Am liebsten frisch gemahlen: Welche elektrischen Kaffeemühlen überzeugen im Test?

Kaffee enthält etwa 800 Aromen. Sind die Kaffeebohnen erst einmal zu Pulver gemahlen, verfliegt das Aroma jedoch schnell. Viele Kaffeeliebhaber mahlen ihre Bohnen daher am liebsten frisch vor dem Brühen. Eine elektrische Kaffeemühle erleichtert die Arbeit. Wer eine Kaffeemühle kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Geräten mit Mahlwerk und Schlagmesser. Welche Variante ihre Aufgabe besser erfüllt, hat Stiftung Warentest geprüft. Insgesamt 15 elektrische Kaffeemühlen im Test haben Kaffeepulver für Espresso, Filterkaffee und die Zubereitung in der French Press liefern müssen. Während Espresso möglichst fein gemahlenes Kaffeepulver benötigt, braucht man für die French Press Pulver, das etwa die Körnigkeit von grobem Meersalz besitzt. Bei den Geräten mit Mahlwerk lässt sich der gewünschte Mahlgrad leichter einstellen und besser wiederfinden als bei den Varianten mit Schlagmesser. In den Mahlwerksmühlen bleibt dafür immer ein wenig Kaffeepulver hängen.

Letzte Aktualisierung am 14.12.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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Elektrische Kaffeemühlen mit Mahlwerk im Test: Vier sind „gut“

Testsieger wird die Kaffeemühle von Graef

Die Kaffeemühle Graef CM 800 (etwa 125 Euro) arbeitet mit einem Kegelmahlwerk, das sich leicht für unterschiedliche Mahlgrade einstellen lässt. So gelingen sowohl Espresso als auch Filterkaffee und Kaffee aus der French Press. Die Handhabung ist einfach, die Maschine ist sicher, jedoch beim Mahlen etwas laut. Außerdem bleibt ein relativ großer Rest Kaffeepulver in der Mühle zurück. Als beste elektrische Kaffeemühle im Test bekommt das Gerät die Note „Gut“.

Die Ergebnisse für die Graef MC 800 im Überblick:
+ Mahlen
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
+ Sicherheit
Geräusch

Merkmale:
Kegelmahlwerk
Anzahl der Mahlgrade: 40
Menge Aufnahmebehälter/ Mahlgutbehälter: 440 g/ 130 g
Anti-Rutsch-Füße
Kabelfach
Siebträgerhalterung


Melitta: Die preiswerte Alternative zum Testsieger

Die Melitta Molino (Note „Gut“) kostet nur etwa 41 Euro und wird zum Preis-/Leistungssieger im Testbericht. Die Vorschläge in der Anleitung liefern kein perfektes Ergebnis, mit optimierten Einstellungen gelingt der Mühle jedoch der richtige Mahlgrad für Espresso, Filterkaffee und die French Press. Die Maschine mit Scheibenmahlwerk arbeitet sicher, ist jedoch ebenfalls recht laut.

Die Ergebnisse für die Melitta Molino im Überblick:
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
+ Sicherheit
Mahlen
Geräusch

Merkmale:
Scheibenmahlwerk
Anzahl der Mahlgrade: 17
Menge Aufnahmebehälter/ Mahlgutbehälter: 200 g/ 150 g
Anti-Rutsch-Füße
Mengenvorwahl


Cloer zeigt gute Leistung bei optimierten Einstellungen

Die Cloer 7520 (Note „Gut“, etwa 72 Euro) Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk zeigt bei optimierter Einstellung ihre beste Leistung. Dann mahlt sie die Kaffeebohnen in 18 Mahlgraden für Espresso, Filterkaffee und French Press. Sie ist vergleichsweise leise, aber nicht so haltbar wie die beiden besser bewerteten Mühlen.

Die Ergebnisse für die Cloer 7520 im Überblick:
+ Handhabung
+ Geräusch
+ Sicherheit
Mahlen
Haltbarkeit

Merkmale:
Kegelmahlwerk
Anzahl der Mahlgrade: 18
Menge Aufnahmebehälter/ Mahlgutbehälter: 290 g/ 160 g
Anti-Rutsch-Füße
Mengenvorwahl


Rommelsbacher-Kaffeemühle kommt auf Platz 4

Auch bei der Rommelsbacher EKM 300 (Note „Gut“, etwa 85 Euro) müssen die Einstellungen zunächst optimiert werden. Selbst dann liefert die Maschine nur den idealen Mahlgrad für Filterkaffee, nicht aber für Espresso oder die French Press. Dafür ist sie haltbar, sicher und vergleichsweise leise.

Die Ergebnisse für die Rommelsbacher EKM 300 im Überblick:
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
+ Geräusch
+ Sicherheit
Mahlen

Merkmale:
Kegelmahlwerk
Anzahl der Mahlgrade: 12
Menge Aufnahmebehälter/ Mahlgutbehälter: 240 g/ 150 g
Anti-Rutsch-Füße
Kabelfach
Mengenvorwahl


Baratza und Caso Design sind nur „mangelhaft“

Unter den Kaffeemühlen mit Mahlwerk erhalten die De’Longhi KG520.M (etwa 139 Euro) und die WMF Stelio (etwa 55 Euro) die Note „Befriedigend“. Selbst mit angepassten Einstellungen liefern sie nicht für alle Zubereitungsarten den optimalen Mahlgrad. Die WMF Kaffeemühle fällt zudem im Dauertest durch.

