Milch-Getreide-Brei für Babys im Test: Hipp schneidet am besten ab

Etwa ab dem 6. Lebensmonat wird der Speiseplan für Babys abwechslungsreicher. Eine Mahlzeit am Tag darf jetzt durch einen Milch-Getreide-Brei ersetzt werden. Viele Eltern vertrauen fertigen Babybreien zum Anrühren oder aus dem Glas. Um herauszufinden, welche sich tatsächlich als Beikost eignen, hat Stiftung Warentest für Heft 9/2019 einige Milch-Getreide-Breie untersucht. Im Vergleich: Zwölf Produkte zum Anrühren und sieben Babybreie aus dem Glas. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus. Nur drei Milch-Getreide-Breie bewerten die Tester mit der Note „Gut“. Viele andere Produkte enthalten zu viel Zucker und zu stark süßendes Fruchtpulver. In einigen Babybreien haben die Tester Schadstoffe nachgewiesen, wenn der Gehalt auch stets knapp unter dem Grenzwert für Beikost liegt. Ganze elf Produkte enthalten das Lösungsmittel Isododecan. Gesundheitsrisiken sind keine bekannt, dennoch gehört das Lösungsmittel nicht ins Essen.

Letzte Aktualisierung am 13.11.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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Milch-Getreide-Brei als Pulver zum Anrühren: Zwei sind „gut“

Hipp Bio-Milchbrei schneidet als Testsieger ab

Bester Babybrei zum Anrühren ist der Hipp Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks (Note „Gut“, etwa 0,79 Euro bei Amazon). Er enthält nur sehr wenig Zucker, Stiftung Warentest lobt die gute ernährungsphysiologische Qualität. Leichte Kritik äußern die Tester an der Verpackung und an der Deklaration. Die Vanille-Note des Babybreis könnte zudem den Geschmackssinn des Babys ungünstig beeinflussen. Hipp hat den Brei nach eigener Aussage jedoch mittlerweile geändert.

Die Ergebnisse für den Hipp Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks im Überblick:
+ ernährungsphysiologische Qualität
+ kaum Einfluss auf Geschmacksprägung
+ enthält keine kritischen Stoffe
+ mikrobiologische Qualität
Handhabung Verpackung
Handhabung Deklaration

Merkmale:
Getreidearten: Weizen, Mais
Preis pro 100 g: 0,79 Euro
Altersempfehlung: ab dem 6. Monat
Brennwert pro 100 g: 1816 kj/ 431 kcal
Gesamtzuckergehalt auf 100 kcal: 8,3 g


Babybrei von dm auf Platz 2

Zweitbester Babybrei im Test der Stiftung Warentest ist der dm Babylove Bio Milchbrei Grieß (Note „Gut“, etwa 2,85 Euro). Das Bio-Produkt enthält sogar noch weniger Zucker als der Babybrei von Hipp, allerdings auch relativ wenig Eisen. Dennoch versorgt dieser Milch-Getreide-Brei das Baby ausgewogen mit Nährstoffen. Kritik gibt es abermals an der Verpackung.

Die Ergebnisse für den dm Babylove Bio Milchbrei Grieß im Überblick:
+ ernährungsphysiologische Qualität
+ kaum Einfluss auf Geschmacksprägung
+ enthält keine kritischen Stoffe
+ mikrobiologische Qualität
+ Deklaration
Handhabung Verpackung

Merkmale:
Getreidearten: Hartweizen
Preis pro 100 g: 0,48 Euro
Altersempfehlung: ab dem 6. Monat
Brennwert pro 100 g: 1756 kj/ 416 kcal
Gesamtzuckergehalt auf 100 kcal: 7,1 g


Viele Babybreie zum Anrühren enthalten Schadstoffe

An acht Milch-Getreide-Breie zum Anrühren vergibt Stiftung Warentest die Note „Befriedigend“, darunter günstige Produkte wie der Bebivita Milchbrei Grieß (etwa 2,95 Euro), der einen sehr hohen Zuckergehalt aufweist, und der vergleichsweise teure Holle Bio-Milchbrei Dinkel (etwa 3,15 Euro). Der Holle-Brei enthält zwar wenig Zucker, jedoch auch wenig Eisen. Die Abwertung kommt in den meisten Fällen durch ein Zuviel an Zucker oder einen Mangel an Mineralstoffen zustande. Der Müller Beauty Baby Bio Milchbrei Banane (etwa 1,29 Euro) schmeckt dagegen zu stark nach Banane, der Milupa Gute Nacht Vollkorn Früchte Milchbrei (etwa 2,95 Euro) enthält den Testern zufolge kritische Stoffe wie Chlorat, die allerdings knapp unter dem zulässigen Grenzwert liegen.

Die Note „Ausreichend“ geht an den Alete Abend-Milchbrei Grießbrei (etwa 2,95 Euro) und an den Rossmann Babydream Guten Abend Milchbrei Hafer-Apfel (etwa 1,67 Euro). Der Reisbrei von Alete weist einen Arsenanteil auf, der nur knapp unter dem Grenzwert für Beikost liegt, der Rossmann Babybrei enthält relativ viel Chlorat.


