Volle Energie: Autobatterien im Test der GTÜ

Motorstart, Bordrechner, Assistenzsysteme: Ein modernes Auto verlangt seiner Batterie viel ab. Ist die alte Batterie leer, stellt sich für Autofahrer die Frage: Welche Autobatterie kaufen? Welche Fahrzeugbatterien die alltäglichen Herausforderungen besonders gut meistern, hat die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung zusammen mit der Auto Zeitung getestet. Auf den Prüfstand kamen drei herkömmliche Blei-Säure-Akkus, drei Batterien für Autos mit Start-Stopp-Automatik mit EFB-(Enhanced Flooded Battery)-Technik sowie drei weitere Start-Stop-Batterien mit AGM-(Absorbent Glass Matt)-Technik. Alle Autobatterien im Test besitzen eine Kapazität zwischen 70 und 75 Ah und passen in Benziner der Golf-Klasse sowie in Diesel-Fahrzeuge mit unter zwei Litern Hubraum. Groß sind die Preisunterschiede: Die günstigste Autobatterie im Test gibt es für etwa 92 Euro, die teuerste kostet rund 333 Euro.

Varta-Autobatterie: Testsieger mit guter Kapazität und einfacher Handhabung

Die Start-Stop-Batterien AGM erzielen im Test der GTÜ allgemein die besten Ergebnisse. Sie sind teurer als herkömmliche Start-Batterien, überzeugen aber durch eine hohe Kapazität. Als Testsieger schneidet die Varta Silver Dynamic E39 AGM (ab 147 Euro) ab. Für die gute Kapazität, die einfache Handhabung und das insgesamt günstige Preis-/Leistungsverhältnis gibt es das Urteil „sehr empfehlenswert“.

Die Ergebnisse für die Varta-Autobatterie im Überblick:
+ Kapazität
+ Kaltstart
+ Tiefenentladung
+ Handhabung
+ Kosten

Merkmale:
Kapazitätsangabe: 70 Ah
Eigengewicht: 20,12 kg
Kaltstartstrom (EN): 760 A
Wartungsfrei/verschlossen: ja


Beste Kapazitätsausnutzung: Die Autobatterie von Banner

In der Kategorie „Kapazität“ erzielt die Banner Running Bull AGM (ab 150 Euro) die Höchstwertung. Als einziger Testkandidat übersteigt sie im Labor die Nenn-Kapazität. Genau wie der Testsieger hält sie mehr als die 15 vorgegebenen Entladezyklen lang durch und weist damit trotz des relativ hohen Anschaffungspreises ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis auf.

Die Ergebnisse für die Banner-Autobatterie im Überblick:
+ Kapazität
+ Kaltstart
+ Tiefenentladung
+ Handhabung
+ Kosten

Merkmale:
Kapazitätsangabe: 70 Ah
Eigengewicht: 20,78 kg
Kaltstartstrom (EN): 720 A
Wartungsfrei/verschlossen: ja


Bosch: Einfache Handhabung und hohe Kapazität

Ebenfalls mehr als 15 Entladezyklen schafft die Autobatterie Bosch 55 A08 AGM (etwa 189,21 Euro). Zudem sind 27 Kaltstarts möglich. Sie ist einfach in der Handhabung, weist aber ein etwas ungünstigeres Preis-/Leistungsverhältnis auf als die beiden Testsieger.

Die Ergebnisse für die Bosch-Autobatterie im Überblick:
+ Kapazität
+ Kaltstart
+ Tiefenentladung
+ Handhabung
Kosten

Merkmale:
Kapazitätsangabe: 70 Ah
Eigengewicht: 20,14 kg
Kaltstartstrom (EN): 760 A
Wartungsfrei/verschlossen: ja


Die Autobatterie von Keckeisen ist Preis-/Leistungssieger

Die Start-Batterie Keckeisen intAct Start-Power (etwa 102,00 Euro) erweist sich als relativ zyklenfest und macht auch einige Kaltstarts mit. Für ihren günstigen Preis weist sie noch eine vergleichsweise hohe Kapazität auf. Die GTÜ erklärt die Autobatterie daher zum Preis-/Leistungssieger.