Die Eureka Mignon Silenzio (etwa 335 Euro) ist die teuerste der elektrischen Kaffeemühlen im Test, Stiftung Warentest zufolge aber gerade einmal „ausreichend“. Sie arbeitet zwar tatsächlich so leise, wie es der Name verspricht, und mahlt das Kaffeepulver passend für die verschiedenen Zubereitungsarten, lässt sich aber nur schwer bedienen. Das Testurteil „Mangelhaft“ geht an die Baratza Sette 30 (etwa 238 Euro) und die Caso Design Barista Crema (etwa 45 Euro). Beide Kaffeemühlen bewerten die Tester als unsicher: Bei der Baratza droht aufgrund mangelnder Isolierung ein Kurzschluss. Die Caso Design fällt im Test aus, das Mahlergebnis lässt sich nicht bewerten.


Die Kaffeemühlen mit Schlagmesser sind nur „befriedigend“

Severin zeigt die beste Leistung

Kaffeemühlen mit Schlagmesser sind im Durchschnitt preiswerter als Geräte mit Mahlwerk, jedoch erhält keine getestete Maschine eine bessere Note als „Befriedigend“. Stiftung Warentest kritisiert vor allem die umständliche Bedienung. Vier Mühlen schneiden immerhin mit der Note „Befriedigend“ ab. Die Severin KM 3879 (etwa 30 Euro) mahlt von allen Mühlen am besten und auch die Cloer 7579 (etwa 29 Euro) liefert optimales Kaffeepulver für Filterkaffee und French Press. Die gewünschten Mahlgrad einzustellen und wiederzufinden, gestaltet sich jedoch schwierig. Genauso verhält es sich auch bei der Rommelsbacher EKM 100 (etwa 25 Euro) und der Moulinex AR1 10510 (etwa 44 Euro). Beide mahlen zudem nur mit optimierten Einstellungen passendes Kaffeepulver für die unterschiedlichen Zubereitungsarten.


„Ausreichend“ für Caso Design und ProfiCook

Die Note „Ausreichend“ geht an die elektrischen Kaffeemühlen Caso Design Coffee & Kitchen Flavour (etwa 40 Euro) und ProfiCook PC-KSW 1093 (etwa 20 Euro). Beide zeigen erst bei optimierten Einstellungen das gewünschte Mahlergebnis. Den eingestellten Mahlgrad wiederzufinden, ist auch bei diesen Mühlen kompliziert.


Welche Arten von Mahlwerken gibt es und wie arbeiten diese?

Kaffeemühlen mit Mahlwerk arbeiten entweder mit Kegel- oder mit Scheibenmahlwerken. So funktionieren die unterschiedlichen Varianten:

  • Im Kegelmahlwerk rotiert ein Kegel mit scharfen Stahlklingen, das Mahlgut rieselt am Kegel entlang in den Auffangbehälter.
  • In Scheibenmahlwerken sitzt eine rotierende Scheibe gegenüber einer starr angebrachten Scheibe. Die Scheiben sind leicht konkav geformt und die Ränder kommen sich beim Mahlen näher. Das gemahlene Pulver wird durch die Fliehkraft nach außen befördert.

Wie arbeiten Kaffeemühlen mit Schlagmesser?

Kaffeemühlen mit Schlagmesser arbeitet ähnlich ein Standmixer: Schnell rotierende Messer zertrümmern die Kaffeebohnen.

Welche Mühle ist die richtige für Sie?

Kaffeemühlen mit Mahlwerk eignen sich für regelmäßige Kaffeetrinker. Um den optimalen Mahlgrad zu finden, müssen Sie bei vielen Maschinen etwas experimentieren. Die in der Anleitung vorgeschlagenen Einstellungen liefern meist nicht das beste Ergebnis. Ist der perfekte Mahlgrad jedoch einmal eingestellt, erhalten Sie jeden Tag das gewünschte Kaffeepulver. Allerdings sind die Maschinen recht laut.

Kaffeemühlen mit Schlagmesser eignen sich eher für den gelegentlichen Einsatz. Sie können den Kaffee zwar gut mahlen, es ist aber wesentlich aufwendiger, den passenden Mahlgrad zu finden. Ein gutes Ergebnis lässt sich zudem nur schwer wiederholen. Dafür sind die Geräte vielseitig und mahlen auch Nüsse, Körner und Gewürze.


Fazit: Investition in Kaffeemühlen mit Mahlwerk lohnt sich. Wer eine elektrische Kaffeemühle kaufen und täglich einsetzen möchte, wählt am besten eine Maschine mit Mahlwerk. Zu diesem Ergebnis kommt der Testbericht von Stiftung Warentest in Ausgabe 12/2019 des Testmagazins. Die beste elektrische Kaffeemühle im Test kommt von Graef, die Melitta Molino ist eine preiswerte Alternative. Für den gelegentlichen Kaffeegenuss eignet sich die Schlagmesser-Mühle von Severin, die von allen Testkandidaten das beste Mahlergebnis zeigt.