Welche Laufschuhtypen es gibt und worauf Sie beim Kauf achten müssen

Bewegung ist gesund. Im modernen Berufsleben allerdings verbringen viele Menschen den Tag im Sitzen. Joggen und Walking sollen in der Freizeit den Ausgleich bringen. Damit der Sport aber auch wirklich gesund ist, brauchen Sie die richtigen Laufschuhe. Falsches, nicht gut passendes Schuhwerk führt nicht nur zu schmerzenden Füßen und Blasen, sondern auf Dauer auch zu einer Fehlbelastung der Gelenke und eventuell zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen. Das Angebot an Laufschuhen ist heute groß und vor allem für Laien kaum überschaubar. Welche Schuhe bieten die beste Unterstützung und Dämpfung auf welchem Untergrund? Welche Laufschuhe eignen sich für Anfänger, welche für Profisportler? Der Ratgeber auf Produkte im Test gibt den Überblick.

Letzte Aktualisierung am 22.08.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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Welche Arten von Laufschuhen gibt es?

  • Dämpfungsschuhe oder auch Cushion-Schuhe zeichnen sich durch eine besonders gute Dämpfung aus. Sie sind für Füße mit einem neutralen Abrollverhalten gedacht, also für Läufer ohne Fußfehlstellungen. Besonders eignen sie sich für das Laufen auf harten Untergründen, etwa Asphalt oder hartem Waldboden, sowie für ein niedriges bis mittleres Lauftempo. Das Gewicht der Schuhe liegt zwischen 300 und 400 Gramm. Durch ihre guten Dämpfungseigenschaften sind sie optimale Laufschuhe für Anfänger, Läufer mit Übergewicht profitieren ebenfalls von der gelenkschonenden Dämpfung. Gute Dämpfungsschuhe bieten etwa die Marken Brooks und New Balance.
  • Möchten Sie nicht joggen, sondern walken, sollten Sie auf spezielle Walking-Schuhe oder Nordic-Walking-Schuhe zurückgreifen. Diese Laufschuhe verbinden eine starke Dämpfung mit einem guten Abrollverhalten, eignen sich für das Training auf harten Untergründen und zeichnen sich durch eine abgerundete Sohle im Fersenbereich aus. Beliebte Marken sind zum Beispiel Asics und Reebok.
  • Triathlon-Schuhe sind vor allem für professionelle oder semi-professionelle Athleten gedacht. Sie sind mit 250 bis 350 Gramm vergleichsweise leicht, weisen eine eher geringe Dämpfung auf, eignen sich für mittleres bis hohes Tempo und mittelharte Untergründe. Asics und Shimano bieten professionelle Schuhe für Triathleten an.
  • Minimalschuhe oder Barfußschuhe zeichnen sich durch eine besonders flexible Sohle aus. Sie sollen Läufern das Gefühl geben, barfuß unterwegs zu sein. Hohe Flexibilität bedeutet allerdings auch, dass die Sohle kaum gedämpft ist und die Ferse vergleichsweise geringen Halt bietet. Barfußschuhe wenden sich an geübte, gesunde Läufer ohne Übergewicht, sind auch für hohes Lauftempo und vor allem für Intervallläufe geeignet. New Balance und Adidas haben hochwertige Barfußschuhe im Angebot.
  • Zehenschuhe sind eine Unterart der Barfußschuhe. Diese Laufschuhe zeichnen sich ebenfalls durch eine hauchdünne Sohle aus und bieten daher nur eine geringe Dämpfung. Läufer ohne Übergewicht können damit auf weichen Untergründen trainieren. Anbieter sind zum Beispiel Adidas und FiveFingers.
  • Trailrunning-Schuhe sind für das Laufen abseits der Straße, auf unebenen, aber weichen Untergründen gedacht. Daher kombinieren sie ein starkes Profil mit eher geringer Dämpfung. Es gibt bereits sehr leichte Trailrunner ab 250 Gramm, hochwertige Modelle sind zudem wasserdicht. Trailschuhe eignen sich vor allem für ein ruhiges Lauftempo und geübtere Läufer ohne Gelenkprobleme. Salomon und Adidas bieten Läufern hochwertige Modelle.
  • Stabilschuhe besitzen eine sogenannte Pronationsstütze am Innenrand, die ein Abknicken des Fußes nach innen verhindern soll. Geeignet sind sie für mittlere bis harte Untergründe und für ein niedriges bis mittleres Lauftempo – also keine Laufschuhe für Sprinter, sondern für Ausdauerläufer. Das Gewicht der Schuhe liegt je nach Modell zwischen 300 und 400 Gramm. Diese Laufschuhe bieten meist auch eine starke Dämpfung. Beliebte Modelle stammen von Asics oder Adidas.
  • Neigen sich die Füße bei der Abrollbewegung stark nach innen, brauchen Läufer Bewegungs-Kontroll-Schuhe. Mit einer festen Pronationsstütze bieten diese guten Halt und sollen Gelenkprobleme verhindern. Es gibt Modelle mit mittlerer bis hoher Dämpfung, das Gewicht ist mit 350 bis 450 Gramm vergleichsweise hoch. Gedacht sind Bewegungs-Kontroll-Schuhe für ruhige Dauerläufe auf mittleren bis harten Untergründen.

