Nicht zum Kuscheln: Viele Plüschtiere für Kleinkinder mit Schadstoffen belastet

Wer Weihnachtsgeschenke für Babys und kleinere Kinder sucht, entscheidet sich oft für den Klassiker: ein niedliches Kuscheltier. Das Spielzeug aus weichem Plüsch soll den Kleinen Spaß machen und natürlich gesundheitlich unbedenklich sein. Stiftung Warentest hat für die Ausgabe 12/2015 des Testmagazins 30 Kuscheltiere untersucht. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Plüschtiere fallen aufgrund hoher Schadstoffbelastung durch, darunter auch Spielzeuge namhafter Hersteller.

Nur 8 Kuscheltiere bestehen den Test der Stiftung Warentest

Foto: Schmidt Spiele | Der Elefant

Foto: Schmidt Spiele | Der Elefant

Kuscheltiere sind oftmals der beste Freund von Babys und Kleinkindern: Sie nehmen die Plüschtiere mit ins Bett, kuscheln und knuddeln mit dem Spielzeug, zerren und ziehen aber auch schon einmal daran. Noch dazu nehmen Babys und Kleinkinder so gut wie alles in den Mund. Umso wichtiger ist es, dass Plüschtiere sicher und robust verarbeitet sind und keine Schadstoffe enthalten. Doch welche Kuscheltiere erfüllen diese Anforderungen?

Nicht viele! So stuft Stiftung Warentest lediglich 8 der 30 getesteten Kuscheltiere als unbedenklich ein. Testsieger ist das Schlenkertier Hase von Senger Tierpuppen, ein in Deutschland hergestelltes Spielzeug. Es hat keine verschluckbaren Kleinteile und ist frei von Schadstoffen. Allerdings kostet das Schlenkertier Hase rund 60 Euro (Note „Sehr gut“).

Unbedenkliches Spielzeug muss nicht unbedingt teuer sein. Das zeigen die übrigen als sicher eingestuften Plüschtiere im Test. Nur geringe Mengen Schadstoffe weisen die folgenden Kuscheltiere auf:

  • Der Smiki Hund von Spiele Max, hergestellt in Thailand (etwa 15 Euro),
  • das Bob der Bär, Affenbaby von Galeria Kaufhof, hergestellt in Kambodscha (etwa 7 Euro),
  • das Kik Lamm, hergestellt in China (etwa 5 Euro),
  • die Sigikid Katze Sweety, hergestellt in Europa (etwa 27 Euro, hier erhältlichSigikid Katze Sweety bei Amazon),
  • der Oetinger Natur Mein Bio Kuschelbär, hergestellt in Ägypten (etwa 15 Euro) und
  • der Schmidt Spiele Elefant, hergestellt in Vietnam (etwa 13 Euro, hier erhältlichSchmidt Spiele Elefant bei Amazon).

Alle diese Spielzeuge erhalten das Urteil „Gut“. Ebenfalls noch unbedenklich ist die Janosch Tigerente von Heunec, hergestellt in China (Note „Befriedigend“, etwa 15 Euro, hier erhältlichJanosch Tigerente von Heunec bei Amazon). Der Toys”R”Us Bär kassiert noch ein „Ausreichend“: Er enthält allergieauslösende Duftstoffe, darunter allergenen Benzylalkohol.


 
Tipp: Im November 2013 hat Stiftung Warentest Holzspielsachen geprüft. Welche Spielzeuge im Test überzeugen, erfahren Sie hier.


21 Plüschtiere fallen wegen hoher Schadstoffbelastung durch

Stiftung Warentest hat die Plüschtiere auf 180 gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe untersucht, darunter Duftstoffe, Farbstoffe, Flammschutzmittel, Nickel, Schwermetalle und PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Letztere stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. 21 der 30 getesteten Kuscheltiere enthalten kritische Mengen der aufgeführten Schadstoffe und fallen daher mit der Note „Mangelhaft“ durch, darunter das Spieltier Kuschelwuschel Pegasus Cerise von Karstadt und der Steiff Hoppi Schlenker-Hase. Diese beiden Testkandidaten enthalten nicht nur PAK, sondern gehen auch schnell kaputt. Der Hase des Markenunternehmens Steiff bspw. ist wenig robust verarbeitet, die Füllwatte kann schnell herausgezogen und so von Babys und Kleinkindern verschluckt werden.

Der Kösen Felsenpinguin enthält neben PAK außerdem das als krebserregend geltende Formaldehyd und NPE, welches giftig für Wasserorganismen ist. NPE und PAK stellte Stiftung Warentest auch für das Kuscheltier Nici Der kleine Drache Kokosnuss fest, ebenso für den Sunkid Frosch. Besonders bedenklich ist die Schadstoffbelastung beim Käthe Kruse Drache Kuno Spieltier. Neben dem PAK Naphtalin stellten die Tester in der Folie am Flügel den gesetzlich verbotenen Weichmacher DEHP fest. Der Teddy Kuschelfreunde Teddybär mit Flicken enthält in der Nase das ebenfalls verbotene Phthalat DIBP. Beide Stoffe können die Fortpflanzungsfähigkeit gefährden.

Darauf sollten Sie beim Kauf von Spielzeug achten

  • Achten Sie beim Kauf von Spielzeug für Kleinkinder und Babys auf die Prüfsiegel GS für vom TÜV geprüfte Sicherheit und CE für die Einhaltung von EU-Normen.
  • Nehmen Sie die Spielzeuge außerdem genau in Augenschein: Es sollte weder verschluckbare Kleinteile noch scharfe Ecken und Kanten aufweisen.
  • Riechen Sie am Plüschtier: PAK strömen meist einen unangenehmen Geruch aus. Achten Sie auf speichelechte Farben und waschbare Stofftiere.

Fazit: Bekannte Markennamen und „Made in Germany“ sind bei Stofftieren kein Hinweis auf unbedenkliche Qualität – das zeigt der Testbericht der Stiftung Warentest (Ausgabe 12/2015). Während einige günstige Produkte „Made in China“ empfehlenswert sind, fallen viele Markenprodukte aufgrund hoher Schadstoffbelastung durch.

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