Milch-Getreide-Brei fertig im Glas: Nur Alnatura überzeugt

Testsieger Alnatura gefällt durch seinen geringen Zuckergehalt

Bester Babybrei im Glas ist der Alnatura Abendbrei Grießbrei pur (Note „Gut“, etwa 0,99 Euro). Das Bio-Produkt enthält nur wenig Zucker und ist frei von kritischen Stoffen. Allerdings fällt auch der Eisengehalt etwas gering aus. Insgesamt stellt der Babybrei aus dem Glas jedoch eine ausgewogene Beikost dar.

Die Ergebnisse für den Alnatura Abendbrei Grießbrei pur im Überblick:
+ ernährungsphysiologische Qualität
+ kaum Einfluss auf Geschmacksprägung
+ enthält keine kritischen Stoffe
+ mikrobiologische Qualität
+ Verpackung
+ Deklaration

Merkmale:
Getreidearten: Weizen
Preis pro 100 g: 0,99 Euro
Altersempfehlung: ab dem 6. Monat
Brennwert pro 100 g: 276 kj/ 66 kcal
Gesamtzuckergehalt auf 100 kcal: 3,8 g


Viele Babybreie im Glas haben eine missverständliche Deklaration

Vier weitere Milch-Getreide-Breie im Glas erhalten die Note „Befriedigend“, z. B. der Hipp Gute Nacht Grießbrei Pur (etwa 1,05 Euro) und der Alete Abendbrei Milchreis Vanille-Zimt (etwa 0,75 Euro). Bei allen „befriedigenden“ Produkten handelt es sich um Bio-Babybreie. Alle fallen zudem durch einen recht geringen Eisenanteil auf, teilweise enthalten sie auch zu wenig Jod und zu viel Zucker. Darüber hinaus kritisiert Stiftung Warentest die oft missverständliche Deklaration: Einige Breie sind als „nach dem 4. Monat“ ausgezeichnet, was Eltern als „ab dem 4. Monat“ deuten könnten.

Der Rossmann Babydream Guten Abend Grießbrei Vanille (etwa 0,64 Euro) und der Bebivita Abendbrei Keks (etwa 0,80 Euro) bekommen die Note „Ausreichend“. Sie enthalten zu wenig Eisen, zu wenig Jod und zu viel Zucker, um als ausgewogene Beikost gereicht zu werden. Immerhin sind alle Breie aus dem Glas frei von kritischen Stoffen.


Ab wann können Eltern Milch-Getreide-Brei füttern?

In den ersten sechs Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Nahrung für das Baby. Alternativ eignet sich industriell hergestellte Milch zum Anrühren. Den ersten Brei sollten Babys frühestens ab dem 5. Monat bekommen. Diese erste Beikost sollte aus Fleisch und Gemüse bestehen, um den gestiegenen Eisenbedarf des Kindes zu decken. Milch-Getreide-Brei darf dann ab dem 6. Monat gereicht werden, als Ersatz für eine Stillmahlzeit am Tag. Der Brei wird mit Folgemilch oder Kuhmilch zubereitet, Soja-, Reis- oder Mandelmilch eignen sich Ernährungsexperten zufolge noch nicht fürs Baby. Ab dem 7. Lebensmonat ersetzt ein Getreide-Obst-Brei eine weitere Stillmahlzeit und ab dem 10. Monat kann das Baby erste feste Nahrung zu sich nehmen.


Babybrei selber machen

Wer seinem Baby keinen fertigen Milch-Getreide-Brei als Pulver zum Anrühren oder aus dem Glas geben möchte, kann den Babybrei selber machen. Dafür brauchen Sie:

  • 200 ml Milch, frische oder H-Milch (3,5% Fett), alternativ Folgemilch
  • 20 g Getreideflocken (Hafer, Hirse, Dinkel oder Vollkornweizengrieß)
  • 20 g Obst der Saison

Die Milch wird aufgekocht, anschließend werden die Getreideflocken hinzugegeben. Grundsätzlich lassen sich alle Getreideflocken verwenden. Während der Brei auf kleiner Flamme einige Minuten köchelt, das Obst zerdrücken und unterrühren. Abkühlen lassen und fertig ist der selbstgemachte Babybrei.

Fazit: Milch-Getreide-Brei im Test: Zu viel Zucker, Fruchtpulver und Schadstoffe. Ob Milch-Getreide-Brei fertig aus dem Glas oder zum Anrühren: Stiftung Warentest kann im aktuellen Testbericht (Heft 9/2019) nur wenige Babybreie empfehlen. Als ausgewogene Beikost fallen der Milch-Getreide-Brei zum Anrühren von Hipp sowie der dm Babylove Bio Milchbrei Grieß positiv aus. Der beste Babybrei aus dem Glas kommt von Alnatura.