Stiftung Warentest prüft Camcorder: Nur zwei Action-Cams erhalten die Note „Gut“

Faszinierende Unterwasseraufnahmen vom letzten Tauchausflug, rasante Filmsequenzen von der Ski-Abfahrt oder von der Ausfahrt mit dem Mountainbike: Action-Camcorder halten die spannendsten Momente des Lebens fest. Sportler schätzen die kleinen Cams schon längst, die sich ganz praktisch auch an Helmen oder Fahrradlenkern befestigen lassen. Sie sollen möglichst verwacklungsfreie Bewegtbilder von allen Abenteuern liefern. Welche Kameras wirklich halten, was sie versprechen, hat die Stiftung Warentest in ihrem Camcorder-Test für Ausgabe 7/2016 untersucht. 15 Action-Kameras stellten sich der Prüfung, nur zwei erhielten das Testergebnis „Gut“.

Nur zwei Action-Camcorder erhalten die Note „Gut“

Testsieger Sony FDR-X 1000VR überzeugt mit guter Videoqualität

Foto: Sony | FDR-X 1000VR

Foto: Sony | FDR-X 1000VR

Zum Testsieger kürt die Stiftung Warentest den Sony FDR-X 1000VR (Note „Gut“, etwa 420 Euro, hier erhältlichSony FDR-X 1000VR bei Amazon). Die Action-Cam überzeugt mit hervorragender Videoqualität in Full-HD wie auch 4k und sehr gutem Verwacklungsschutz. Als einziger Camcorder im Test kommt das Gerät auch mit ungünstigen Lichtverhältnissen zurecht. Der Ton und die Akkulaufzeit sind allerdings nur mittelmäßig.

Die Ergebnisse des Sony FDR-X 1000VR im Überblick:
+ Video
+ Foto
+ Schadstoffe
Ton
Handhabung
Akkulaufzeit

Merkmale:
Speicherkarte: microSDXC
Auflösung: 3840 x 2160 / 30p
Brennweite: 0,51
mit Monitor
Unterwassergehäuse, wasserdicht bis 60 m
mit WLAN/ Fernbedienung/ GPS
HDMI-Ausgang
wechselbarer Akku, Laufzeit 60 min


Platz 2: Sony HDR-AS50 als preiswerte Alternative

Foto: Sony | HDR-AS50

Foto: Sony | HDR-AS50

Auch der zweitplatzierte Camcorder im Test kommt von Sony: Der HDR-AS50 ist mit einem Preis von etwa 190 Euro (hier erhältlichSony HDR-AS50 bei Amazon) eine günstige Alternative zum Testsieger. Die Action-Cam nimmt sehr gute Videos und Unterwasserbilder auf, auch der Bildstabilisator kann überzeugen. Mit Gegenlicht hat das Gerät Probleme. Ein weiteres kleines Manko: Über einen Monitor für Vorschaubilder verfügt die Kamera nicht. Stiftung Warentest vergibt die Note „Gut“.

Die Ergebnisse des Sony HDR-AS50 im Überblick:
+ Video
+ Foto
+ Akkulaufzeit
+ Schadstoffe
Ton
Handhabung

Merkmale:
Speicherkarte: microSDXC
Auflösung: 1920 x 1080 / 60p
Brennweite: 0,51
Unterwassergehäuse, wasserdicht bis 60 m
mit WLAN/ Fernbedienung zukaufbar
wechselbarer Akku, Laufzeit 140 min


Garmin Virb XE: Sehenswerte Unterwasserbilder

Foto: Garmin | Virb XE

Foto: Garmin | Virb XE

Mit der Note „Befriedigend“ wird der Garmin Virb XE Action-Camcorder (etwa 340 Euro, hier erhältlichGarmin Virb XE bei Amazon) Dritter im Test der Stiftung Warentest. Die Kamera glänzt vor allem durch gute Unterwasseraufnahmen und ist ohne zusätzliches Schutzgehäuse wasserdicht. Auch an Land geschossene Videos und Fotos gefallen. Der Ton ist jedoch nur mäßig, die Kamera verfügt über keinen Monitor und löst etwas langsam aus. Mit 171 Gramm ist sie zudem recht schwer.

