Ratgeber Häcksler: Tipps und Infos rund um den nützlichen Gartenhelfer

Foto: Bosch | AXT 25 TC

Foto: Bosch | AXT 25 TC

Es gibt kaum etwas Schöneres, als im Sommer im eigenen Garten zu sitzen und die Sonne zu genießen. Doch ein eigener Garten macht auch jede Menge Arbeit: Sie müssen nicht nur Rasen mähen (hier erfahren Sie mehr zum Thema), sondern auch Bäume und Sträucher in Form bringen. Äste und Zweige sind zu groß und sperrig für die Biotonne. Da ist es von Vorteil, wenn Sie einen Gartenhäcksler zur Hand haben: Die Geräte verarbeiten das Schnittgut sprichwörtlich zu Kleinholz. Die gehäckselten Gartenabfälle können Sie wiederum weiterverwenden, zum Beispiel als nährstoffreichen Dünger für Ihre Beete und Ihren Rasen. Welche Häcksler-Arten gibt es? Worin unterscheiden sich Messer- und Walzenhäcksler? Und welche Häcksler sind gut? Der folgende Ratgeber gibt den Überblick.

Messer- oder Walzenhäcksler: Das sind die Unterschiede

Gartenhäcksler sind elektrische Geräte, die Strauch- und Astschnitt zerkleinern. Die Geräte bestehen in der Regel aus einem Trichter, in den Sie das Schnittgut einfüllen, und einem Auffangkorb für das Häckselgut. Häcksler für den Hausgebrauch gibt es in zwei unterschiedlichen Systemen:

Messerhäcksler zerkleinern Gartenabfälle mit schnell rotierenden, scharfen Messern. Sie zerlegen auch größere Äste und liefern zumeist sehr fein zerkleinertes Häckselgut. Die Geräte arbeiten schnell, ermöglichen einen hohen Durchsatz, sind aber vergleichsweise laut. Äste und Stämme müssen Sie selbst nachschieben. Sie verstopfen zudem relativ schnell und müssen vergleichsweise häufig gewartet werden, da Sie die Messer regelmäßig wechseln sollten. Gute Modelle erhalten Sie zum Beispiel von Atika oder Bosch, zu Preisen ab 100 Euro – nach oben sind die Preisgrenzen offen, abhängig von Auffangvolumen und Leistung des Geräts.

Walzenhäcksler arbeiten mit einer gezackten Walze. Diese zieht das Schnittgut selbsttätig ein und drückt es gegen eine massive Platte. Gartenabfälle werden also nicht zerschnitten, sondern zerdrückt. Das Häckselgut fällt dadurch wesentlich gröber aus als beim Gartenhäcksler mit Messern. Geräte mit Walze arbeiten langsamer, sind dafür leiser und werden auch als Leisehäcksler bezeichnet. Auch der Wartungsaufwand ist geringer: Geräte mit Walze verstopfen zudem weniger schnell, lediglich nasses Schnittgut kann die Walze verstopfen. Hochwertige Modelle gibt es beispielsweise von AL-KO und Einhell. Die Preise beginnen bei etwa 200 Euro.

Die unterschiedlichen Antriebsarten

Häcksler unterscheiden sich nicht nur in ihrer Methode der Schnittgutzerkleinerung, sondern auch nach Art des verwendeten Motors. Elektro-Häcksler gibt es in unterschiedlichen Leistungsklassen: Geräte mit Wechselstrom arbeiten mit 220 Volt bzw. 2 bis 2,5 Kilowatt, und eignen sich für kleinere Zweige und Äste sowie Blätter. Darüber hinaus gibt es Starkstromhäcksler mit 380 Volt, die auch größere Äste zuverlässig zerkleinern – es muss allerdings ein passender Starkstromanschluss vorhanden sein. Das Fangsackvolumen beträgt in der Regel 50 bis 60 Liter. Die Vorteile elektrischer Gartenhäcksler:

  • Sie sind platzsparend.
  • Sie arbeiten relativ leise.
  • Die meisten Geräte verfügen über eine große Trichteröffnung, die Verstopfungen verhindert.
  • Moderne Geräte sind mit einem Rückwärtsgang ausgestattet: Hängt Schnittgut fest, können Sie es leicht herausziehen.
  • Elektro-Häcksler sind kostengünstiger als Modelle mit Benzinmotor.

