Ratgeber vertikutieren: Gute Geräte und Tipps für einen schönen Rasen

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Foto: Gardena | EVC 1000 Foto: Gardena | EVC 1000

Eine schön gepflegte Rasenfläche ist die Freude jedes Hobbygärtners. Der Rasenmäher (hier erfahren Sie mehr) ist oft nicht ausreichend, um ein gleichmäßiges, frisches Grün zu erzeugen. Moos und Rasenfilz stören oft den ordentlichen Eindruck. Mit einem Vertikutierer rücken Sie alten Mährückständen und Moospolstern zu Leibe. Die Geräte gibt es nun in verschiedenen Ausführungen. Welche Modelle eignen sich am besten für Ihren Garten? Welche Vertikutierer schneiden in Tests gut ab? Und wann sollte der Rasen vertikutiert werden? Das zeigt der folgende Ratgeber.

Was ist ein Vertikutierer?

Foto: Gardena | EVC 1000

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Oft hört man, dass ein Vertikutierer den Rasen belüftet. Das ist allerdings nur zum Teil richtig: Wenn Sie den Rasen vertikutieren, entfernen Sie tatsächlich Moos und Rasenfilz aus dem Rasen. Mit ihrer Harke zerstören die Geräte dabei auch die Wurzeln des Mooses, sodass kein neues mehr nachwachsen kann. Das hat zur Folge, dass die Rasenwurzeln mehr Luft bekommen, der Rasen wächst besser und dichter. Vertikutierer arbeiten mit einer horizontal eingebauten Achse. An dieser sitzen mehrere Messer, die je nach Modell starr verbaut oder beweglich sind. Ein Motor versetzt die Achse in Rotation, die Messer ritzen die Grasnarbe an und heben Rasenfilz und Moos heraus.

Elektro-Vertikutierer: Für kleinere, gut zugängliche Flächen

Vertikutierer unterscheiden sich nach der Art ihres Antriebs : Sie arbeiten entweder mit einem Elektro- oder mit einem Benzin-Motor oder werden von Hand betrieben. Elektro-Vertikutierer werden mit Strom betrieben, ein Stromanschluss muss also in der Nähe vorhanden sein. Das bieten die Geräte:

  • Motorleistung zwischen 1.100 und 1.600 Watt
  • Arbeitsbreite zwischen 30 bis 40 cm
  • Fangsackvolumen zwischen 28 Liter und 60 Liter
  • Die Arbeitshöhe lässt sich bei hochwertigen Geräten individuell einstellen.
  • Zumeist bestehen diese Vertikutierer aus robustem Kunststoff.
  • Das Gewicht liegt zwischen 10 und 20 kg, die schwersten Modelle wiegen um 22 kg.

Das geringe Gewicht hat auch einen Nachteil: Die Messer dringen nicht so tief in die Grasnarbe ein, sehr leichte Geräte hoppeln daher manchmal etwas über den Boden. In diesem Fall erschweren Sie das Gerät, zum Beispiel mit einem Sandsäckchen. Modelle mit Elektromotor eignen sich für Gärten bis zu einer Fläche von etwa 600 Quadratmetern. Markengeräte gibt es beispielsweise von Makita oder Einhell, ab etwa 80 Euro.

Benzin-Vertikutierer: Die erste Wahl für größere Rasenflächen

Schwerer und für größere Gärten geeignet sind Benzin-Vertikutierer. Das lästige Stromkabel fällt bei diesen Geräten weg. Die Daten:

  • Leistung zwischen 1.500 und 3.000 Watt
  • Arbeitsbreite zwischen 35 und 45 cm
  • Fangkorbvolumen zwischen 45 und 60 Liter
  • Die Arbeitshöhe ist zumeist individuell einstellbar.
  • Es gibt Geräte aus Kunststoff, aber auch aus Aluminium und Metall.
  • Das Gewicht liegt zwischen 20 und 35 kg.

Durch das höhere Gewicht lassen sich die Geräte zwar etwas schwerer schieben, die Messer können aber tiefer in die Grasnarbe eindringen. Geräte mit Benzinmotor eignen sich für Gärten ab 600 Quadratmeter aufwärts. Hochwertige Modelle gibt es etwa von Brill und AL-KO, die Preise beginnen bei etwa 200 Euro.

Hand-Vertikutierer: Für Vorgärten und kleinere Gärten

Natürlich können Sie Ihren Rasen auch von Hand vertikutieren. Dabei ist allerdings Muskelkraft gefragt. Der Vorteil: Hand-Vertikutierer sind vergleichsweise günstig, Markengeräte von Gardena oder Wolf-Garten erhalten Sie schon zwischen 50 und 75 Euro. Von Hand vertikutieren Sie Vorgärten und kleinere Gärten bis etwa 100 Quadratmeter Größe. Die Daten:

  • Arbeitsbreite zwischen 30 und 40 cm
  • kein Fangkorb, der Verschnitt landet auf dem Rasen
  • Arbeitshöhe individuell einstellbar
  • Hand-Vertikutierer bestehen zumeist aus Kunststoff und haben Metallachsen oder Achsen aus Edelstahl.
  • Das Gewicht beträgt etwa 10 kg.