Welcher Laufschuh ist der richtige für mich?

Mit welchem Laufschuh Sie trainieren, richtet sich vor allem danach, auf welchem Untergrund Sie unterwegs sind und mit welchem Tempo Sie laufen. Das Abrollverhalten Ihrer Füße bestimmt weiterhin, ob Sie spezielle Unterstützung durch Ihr Schuhwerk benötigen oder nicht. Je höher Ihr Körpergewicht ist, umso besser sollten Ihre Laufschuhe gedämpft sein. Laufschuhe für Damen sind ein wenig schmaler als Laufschuhe für Herren, um weiblichen Füßen einen besseren Halt zu bieten. Auch lohnt es sich, in unterschiedliche Sommerlaufschuhe und Winterlaufschuhe zu investieren. Laufschuhe für den Winter zeichnen sich durch eine tiefer profilierte Sohle und besseren Grip auf glatten Untergründen aus, viele Modelle sind zudem wasserdicht.

Welche Laufschuhe sind gut?

In Heft 10/2014 hat Runner’s World Laufschuhe getestet. Der Brooks Glycerin 12 (ab 100 Euro, hier erhältlichBrooks Glycerin 12 bei Amazon) erwies sich als guter Allrounder. Die Laufschuhe für Herren bieten Stabilität für leichte und mittelschwere Läufer. Der Brooks Cascadia 8 (ab 80 Euro, hier erhältlichBrooks Cascadia 8 bei Amazon) eignet sich besonders gut als Trailrunning-Schuh, das findet auch das Magazin Running, Heft 5/2013. Running empfiehlt auch den Walking-Schuh Mammut MTR 201 Dyneema (Heft 5/2014, ab 70 Euro, hier erhältlichMammut MTR 201 Dyneema bei Amazon), der sich vor allem für das Gelände eignet.

Unter den Minimalschuhen kann der New Balance Minimus 10v2 im Test von Fit for Fun überzeugen (Heft 10/2013, ab 70 Euro, hier erhältlichNew Balance Minimus 10v2 bei Amazon). Gute Noten unter den Stabilschuhen erhält der Asics Gel-DS Trainer 18 (ab 50 Euro, hier erhältlichAsics Gel-DS Trainer 18 bei Amazon). Auch der Adidas Supernova Glide schneidet im Test von Runner’s World (Heft 4/2013) gut ab. Weitere Testberichte über Laufschuhe finden Sie hier.

Tipps für den Laufschuhkauf

  • Bevor Sie sich Ihr bevorzugtes Paar Laufschuhe aussuchen, sollten Sie einen Lauftest machen: Auf einem Laufband wird die Abrollbewegung Ihrer Füße geprüft.
  • Probieren Sie die Schuhe wenn möglich nachmittags an. Sie sollten zudem immer beide Schuhe eines Paares anprobieren.
  • Die Schuhe passen perfekt, wenn zwischen dem großen Zeh und der Schuhspitze noch etwa ein Daumenbreit Luft ist.
  • An der Ferse sollten die Schuhe fest sitzen, aber nicht drücken.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, die Schuhe in einem Fachgeschäft auf dem Laufband auszuprobieren. So erhalten Sie einen ersten Eindruck, ob sie Ihre Füße und Gelenke optimal stützen.
  • Die Zwischensohle hochwertiger Laufschuhe besteht aus EVA-Schaum. Damit dieser sich zwischen zwei Trainingseinheiten wieder entfalten und die beste Dämpfung bieten kann, sollten Sie Laufschuhe nur alle zwei Tage tragen. Möchten Sie häufiger trainieren, lohnt sich also die Anschaffung mehrerer Paare.

Fazit: Stimmen Sie Ihre Laufschuhe auf Ihr Laufverhalten und Ihre Trainingsgewohnheiten ab, finden Sie Modelle, die Ihre Gelenke optimal unterstützen und gesunde Bewegung ermöglichen.