Günstige Wechselstrom-Modelle bekommen Sie schon ab 100 Euro, Markengeräte von Herstellern wie Bosch oder Makita kosten zwischen 200 und 400 Euro.

Benzin-Häcksler gibt es in verschiedenen Größen und Leistungsstufen, mit unterschiedlich hohem Auffangvolumen. Die Vorteile:

  • Sie sind nicht auf einen Stromanschluss in der Nähe angewiesen.
  • Benzin-Häcksler arbeiten sehr effizient und zerkleinern auch größere, dickere Äste zuverlässig. Sie eignen sich daher auch für größere Gärten und Gartenanlagen mit hohem Baumbestand.

In der Anschaffung sind Benzin-Häcksler allerdings etwas kostspieliger als Elektro-Häcksler. Hochwertige Geräte für den heimischen Garten erhalten Sie beispielsweise von Atika oder VIKING. Die Preise liegen zwischen 550 und 2.000 Euro.

Hammermühle: Holz schnell und einfach zerkleinern

Die Hammermühle ist eine besondere Art von Holzhäcksler. Die Geräte zerkleinern Holzabfälle, Stroh, Papier, Getreide und Heu; eine Trommel mit sogenannten Hammern verarbeitet diese Abfälle zu sehr feinem Mahlgut. Eine Hammermühle ist ein vergleichsweise großes Gerät, das vor allem von landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt wird. Durch große Einfüllöffnungen und schnell rotierende Messer erreichen die Geräte sehr hohe Durchsatzzahlen. Die Elektro-Motoren arbeiten je nach Gerätetyp mit einer Leistung zwischen 45 und 90 kW. Hammermühlen gibt es unter anderem von Pesser oder Berger. Professionelle Modelle kosten rund 10.000 Euro.

Holzhäcksler zerlegen auch sehr große Holzabfälle in handliches Schnittgut. Einige Modelle pressen aus den Abfällen sogar Holzpellets, die für Kamine, Öfen und Heizungsanlagen verwendet werden können. Die Geräte arbeiten mit scharfen Schneidemessern. Wie Hammermühlen sind sie sehr groß, erreichen hohe Durchsatzzahlen – und sind vor allem für den professionellen Einsatz in Fortsbetrieben und Gärtnereien geeignet. Modelle gibt es beispielsweise von Hafera und der Matthias Rau GmbH. Die Preise liegen zwischen 1.000 und 3.000 Euro.

Welche Gartenhäcksler sind gut?

Foto: Bosch | AXT Rapid 2200

Foto: Bosch | AXT Rapid 2200

Das ETM-Testmagazin hat in Ausgabe 11/2014 drei Benzin-Häcksler geprüft. Alle Modelle überzeugten mit einem „sehr guten“ oder „guten“ Gesamtergebnis im Test. Testsieger und Preis-/Leistungssieger wurde der DENQBAR DQ-0231 (um 600 Euro). Er punktete insbesondere mit starken 5,1 kW. Selbst dicke Äste zerkleinert der Häcksler mühelos. Das Häckselgut hat eine sehr gute Qualität und eignet sich ideal zum Kompostieren.

Platz 2 ging an den kompakten VIKING GB 370 S (um 1.470 Euro). Der Benzin-Häcksler punktete mit komfortabler Handhabung und guten Ergebnissen. Durch seine geringen Betriebslautstärke eignet sich der VIKING GB 370 S auch zum Einsatz in dicht bebauten Wohngebieten. Der drittplatzierte ECHO GHX-180H (um 2.200 Euro) lässt sich bequem durch schmalere Stellen manövrieren und platzsparend unterstellen. Die 2,5 kW Leistung reichen aus, um 65 mm dicke Äste und reichlich Grünschnitt innerhalb kurzer Zeit zu verarbeiten.