Rasenlüfter: Zur Verbesserung der Luft-, Wasser- und Nährstoffaufnahme

Rasenlüfter entfernen kein Moos, sondern säubern den Rasen von abgestorbenen Halmen und losem Gras. Das schont die Grasnarbe. Per Hand müssen Sie dafür die Harken in regelmäßigen Abständen in den Rasen stoßen. Die mechanische Methode eignet sich für kleinere Gartenflächen. Günstige Modelle von Gardol oder Florabest gibt es schon ab 15 Euro. Die Daten zum Hand-Rasenlüfter:

  • Arbeitsbreite zwischen 30 und 45 cm
  • kein Fangkorb
  • Arbeitshöhe individuell einstellbar
  • Harken aus Metall, oft mit Kunststoffgriffen
  • Gewicht zwischen 10 und 15 kg

Welche Vertikutierer sind gut?

Stiftung Warentest hat in Heft 4/2012 zahlreiche Elektro-Vertikutierer und zwei Hand-Vertikutierer geprüft. Testsieger mit der Note „Gut“ wurde der Gardena EVC 1000 (ab 120 Euro, hier erhältlichGardena EVC 1000). Er hole viel Moos und Filz aus dem Rasen, schone die Grasnarbe und verstopfe kaum, schreibt Stiftung Warentest. Platz 2 ging an den Viking LE 450 (Note „Gut“). Das Gartengerät vertikutiere gut und schone die Grasnarbe.

Tipp der Redaktion

Welche Gartenarbeiten von März bis Mai anfallen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Die zwei Hand-Vertikutierer Gardena Combisystem-Vertikutier-Boy (ab 50 Euro, hier erhältlichGardena Combisystem-Vertikutier-Boy bei Amazon) und Wolf-Garten multi-star (ab 30 Euro, hier erhältlichWolf-Garten multi-star bei Amazon) blieben zwar ohne Endnote, überzeugten aber auf kleinen Rasenflächen durch schonende Arbeitsweise. Das Gerät von Gardena war dabei etwas leichtgängiger. Im Test von „selbst ist der Mann“ (Heft 4/2014) erhielt der Benzin-Vertikutierer Viking LB 540 fünf von fünf möglichen Punkten.

Wann und wie sollte der Rasen vertikutiert werden?

Nach dem Vertikutieren braucht der Rasen einige Wochen Schonung, um frisch und grün nachwachsen zu können. Möchten Sie den Sommer im Garten genießen, sollten Sie den Vertikutierer daher möglichst im Frühjahr einsetzen; ab April können Sie mit der Rasenpflege beginnen. So gehen Sie dabei vor:

  • Düngen Sie den Rasen ab März.
  • Lassen Sie ihn wachsen und mähen Sie ihn anschließend auf etwa 4 cm.
  • Rund zwei Wochen später können Sie das erste Mal vertikutieren; der Rasen sollte dafür trocken sein.
  • Stellen Sie die Vertikutiertiefe auf 2 bis 3 mm ein.
  • Führen Sie den Vertikutierer in gleichmäßiger Geschwindigkeit über den Rasen, erst in Längs- und dann in Querrichtung.
  • Nach dem Vertikutieren harken Sie übriggebliebenen Rasenfilz auf und säen kahle Stellen mit frischen Rasensamen nach (ab 4 Euro, hier erhältlichRasensamen bei Amazon).
  • Bei schweren Böden können Sie nach dem Vertikutieren etwas Sand auf die Rasenfläche streuen; das verbessert die Durchlüftung. Bei Bedarf können Sie diese Arbeitsschritte bis September wiederholen.

Tipps für einen schönen Rasen

Foto: Gardena

Foto: Gardena

Sobald das Gras sprießt, können Sie mit der Rasenpflege beginnen. Mähen Sie dabei den Rasen im Frühjahr nicht zu kurz: Gartenprofis empfehlen eine Höhe von 4 cm. Um nach dem Vertikutieren dem Nachwachsen von Moos vorzubeugen, sollten Sie den Rasen kalken. Dadurch reguliert sich der pH-Wert des Bodens – Moos, das einen sauren Boden bevorzugt, kann nicht mehr wurzeln.

Sobald sich der Kalk vollständig im Boden gelöst hat, empfiehlt sich eine weitere Düngung mit speziellem Rasendünger (ab 8 Euro, hier erhältlichRasendünger bei Amazon). Sie sollten den Rasen nicht zu häufig vertikutieren, da die Grasnarbe einige Wochen braucht, um sich zu erholen. Sammelt sich zwischendurch Rasenfilz an, verwenden Sie besser einen Rasenlüfter.

Fazit: Setzen Sie Ihren Vertikutierer gezielt ein, können Sie sich im Sommer über eine gleichmäßige und gepflegte Rasenfläche freuen. Für jede Gartengröße finden Sie dabei das richtige Gerät.

Video zur Rasenpflege

Kommentare (2)

  • Christa sagt:

    Danke für die hilfreichen Tipps am Ende Deines Beitrags. Wir müssen uns dieses Jahr auf jeden Fall um unseren Rasen im Garten kümmern. Viele Stellen sind leicht vermoost. Per Hand arbeiten ist zu aufwendig und dauert zu lange. Zum Glück werden die Tage wieder schöner und es kann endlich wieder losgehen mit der Gartensaison.

  • Saskia sagt:

    Hallo Christa,

    es freut uns, dass dir die Tipps zur Rasenpflege gefallen haben! 🙂 Wir wünschen dir eine schöne, sonnenreiche Gartensaison!

    Schöne Grüße,
    das Team von Produkte im Test

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