Stiftung Warentest prüft Radhelme nach neuen Kriterien: Nur drei schneiden „gut“ ab

Wenn die Sonne scheint, schwingen sich wieder viele Menschen aufs Fahrrad. Ob in der Stadt oder bei der Bergtour – ein Fahrradhelm ist unerlässlich, denn er schützt vor schweren Kopfverletzungen. In Ausgabe 8/2015 hat Stiftung Warentest 18 Fahrradhelme für Erwachsene getestet, nach strengeren Kriterien als in den vorangegangenen Tests. Das Ergebnis: Zwar ist jeder Fahrradhelm besser als gar kein Fahrradhelm, aber nur drei Helme schnitten im Test mit der Note „Gut“ ab: Die Modelle von Melon, KED und Nutcase.

Letzte Aktualisierung am 18.08.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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Testsieger Melon dämpft Stöße gut ab

Foto: Melon | Urban Active

Foto: Melon | Urban Active

Für den aktuellen Testbericht prüfte Stiftung Warentest die Helme vor allem auf den Schutz für Stirn und Schläfe, die bei einem Aufprall besonders gefährdet sind. Nur dreimal vergaben die Tester dabei das Gesamturteil „Gut“. Testsieger wurde der leichte Melon Urban Active für etwa 70 Euro (hier erhältlichMelon Urban Active bei Amazon). Der Helm erwies sich als sehr stoßfest, ist im Dunkeln gut erkennbar und auch die Belüftung funktioniert akzeptabel.

Die Ergebnisse des Melon Urban Active im Überblick:

+ Hitzebeständigkeit
+ Schadstoffe
Unfallschutz
Handhabung und Komfort

Merkmale:

Micro Shell
Magnet-Verschluss
Gewicht: 291 g
Kopfumfang: 46-63 cm


KED Chrom ist sehr sportlich

Foto: KED | Chrom

Foto: KED | Chrom

Die Silbermedaille ging an die Helme KED Chrom (etwa 80 Euro, hier erhältlichKED Chrom bei Amazon) und Nutcase Street Gen3. Der KED Chrom ist sportlich, bietet eine gute Stoßdämpfung und eine gute Belüftung, beim Transport verstellen sich jedoch die Riemen leicht.

Die Ergebnisse des KED Chrom im Überblick:

+ Handhabung und Komfort
Unfallschutz
Hitzebeständigkeit
Schadstoffe

Merkmale:

Micro Shell
Raster-Verschluss
Gewicht: 313 g
Kopfumfang: 52-58 cm
Licht
Schirm
Insektenschutz


Nutcase Street Gen3 bietet guten Unfallschutz, ist aber schwer

Foto: Nutcase | Street Gen3

Foto: Nutcase | Street Gen3

Der Helm von Nutcase (etwa 80 Euro, hier erhältlichNutcase Street Gen3 bei Amazon) bietet ebenfalls eine gute Stoßdämpfung und ist Testsieger in der Kategorie „Unfallschutz“, schränkt aber das Sichtfeld leicht ein. Die Belüftung ist nur mäßig.

Die Ergebnisse des Nutcase Street Gen3 im Überblick:

+ Unfallschutz
+ Hitzebeständigkeit
+ Schadstoffe
Handhabung und Komfort

Merkmale:

Hartschale
Magnet-Verschluss
Gewicht: 473 g
Kopfumfang: 52-58 cm
Reflektoren
Schirm


Alpina trägt sich sehr angenehm

Foto: Alpina| E-Helm Deluxe

Foto: Alpina| E-Helm Deluxe

Platz 3 im Fahrradhelm-Test erreichte der Alpina E-Helm Deluxe (Note „Befriedigend“, etwa 115 Euro, hier erhältlich). Dieser Helm fällt vor allem durch seinen hohen Tragekomfort auf und lässt sich gut an den Kopf anpassen. Im Dunkeln ist er sehr gut sichtbar. Die Stoßdämpfung ist allerdings nicht besonders gut.

Die Ergebnisse des Alpina E-Helm Deluxe im Überblick:

+ Handhabung und Komfort
+ Hitzebeständigkeit
+ Schadstoffe
Unfallschutz

Merkmale:

Micro Shell
Raster-Verschluss
Gewicht: 327 g
Kopfumfang: 55-61 cm
Reflektoren
Licht
Schirm
Insektenschutz
Regenkappe


12 weitere Modelle schnitten mit der Note „Befriedigend“ ab

12 weitere Fahrradhelme im Test der Stiftung Warentest schnitten mit dem Testurteil „Befriedigend“ ab. Mit sehr gutem bis gutem Komfort fielen dabei die Helme Specialized Centro (etwa 65 Euro), der komfortabelste und am einfachsten zu handhabende Helm im Test, auf sowie

  • Bell Muni (etwa 70 Euro),
  • Uvex i-vo cc (um 70 Euro),
  • ABUS Hyban (um 49 Euro),
  • ABUS Pedelec (um 85 Euro),
  • Alpina Panoma City (etwa 45 Euro) und
  • der günstige Crivit City-Fahrradhelm von LIDL (etwa 16 Euro).

Ebenfalls „Befriedigend“ schnitten der Uvex City v (etwa 120 Euro), der Carrera Foldable Helmet (etwa 80 Euro), der Giro Sutton (um 80 Euro) und der Fischer Profex City FZ-006 (um 30 Euro) ab. Alle Helme bieten einen befriedigend Unfallschutz, im Schadstofftest sind sie gut bis sehr gut. Zweimal vergab die Stiftung Warentest im Fahrradhelm-Test die Note „Ausreichend“: Der POC Crane (um 120 Euro) und der TSG Evolution (um 50 Euro) schützen nur mäßig. Beide Modelle sind zudem nachts nur schlecht erkennbar.

Tipps zur Auswahl von Fahrradhelmen

Möchten Sie einen Fahrradhelm kaufen, sollten Sie ihn zuvor auf jeden Fall anprobieren. Auch der beste Helm bietet keinen ausreichenden Schutz, wenn er nicht richtig passt. Die Größenangaben der Anbieter stimmen zudem oft nicht mit der tatsächlichen Größe überein. Achten Sie außerdem auf weitere Details:

  • Die Helmschale darf weder zu klein noch zu groß sein.
  • Achten Sie auf weiche Polster, die beim Aufprall den Kopf abstützen.
  • Der Helm darf an keiner Stelle ungepolstert auf den Kopf drücken.
  • Gurte und Verschlüsse sollten fest sitzen, sich aber leicht öffnen und schließen lassen.
  • Die Helme sollten eine gute Belüftung bieten. Wer gerne schnell oder über anspruchsvolle Strecken fährt, greift daher am besten zu einem Helm mit großen Lüftungsöffnungen.

Einen umfassenden Ratgeber zum Thema „Fahrradhelm kaufen“ und weitere „gute“ bis „sehr gute“ Fahrradhelme finden Sie auf dieser Seite.

Fazit: Im Fahrradhelm-Test der Stiftung Warentest 8/2015 nach strengeren Kriterien konnten nur wenige Modelle wirklich überzeugen. Lediglich drei von 18 Modellen schnitten mit der Note „Gut“ ab. Alle drei guten Helme gibt es im mittleren Preissegment.