Das Verbrauchermagazin Haus & Garten Test hat in Heft 4.2014 vier Walzenhäcksler einem Vergleichstest unterzogen. Bester Leisehäcksler im Test war der Wolf-Garten SDL 2500 EVO (um 250 Euro, hier erhältlichWolf-Garten SDL 2500 EVO bei Amazon). Der insgesamt „sehr gute“ Testsieger von Wolf-Garten überzeugte mit einfacher Handhabung, guter Verarbeitung und sehr guten Funktionen. Platz 2 ging an den AL-KO Easy Crush LH 2800 (um 220 Euro, hier erhältlichAL-KO Easy Crush LH 2800 bei Amazon). Der Silbersieger ist sehr funktional und einfach zu handhaben. Bronze holte der Preis-/Leistungssieger Güde GH 2600 Silent (hier erhältlichGüde GH 2600 Silent bei Amazon). Das rund 160 Euro teure Modell beweise, dass gute Leisehäcksler nicht teuer sein müssen.

In Heft 9/2012 hat das ETM Testmagazin 6 elektrische Gartenhäcksler getestet. Testsieger wurde der VIKING GE 260 S (Note „Gut“). Der Er biete einen hohen Bedienkomfort – sowohl beim Materialeinschub als auch beim Transport, schreiben die Tester. Trockene und feuchte Materialien sowie Blätter werden gut eingezogen und gleichmäßig verarbeitet. Auch der zweitplatzierte Bosch AXT Rapid 2200 (Note „Gut“, um 200 Euro, hier erhältlichBosch AXT Rapid 2200) lässt sich gut bedienen und ist einfach zu transportieren. Der breite Materialeinschub zieht auch verzweigte Äste problemlos ein. Sowohl feuchten als auch trockenen Strauchschnitt verarbeitet der Bosch-Häcksler zügig und gleichmäßig. Verstopfungen kommen hin und wieder vor, lassen sich aber schnell entfernen. Platz 3 ging an den Atika MHA 2800 (um 125 Euro, hier erhältlichAtika MHA 2800). Der elektrische Gartenhäcksler ist kompakt, komfortabel in der Handhabung und macht auch aus dickeren Ästen Kleinholz. Weitere Häcksler-Tests finden Sie hier.

Häcksler kaufen: 5 Tipps

Möchten Sie einen Häcksler kaufen, sollten Sie vor allem darauf achten, welches Gerät zu Ihren Bedürfnissen passt. Nicht nur die reine Motorleistung ist entscheidend: Ein kleiner und leichter Motor mit hohem Drehmoment erzielt manchmal eine bessere Leistung als ein Motor mit hoher Wattzahl.

Weitere Tipps:

  • Für kleine und mittelgroße Gärten im Wohngebiet sind sie mit einem leisen Elektrogerät mit Wechselstrom gut beraten.
  • Mit einem Leisehäcksler mit Walze dürfen Sie auch am Wochenende und an Feiertagen im Garten arbeiten.
  • Für Gärten mit hohem Baumbestand lohnt sich die Anschaffung eines Häckslers mit Starkstrom- oder Benzinmotor.
  • Häcksler mit Walze liefern ideales Schnittgut zum Mulchen, Häcksler mit Messern gutes Schnittgut zum Kompostieren oder als Wegbelag.
  • Natürlich sollten Sie auch auf das GS-Zeichen des TÜVs für geprüfte Sicherheit achten.

Fazit: Nehmen Sie sich für die Auswahl Ihres neuen Gartenhäckslers ausreichend Zeit und berücksichtigen Sie dabei die Größe Ihres Gartens. Beachten Sie beim Kauf außerdem, wofür Sie das Häckselgut nutzen möchten. So finden Sie auch für Ihren Garten den passenden Häcksler.

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