Kein aktueller Saug- und Wischroboter ist ohne Einschränkungen zu empfehlen

Moderne Haushaltshelfer können mehr als nur saugen: Putzroboter versprechen, den Boden von Staub und Krümeln zu befreien und ihn anschließend auch gleich zu wischen. Putzig sehen die kleinen Geräte aus, aber wie gut erledigen sie ihre Aufgabe wirklich? Das hat Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2020) geprüft und sieben Saug- und Wischroboter im Test gegenübergestellt. Bei fünf Testkandidaten handelt es sich um Kombigeräte, die sowohl saugen als auch wischen können. Zwei Geräte sind reine Wischroboter. Wer einen Putzroboter kaufen möchte, muss sich auf Haushaltshelfer mit kleinen Schwächen einstellen. Selbst die besten Putzroboter im Test erhalten nur die Note „Befriedigend“. Die Kombigeräte lassen nach de Saugen oft Staub liegen. Beim Wischtest kommen die Testkandidaten mit angetrocknetem Schmutz wie Senfflecken nur schwer zurecht. Zwei Geräte fallen zudem durch Sicherheitsmängel negativ auf.

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Selbst die besten Kombigeräte sind nur „befriedigend“

Testsieger ist der Putzroboter von Ecovacs

Als bester Putzroboter im Test schneidet der Ecovacs Deebot Ozmo 930 (etwa 390 Euro) ab. Das Kombigerät kann Wischen und Saugen. Hartboden und Teppich reinigt der kompakte Haushaltshelfer im Test recht zuverlässig und überwindet ohne Probleme fast zwei Zentimeter hohe Türschwellen. Angetrockneten Senf wischt er jedoch nur unzureichend auf. Er arbeitet sehr leise und lässt sich per App bedienen, das Datensendeverhalten bewerten die Tester jedoch als „kritisch“. Mit gefülltem Wassertank wiegt er 4,3 Kilo und ist damit der schwerste Saug- und Wischroboter im Test. Insgesamt vergibt Stiftung Warentest die Endnote „Befriedigend“.

Die Ergebnisse für den Ecovacs Deebot Ozmo 930 im Überblick:
+ Navigation
+ Umwelteigenschaften
+ Sicherheit
Saugen
Wischen
Handhabung
kritisches Datensendeverhalten der App

Merkmale:
Gewicht wischbereit: 4,3 kg
Volumen Staubbehälter: 0,2 l
Volumen Wasserbehälter: 0,3 l
wischbare Fläche: mehr als 30m²
Mindesthöhe/ – breite für Hindurchfahrten: 11,0/ 35,9 cm
Maximale Stufenhöhe hochfahren/ herabfahren: 1,8/ 4,2 cm
mit Ladestation
Laufzeit mit vollem Akku: 120 min.
Austausch des Geräteakkus möglich


Der Xiaomi Roborock erreicht den 2. Platz

Platz 2 unter den Saug- und Wischrobotern geht an den Xiaomi Roborock S6 (etwa 515 Euro). Der Saugroboter mit Wischfunktion bewährt sich vor allem auf Hartböden, Teppich saugt er weniger zuverlässig. Er wischt recht gut, angetrockneten Senf kann er allerdings nicht vollständig aufwischen. Der Wassertank ist vergleichsweise klein, doch lassen sich mehr als 30 m² damit wischen. Das insgesamt mit der Note „Befriedigend“ bewertete Gerät birgt zudem ein Sicherheitsrisiko: Ein Kabel mit 230 Volt Netzspannung innerhalb der Ladestation ist nicht doppelt oder verstärkt isoliert, es droht die geringe Gefahr eines Stromschlags.

Die Ergebnisse für den Xiaomi Roborock S6 im Überblick:
+ Navigation
+ Handhabung
+ Umwelteigenschaften
Saugen
Wischen
Sicherheit
kritisches Datensendeverhalten der App

Merkmale:
Gewicht wischbereit: 3,9 kg
Volumen Staubbehälter: 0,4 l
Volumen Wasserbehälter: 0,1 l
wischbare Fläche: mehr als 30m²
Mindesthöhe/ – breite für Hindurchfahrten: 10,5/ 36,5 cm
Maximale Stufenhöhe hochfahren/ herabfahren: 1,6/ 4,2 cm
mit Ladestation
Laufzeit mit vollem Akku: 150 min.