Die Ergebnisse des Garmin Virb XE im Überblick:
+ Video
+ Foto
+ Akkulaufzeit
+ Schadstoffe
Ton
Handhabung

Merkmale:
Speicherkarte: microSDXC
Auflösung: 1920 x 1440 / 30p
Brennweite: 0,43
wasserdicht bis 50 m
mit WLAN/ Fernbedienung zukaufbar/ GPS
Befestigung GoPro-kompatibel
wechselbarer Akku, Laufzeit 100 min


Elf Camcorder sind „befriedigend“, einer „mangelhaft“

Elf weitere Camcorder im Test erhalten die Note „Befriedigend“:

  • GoPro Hero4Silver (etwa 400 Euro)
  • Qumox SJ5000 WiFi (etwa 115 Euro)
  • Ricoh WG-M2 (etwa 330 Euro)
  • SJCam SJ5000 WiFi (etwa 140 Euro)
  • TomTom Bandit (etwa 400 Euro)
  • Gembird ACAM-003 (etwa 110 Euro)
  • GoPro Hero4 Session (etwa 225 Euro)
  • GoPro Hero4 Black (etwa 465 Euro)
  • Rollei Actioncam 420 (etwa 170 Euro)
  • Denver ACG-8050W (etwa 120 Euro)
  • Rollei Actioncam 400 (etwa 95 Euro)

Die Camcorder schwächeln bei schwierigen Lichtverhältnissen, vor allem bei Gegenlicht. Der Ton der meisten Modelle zeigt sich ebenfalls nur befriedigend, der Verwacklungsschutz kann auch nicht überzeugen. Für einen Action-Camcorder reicht es nur für das Urteil „Mangelhaft“: Panasonic HX-A1M (etwa 100 Euro). Die Panasonic-Kamera ist zwar der leichteste Camcorder im Test, jedoch ist die Multihalterung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet. Diese gelten als krebserregend. Der Akku lässt sich nicht wechseln, die Kamera ist wenig lichtempfindlich, der Ton bleibt eher mau.

Action-Camcorder kaufen: Darauf sollten Sie achten

  • Achten Sie auf eine gute Auflösung und passende Bitrate.
  • Je mehr Bilder ein Camcorder pro Sekunde aufzeichnet, umso flüssiger laufen nachher die Videos. Die sogenannte Framrate sollte bei mindestens 25 Frames per Second (fps) liegen, für Actionvideos sind 60 fps empfehlenswert.
  • Wer Videos beim Skifahren oder Mountainbiken drehen möchte, sollte prüfen, ob sich die Kamera problemlos an Helmen oder Mountainbike-Lenkern befestigen lässt.
  • Wer mit der Kamera tauchen möchte, sollte auf ein wasserfestes Gehäuse achten.
  • Eine möglichst lange Akkulaufzeit schützt vor unangenehmen Überraschungen beim Dreh. Praktisch ist ein wechselbarer Akku, der unterwegs einfach ausgetauscht werden kann.
  • Prüfen Sie, wie leicht sich der Camcorder bedienen lässt. Viele Action Cams lassen sich zum Beispiel über das Smartphone steuern.

Fazit: Im Testbericht können nur zwei Action-Camcorder wirklich überzeugen. Die Mehrheit der getesteten Geräte schneidet mit der Note „Befriedigend“ ab – eignen sich aber trotzdem für action-geladene Bilder aus dem Urlaub, sofern die Lichtverhältnisse stimmen. Detaillierte Informationen zum Test lesen Sie in Heft 7/2016 der Stiftung Warentest.

Video zum Camcorder-Test der Stiftung Warentest

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