Blutdruckmessgeräte im Test: Das Omron RS2 nimmt es sehr genau

Bluthochdruck ist in Deutschland weit verbreitet. Um ihre Werte zu kontrollieren, messen Millionen von Menschen ihren Blutdruck selbst. Die Voraussetzung für aussagekräftige Ergebnisse ist ein zuverlässiges Blutdruckmessgerät mit hoher Wiederholungsgenauigkeit. Die Stiftung Warentest hat 15 Blutdruckmessgeräte einem Test unterzogen, darunter sieben Geräte für die Messung am Handgelenk und acht Geräte für die Messung am Oberarm. Wir sagen Ihnen, welche Blutdruckmessgeräte empfehlenswert sind und wie Sie Ihren Blutdruck richtig messen.

Letzte Aktualisierung am 18.06.2019 / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Beworbene Produkte (Anzeige) / Amazon-Partnerlinks

2 Blutdruckmessgeräte fürs Handgelenk sind „gut“

Testsieger Omron RS2 ist sehr genau

Foto: Omron | RS2

Foto: Omron | RS2

Von den sieben Blutdruckmessgeräten für die Messung am Handgelenk erhalten lediglich zwei das Testurteil „Gut“. Testsieger ist dabei das Omron RS2 (etwa 30 Euro, hier erhältlichOmron RS2 bei Amazon). Das preisgünstige Gerät erweist sich als sehr genau, bietet eine gute Wiederholungsgenauigkeit und ist wenig störanfällig. Jedoch bildet es keine Durchschnittswerte und erfasst Messwerte ohne Datum, Uhrzeit und Ampelsystem.

Die Ergebnisse des Omron RS2 im Überblick:

+ Blutdruckmessung
+ Störanfälligkeit
+ Handhabung

Merkmale:

Manschettengröße: 13,5 bis 21,5 cm
 Speicherbare Messungen: 30
Messdauer: 29 sek
2 AAA Batterien
Maße: 7 x 6 x 2 cm
Gewicht: 120 g


Boso Medistar+ ist gut und günstig

Foto: Boso | Medistar+

Foto: Boso | Medistar+

Das Boso Medistar+ ab (etwa 25 Euro, hier erhältlichBoso Medistar+ bei Amazon) schneidet ebenfalls mit der Note „Gut“ ab. Das Blutdruckmessgerät liegt fast mit dem Testsieger gleich auf: Es misst sehr genau und speichert bis zu 90 Messergebnisse – allerdings ohne Datum und Uhrzeit. Die Handhabung ist etwas speziell. Laut Stiftung Warentest sollten Sie beim Messen den Arm schräg an den Brustkorb legen.

Die Ergebnisse des Boso Medistar+ im Überblick:

+ Blutdruckmessung
+ Störanfälligkeit
+ Handhabung

Merkmale:

Manschettengröße 13,5 bis 21,5 cm
 Speicherbare Messungen: 90
Messdauer: 27 sek
2 AAA Batterien
Maße: 7 x 7 x 2 cm
Gewicht: 120 g


3 Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk sind „befriedigend“

Drei Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk stuft die Stiftung Warentest als „befriedigend“. Dazu zählen

  • das Beurer BC 40 (etwa 20 Euro),
  • das Medisana BW 300 Connect (etwa 50 Euro) und
  • das Visomat Handy Soft (etwa 40 Euro).

Die drei Modelle zeigen eine solide Leistung, sind aber nicht ganz so genau und einfach zu handhaben wie die guten Blutdruckmessgeräte im Test. Zwei Blutdruckmessgeräte müssen sich mit der Note „Ausreichend“ begnügen: das Sanitas SBC 21 (etwa 20 Euro) und das Aponorm Mobisoft Control (etwa 30 Euro). Die beiden Geräte fallen vor allem bei der Messgenauigkeit durch. Dabei gibt es das Aponorm-Blutdruckmessgerät nur in der Apotheke.


Messen am Oberarm – am besten mit dem Boso Medicus X

Foto: Boso | Medicus X

Foto: Boso | Medicus X

Unter den acht getesteten Blutdruckmessgeräten für die Messung am Oberarm schneidet nur ein einziges mit dem Testurteil „Gut“ ab: Das Boso Medicus X (etwa 50 Euro, hier erhältlichBoso Medicus) überzeugt die Tester mit genauen Messwerten und einer sehr einfachen Bedienung, die über nur eine Taste funktioniert. Ein Nachteil ist der relativ kleine Speicher für maximal 30 Werte, die ohne Datum und Uhrzeit abgelegt werden. Zudem ist es leicht störanfällig.