Die Ergebnisse für die Keckeisen-Autobatterie Überblick:
+ Kaltstart
+ Tiefenentladung
+ Handhabung
+ Kosten
Kapazität

Merkmale:
Kapazitätsangabe: 74 Ah
Eigengewicht: 17,44 kg
Kaltstartstrom (EN): 680 A
Wartungsfrei/verschlossen: ja


Ford: Gute Autobatterie zum vergleichsweise hohen Preis

Überzeugen kann auch die Ford EFB Batterie (etwa 332,94 Euro), die zur Kategorie der Start-Stop-Batterien EFB gehört. Sie erreicht in allen Testkategorien eine hohe Punktzahl, ist jedoch auch die bei weitem teuerste der Autobatterien im Test.

Die Ergebnisse für die Ford-Autobatterie im Überblick:
+ Kapazität
+ Kaltstart
+ Tiefenentladung
+ Handhabung
Kosten

Merkmale:
Kapazitätsangabe: 75 Ah
Eigengewicht: 21,68 kg
Kaltstartstrom (EN): 680 A
Wartungsfrei/verschlossen: ja


Vier Autobatterien im Test sind „empfehlenswert“

Vier der neun Testkandidaten erhalten immerhin das Urteil „empfehlenswert“:

  • Die Start-Batterie Moll Karmina start (etwa 94,01 Euro) und die Uni1Energy Sealed High Performances (etwa 117,49 Euro) punkten durch eine gute Handhabung und den vergleichsweise günstigen Preis.
  • Die Start-Stop-Batterie EFB Exide Start-Stop (etwa 157,30 Euro) kommt im Test auf die Nenn-Kapazität. Die Start-Stop-Batterie EFB Varta Blue Dynamic E45 (etwa 117,81 Euro) ist vergleichsweise günstig, bringt es aber nur auf fünf Entladezyklen.

So hat die GTÜ getestet

Im Test hat die GTÜ unter anderem geprüft, wie viele Entladezyklen die Autobatterien durchhalten. Ebenfalls getestet wurde die Regenerationsfähigkeit nach einer Entladung. Um das Kaltstartvermögen zu ermitteln, kamen die Batterien in die Kältekammer und mussten 12 Stunden bei -20 °C ausharren.

Autobatterien kaufen, wechseln und entsorgen: 5 Tipps

  • Bevor Sie eine neue Autobatterie kaufen, schauen Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs nach, welcher Batterietyp verwendet werden darf.
  • Im Handel finden Sie fertig gefüllte und geladene Batterien sowie trocken vorgeladene Modelle, die Sie vor dem Einbau befüllen müssen. Letztgenannte Variante erreicht ihre volle Kapazität erst nach einigen Lade- und Entladevorgängen.
  • Fast alle heute verkauften Batterien tragen das Prädikat „wartungsfrei“. Sie sind verschlossen, sodass theoretisch keine Säure austreten kann. Achten Sie trotzdem darauf, die Batterie nicht über längere Zeit zu kippen.
  • Eventuell müssen nach dem Batteriewechsel bestimmte Steuerelemente wieder initialisiert werden. Das erfahren Sie in der Bedienungsanleitung.
  • Autobatterien gehören nicht in den Hausmüll! Einige Werkstätten nehmen sie zurück und erstatten sogar ein Batteriepfand, falls Sie die Quittung aufgehoben haben. Auch auf dem Wertstoffhof können Sie die Autobatterie entsorgen.

Fazit: Geringer Preis ist kein Zeichen für geringe Leistung. Eine günstige Autobatterie muss nicht zwangsläufig eine geringere Leistung erbringen. Das zeigt der Test der GTÜ. Preis-/Leistungssieger ist die Blei-Säure-Batterie von Keckeisen.

Grafik: GTÜ

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