Drei Kombigeräte sind lediglich „ausreichend“

An die drei weiteren Kombigeräte im Test vergibt Stiftung Warentest das Urteil „Ausreichend“:

  • Der Zaco A9s (440 Euro),
  • der Medion MD 18501 (179 Euro) und
  • der Proscenic 790T (279 Euro)

schwächeln vor allem beim Wischen. Der Saug- und Wischroboter von Zaco saugt Hartböden noch zuverlässig, pustet aber viel Staub in die Luft. Gleiches gilt für das Gerät von Medion. Der Proscenic lässt saugt lückenhaft.


Wischroboter: Praktisch, aber mit Schwächen

iRobot setzt sich als Testsieger durch

Foto: iRobot | Braava jet m6

Bestes Gerät in der Kategorie der Wischroboter ist der iRobot Braava jet m6 (665 Euro), das teuerste Gerät im Test. Auch für den Besten gibt es allerdings nur die Note „Befriedigend“. Seine Hauptfunktion erfüllt er gut und wischt Böden zuverlässig. Als einziger Testkandidat spritzt er Wasser, die Funktion kann bei Bedarf abgeschaltet werden. Zur Abwertung führt eine Sicherheitsschwäche: Innerhalb der Ladestation ist ein 230 Volt führendes Kabel nicht doppelt oder verstärkt isoliert.

Die Ergebnisse für den iRobot Braava jet m6 im Überblick:
+ Wischen
+ Navigation
+ Handhabung
+ Umwelteigenschaften
Sicherheit
kritisches Datensendeverhalten der App

Merkmale:
Gewicht wischbereit: 2,9 kg
Volumen Wasserbehälter: 0,4 l
wischbare Fläche: 20 bis 25 m²
Mindesthöhe/ – breite für Hindurchfahrten: 8,6/ 28,0 cm
Maximale Stufenhöhe hochfahren/ herabfahren: 0,4/ 1,0 cm
mit Ladestation
Laufzeit mit vollem Akku: 60 min
Austausch des Geräteakkus möglich


Moneual wischt gut, arbeitet aber mit kleinen Tanks

Der Moneual Everybot RS700 (etwa 239 Euro) ist deutlich günstiger als der Testsieger unter den Wischrobotern und schneidet ebenfalls mit der Note „Befriedigend“ ab. Er wischt ordentlich, kann angetrockneten Senf jedoch nicht entfernen. Die Tanks sind relativ klein und müssen häufig nachgefüllt werden. In schmale Bereiche gelangt der Haushaltshelfer eher schlecht, außerdem erweist er sich als recht laut. Der Wischroboter verfügt über keine App, lässt sich jedoch per Fernbedienung steuern.

Die Ergebnisse für den Moneual Everybot RS700 im Überblick:
+ Wischen
Navigation
Handhabung
Umwelteigenschaften
Sicherheit

Merkmale:
Gewicht wischbereit: 2,3 kg
Volumen Wasserbehälter: 0,1 l
wischbare Fläche: 10 bis 15 m²
Mindesthöhe/ – breite für Hindurchfahrten: 11,1/ 40,0 cm
Maximale Stufenhöhe hochfahren/ herabfahren: 0,4/ 1,0 cm
mit Ladekabel
Laufzeit mit vollem Akku: 120 min
Austausch des Geräteakkus möglich


Putzroboter richtig nutzen: 5 Tipps

  • Lassen Sie den elektronischen Haushaltshelfer zunächst saugen, um Staub, Krümel und Fussel zu entfernen.
  • Haben Sie gekleckert, setzen Sie den Putzroboter möglichst schnell ein. Frische Flecken entfernen die meisten Geräte gut, mit angetrocknetem Schmutz haben sie Probleme.
  • Räumen Sie Ihrem Putzroboter den Weg frei und stellen Sie Stühle hoch.
  • Ränder, Ecken und Scheuerleisten reinigen Sie besser per Hand.
  • Bei starken Verschmutzungen fehlt den Robotern die Möglichkeit, die Lappen auszuwringen. Groben Schmutz entfernen Sie daher ebenfalls besser mit einem gewöhnlichen Putzlappen.

Fazit: Aktuelle Saug- und Wischroboter sind nur mit Einschränkungen zu empfehlen. Keinen der aktuell getesteten Saug- und Wischroboter kann Stiftung Warentest ohne Einschränkungen empfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt der Testbericht in Ausgabe 1/2020 des Testmagazins. Am ehesten überzeugt das Kombigerät von Ecovasc. Die Tester raten Verbrauchern jedoch, auf optimierte Nachfolgemodelle zu hoffen.