Worauf Sie beim Schlittenkauf achten sollten

Foto: Stefano Lunardi | Dreamstime.com Foto: Stefano Lunardi | Dreamstime.com

Die ersten Schneeflocken fallen: Da zieht es große und kleine Winterfans schnell nach draußen. Und was muss mit dabei sein? Natürlich der Schlitten. Berghänge und Hügel verwandeln sich in rasante Abfahrten, auf den Kufen geht es schnell durch den Schnee. Doch welche Schlitten sind eigentlich die besten für den Winterspaß? Was unterscheidet Schlitten aus Holz von Schlitten aus Kunststoff? Und welche Modelle sind für Babys und Kleinkinder wirklich sicher? Worauf Sie für einen unbeschwerten Winterspaß beim Schlittenkauf achten sollten, zeigt dieser Ratgeber auf Produkte im Test.

Schlitten aus Holz: Die Klassiker

Foto: Ultrasport | Davos-Schlitten

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Holzschlitten werden schon seit Jahrhunderten zum Transport von Lasten eingesetzt. In ihrer kleinen Form sind sie heute vor allem ein beliebtes Spielzeug für Kinder. Traditionell werden diese Schlitten aus Eschenholz gefertigt, aber auch das Holz der Buche und andere Hölzer können zum Einsatz kommen.

Die am weitesten verbreitete Art der Holzschlitten ist der Davoser Schlitten: Die ebene Sitzfläche wie auch die Verbindungsstreben sind komplett aus Holz gefertigt, die Kufen sind mit Eisen beschlagen. Diese Schlitten gibt es schon für kleines Geld, die Preise liegen zwischen 30 und 100 Euro, Hersteller sind unter anderem rodel-rudi oder Gloco. Die Schlitten sind robust, stabil und machen viele Winter lang Freude. Ihr Nachteil: Die Schlitten sind relativ schwer und daher gerade für jüngere Kinder schwierig zu transportieren.

Hörnerschlitten: Der Urtyp für den Winterspaß

Zu den Klassikern der aus Holz gefertigten Schlitten gehört der Hörnerschlitten, der seinen Namen eben den zu Hörnern gebogenen, vorderen Ausläufern der Kufen verdankt. An diesen Hörnern können sich die Fahrer bei rasanten Abfahrten gut festhalten. Es gibt diesen Schlittentyp in vielen verschiedenen Größen und Varianten. Der größte Nachteil: Der Schwerpunkt der Schlitten liegt relativ hoch, daher gibt er bei schnell genommenen Kurven leicht um. Umso kleiner und leichter die Fahrer, umso schwieriger lassen sich die Schlitten lenken und kontrollieren. Diese klassischen Schlittentypen gibt es für Preise zwischen 50 und 150 Euro, von Herstellern wie Kathrein und Impag.

Kunststoffschlitten: Rasant im Schnee unterwegs

Foto: KHW | Snow Future

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Mit Schlitten aus Holz erreichen die Fahrer bei Abfahrten schon rasante Geschwindigkeiten. Kunststoffschlitten sollen noch mehr Tempo machen. Beliebte Variante der Schlitten aus Kunststoff sind vor allem die Lenkschlitten, auch als Lenkbob bezeichnet. Wie der Name schon andeutet, sind diese mit einem Lenkrad ausgestattet. Sie sind daher leichter zu kontrollieren als die klassischen Schlitten aus Holz. Sie gleiten zudem auf breiteren Kufen aus Kunststoff oder Metall daher, statt zwei besitzen sie oft drei Kufen, ähnlich wie ein Dreirad. Zudem sind sie mit ein oder zwei Bremshebeln ausgestattet. Lenkschlitten sind daher eine besonders sichere Variante, mit denen auch jüngere Kinder Spaß im Schnee haben können, sie liegen gut in den Kurven und kommen zuverlässig zum Stehen.

Allerdings bieten sie oft nur Platz für einen Fahrer und sind relativ sperrig. Die Preise liegen zwischen 30 und 150 Euro, Hersteller sind beispielsweise KHW, AlpenGaudi und Hamax. Andere Schlitten aus Kunststoff kommen ohne Kufen aus: Rodelwannen gleiten ebenfalls schnell durch den Schnee. Ihr Vorteil: Sie sind sehr kippsicher. Der Nachteil: Die Fahrer können sich kaum festhalten, für kleine Kinder eignen sich Rodelwannen daher weniger.