Die Ergebnisse des Boso Medicus X im Überblick:

+ Blutdruckmessung
+ Handhabung
Störanfälligkeit

Merkmale:

Manschettengröße: 22 bis 32 cm
 Speicherbare Messungen: 30
Messdauer: 21 sek
2 AAA Batterien
Maße: 10 x 7 x 13 cm
470 g


6 Blutdruckmessgeräte liefern mäßige Leistungen

Sechs Geräte für die Blutdruckmessung am Oberarm erhalten das Testurteil „Befriedigend“, eines das Urteil „Ausreichend“. Zu den befriedigenden Modellen gehören

  • das Omrom M500* (etwa 64 Euro),
  • das Aponorm Basis Control (etwa 40 Euro),
  • das Tensoval Comfort Classic (etwa 35 Euro),
  • das Visomat Comfort Eco (etwa 48 Euro) ,
  • das Sanitas SBM 38 (etwa 44 Euro) und
  • das Medisana BU 550 Connect (etwa 60 Euro).

Die Note „Ausreichend“ gibt es für das Beurer BM 85 (etwa 103 Euro). Die Geräte im Mittelfeld bieten die üblichen Funktionen, messen aber etwas weniger genau als der Testsieger. Beim Gerät von Tensoval fehlt zudem die Ampelanzeige für Blutdruckwerte sowie die Anzeige für einen überhöhten Herzschlag. Für das teuerste Gerät im Test gibt es die schlechteste Wertung: Das Beurer BM 85 misst zwar sehr genau und bietet viele Extras, Name und Passwort der dazugehörigen App sind aber unverschlüsselt und der Akku muss oft aufgeladen werden.

Tipp der Redaktion

Welche Blutzuckermessgeräte im Test überzeugen, lesen Sie hier.

Wie Sie den Blutdruck richtig messen

Möchten Sie Ihren Blutdruck selbst kontrollieren, müssen Sie zunächst wissen, auf welche Werte Sie dabei achten sollten. Man unterscheidet zwischen dem systolischem (oberer Blutdruckwert) und dem diastolischen Wert (unterer Blutdruckwert). Laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte ein optimaler systolischer Wert unter 120 mmHg liegen, ein optimaler diastolischer Wert unter 80 mmHg. Von einem normalen Blutdruck können Sie bei Werten zwischen 120 bis 129 systolisch und 80 bis 84 diastolisch ausgehen. Hochnormal ist ein Blutdruck von 130 bis 139 und 85 bis 89. Ein systolischer Wert von 140 bis 159 und ein diastolischer Wert von 90 bis 99 zeigen leichten Bluthochdruck an. Schwerer Bluthochdruck liegt bei Werten über 180 systolisch und 110 diastolisch vor.

Möchten Sie Ihren Blutdruck selbst kontrollieren, sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Messen Sie Ihren Blutdruck möglichst immer zur selben Zeit.
  • Entspannen Sie sich.
  • Die Manschette sollte nicht zu fest, aber auch nicht zu locker sitzen und wird auf der unbekleideten Haut angelegt.
  • Messen Sie mit einem Gerät für das Handgelenk, halten Sie Ihre Hand auf Herzhöhe. Geräte für den Oberarm sitzen automatisch auf der richtigen Höhe, wenn Sie den Arm entspannt hängen lassen.
  • Halten Sie während der Messung möglichst still und atmen Sie ruhig.
  • Dokumentieren Sie Ihre Werte, um diese im zeitlichen Verlauf verfolgen zu können, zum Beispiel in einem Blutdruckpass, den Sie gratis in Apotheken oder von Krankenkassen erhalten.

Fazit: Nur drei Blutdruckmessgeräte im Test der Stiftung Warentest, Ausgabe 5/2016, erhalten die Note „Gut“. Andere Geräte messen entweder nicht genau genug oder erweisen sich als extrem störanfällig. Dabei stellen sich preiswerte Geräte als empfehlenswert heraus, das teuerste Gerät im Test fällt durch.