollten

  • Beachten Sie bei der Auswahl Ihres Saugroboters die Bodenbeläge in Ihrer Wohnung. Muss der Saugroboter vorrangig Hartboden oder Teppich reinigen?
  • Lassen Sie den Saugroboter laufen, wenn Sie zu Hause sind, empfiehlt sich ein leises Gerät.
  • Sind Sie viel unterwegs, lohnt sich ein Saugroboter, der sich per App programmieren lässt und Bilder aus der Wohnung aufs Smartphone sendet.
  • Haustierbesitzer profitieren von einem Saugroboter mit guter Faseraufnahme und leicht zu entnehmenden Rundbürsten, die sich einfach reinigen lassen.
  • Kommt der Saugroboter in Zimmern mit vielen elektronischen Geräten und Kabeln oder anderen kritischen Bereichen zum Einsatz, empfiehlt sich ein Modell, bei dem sich Sperrzonen einrichten lassen.

Fazit: Vorwerk und AEG bieten empfehlenswerte Saugroboter. Einen guten Bodenstaubsauger können sie zwar nicht ersetzen, täglich eingesetzt erleichtern Saugroboter aber die Hausarbeit. Im Testbericht von Stiftung Warentest (Heft 3/2019) stellen sich der Vorwerk Kobold VR300 und der AEG RX9-1-IBM als Testsieger heraus.