Rennrodel: Für sportliche Wettbewerbe

Während die meisten Schlitten vor allem für das Freizeitvergnügen vorgesehen sind, werden mit Rennrodeln auch sportliche Wettkämpfe bestritten. Die Rodel können aus Holz oder Kunststoff bestehen, bei professionellen Wettkämpfen kommen heute Modelle aus Kunststoff zum Einsatz. Sie sind wesentlich flacher als Freizeitschlitten, die Sitzfläche befindet sich nur im hinteren Teil. Für eine besonders gute Aerodynamik liegen die Fahrer während der Abfahrt flach auf dem Schlitten auf. Die Steuerung eines Rennrodels benötigt Übung; diese Schlitten sind vergleichsweise leicht, können daher in den Kurven auch leicht kippen. Die Kosten für das Sportgerät beginnen bei etwa 120 Euro, Modelle für Wettkämpfe können bis zu 500 Euro kosten. Traditionsunternehmen wie Troggler und Stiga stellen die Rennschlitten her.

Schlitten speziell für Kinder

Schlittenfahren ist nun insbesondere für Kinder ein großes Vergnügen. Spezielle Kinderschlitten können sowohl aus Holz wie auch aus Kunststoff hergestellt sein. Baby-Schlitten und Schlitten für jüngere Kinder sollten mit einer gebogenen Rückenlehne ausgestattet sein, die einen sicheren Sitz gewährleistet und verhindert, dass das Kind während der Fahrt hinunterfällt. Ein Gurt sorgt für noch mehr Sicherheit. Solche Kinderschlitten gibt es beispielsweise von Stiga und AlpenGaudi; Modelle aus Kunststoff kosten ab 15 Euro aufwärts, Modelle ab Holz um die 100 Euro.

Diese Schlitten überzeugen in Tests

Im Schlittentest von Stiftung Warentest (Heft 12/2013) schaffte es der Graf Holzwaren Flizzer (um 260 Euro, hier erhältlichGraf Family Flizzer bei Amazon) mit der Note „Gut“ auf den ersten Platz. Der Kathrein Tourenrodel (um 165 Euro, hier erhältlichKathrein Tourenrodel bei Amazon), ebenfalls aus Holz gefertigt, erreicht den zweiten Platz, ist aber als Rennschlitten eher für Erwachsene geeignet. Unter den Schlitten aus Kunststoff mit Lenkung überzeugt das Modell KHW Snow Future (um 115 Euro, hier erhältlichKHW Snow Future bei Amazon). Der TÜV Rheinland hat 2012 im Auftrag der BamS zehn Kinder-Schlitten getestet. Testsieger wurde der Plastik-Rodel Susatum Twister (um 10 Euro).

Welchen Schlitten kaufen?

Wer in erster Linie Spaß im Schnee haben möchte, ist mit einem klassischen Schlitten aus Holz gut beraten. Auf einem größeren Modell sind auch mehrere Kinder gleichzeitig unterwegs. Rasanter und für jüngere Fahrer ein wenig sicherer geht es mit lenkbaren Schlitten aus Kunststoff durch den Schnee. Rennschlitten sind vor allem für Wintersportler gedacht und nicht für kleine Kinder geeignet.

Für welches Modell Sie sich auch entscheiden – einige Details sollten Sie beim Kauf immer beachten:

  • Der Schlitten ist mit dem Prüfsiegel des TÜV und dem GS-Siegel für geprüfte Sicherheit ausgezeichnet.
  • Es ist angegeben, bis zu welchem Gewicht er belastbar ist.
  • Die Kufen dürfen keine scharfen Kanten haben
  • Kufen aus rostfreiem Stahl sind haltbarer.
  • Schlitten schwerer als sechs Kilogramm sollten über eine Lenkvorrichtung verfügen.
  • Die Zugschnur sollte bereits beim Schlitten dabei sein. Sind die Enden mit Kunststoff überzogen, lassen sie sich mit Handschuhen besser greifen.

Fazit: Ob winterliches Freizeitvergnügen oder sportlicher Wettbewerb: Die richtigen Schlitten lassen sich für jedes Bedürfnis und in jeder Preisklasse finden. Achten Sie beim Kauf auf eine stabile und solide Verarbeitung sowie auf getestete Sicherheit, steht dem Spaß im Schnee nichts mehr im Wege.

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