Kochtopf kaufen: Worauf Sie achten müssen und welche Modelle gut sind

Foto: Corina Daniela Obertas | Dreamstime.com Foto: Corina Daniela Obertas | Dreamstime.com

Sie werden gehegt und gepflegt und ohne sie läuft in der Küche nichts: Kochtöpfe braucht einfach jeder. Günstige Modelle gibt es schon beim Discounter, ein hochwertiger Kochtopf kann aber auch mal mehrere hundert Euro kosten. Welche Kochtöpfe lohnen sich nun wirklich und aus welchen Materialien sollten sie hergestellt sein? Welche Vorteile bietet ein Emaille-Topf und wann sollte man einen Gusseisentopf einsetzen? Und welche Töpfe brauchen Sie tatsächlich in der Küche? Antworten und Tipps zur Reinigung, Pflege und Aufbewahrung von Kochtöpfen gibt der Ratgeber auf Produkte im Test.

Kochtöpfe aus Edelstahl sind robust, leicht zu reinigen und bringen ein vergleichsweise geringes Gewicht mit. Der Boden dieser Kochtöpfe besteht zumeist aus Aluminium und muss für eine gleichmäßige Wärmeleitung recht dick sein; das Erhitzen von Speisen nimmt daher etwas mehr Zeit in Anspruch als bei anderen Topfarten. Ein weiterer Nachteil von Edelstahltöpfen: Die Kochtöpfe können Nickel an die Speisen abgeben – ein Risiko für Allergiker.

Kochtopf-Arten und ihre Vor-/Nachteile im Überblick

Foto: Fissler | intensa

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Ein antihaftbeschichteter Kochtopf soll das Anbrennen von Speisen verhindern. Töpfe aus Aluguss sind leicht und durch die Antihaftbeschichtung einfach zu reinigen. Das Material ist außerdem ein ausgezeichneter Wärmeleiter. Beim Kochen mit antihaftbeschichteten Töpfen aus Aluguss sollten Sie darauf achten, die Beschichtung nicht mit Gabeln oder anderen spitzen Gegenständen zu beschädigen. Gusseisentöpfe sind relativ schwer. Ihr großer Vorteil: Das Material ist ein guter Wärmespeicher, außerdem sollen Speisen in diesen Kochtöpfen ein herzhaftes Aroma erhalten. Töpfe aus Gusseisen müssen vor der ersten Benutzung mit ein wenig Öl eingebrannt werden, das erfordert etwas Übung.

Wer nickelfreie Kochtöpfe sucht, greift häufig zum Kochtopf aus Emaille. Der Emaille ähnlich, aber noch ein wenig robuster sind Töpfe aus den Materialien E30 und Silargan. Alle diese Materialien sind gute Wärmeleiter und speichern die Wärme lange. Kupfer ist ein hervorragender Wärmeleiter, Kupfertöpfe erhitzen Speisen daher besonders schnell. Allerdings brennen Speisen auch schneller an, der Umgang mit Kochtöpfen aus Kupfer erfordert ein wenig Übung. Kupfertöpfe sind zudem vergleichsweise kostspielig.

Tipp der Redaktion

Sie suchen eine Dunstabzugshaube? Welche Modelle im Test überzeugen und worauf Sie beim Kauf einer Dunstabzugshaube achten sollten, lesen Sie hier.

Induktionsherde erhitzen Speisen über ein Magnetfeld. Damit das funktioniert, muss der Boden der Kochtöpfe magnetisch sein. Dder Boden von eigentlich unmagnetischen Edelstahltöpfen und Alugusstöpfen wird daher magnetisiert. Diese Böden sind in mehreren Schichten aufgebaut – bei schnellen Temperaturveränderungen können sie sich verziehen. Kupferböden kommen am besten mit schnellen Temperaturschwankungen zurecht; optimal für Induktion sind daher Edelstahltöpfe mit einem Kupferboden sowie Emaille-Kochtöpfe.

Foto: Silit | Sicomatic econtrol Duo

Foto: Silit | Sicomatic econtrol Duo

Ein Schnellkochtopf arbeitet mit Überdruck; luftdicht verschlossen, bildet sich im Inneren heißer Dampf. Da dieser nicht entweichen kann, werden im Topfinneren sehr hohe Temperaturen erreicht, die Garzeit verringert sich. Schnellkochtöpfe müssen über einen gut abschließenden Dichtungsring verfügen sowie über ein Ventil im Deckel, das ein kontrolliertes Ablassen des Dampfes ermöglicht.

Eine Kasserolle ist ideal für Fleisch und Schmorgerichte. Diese Töpfe haben in der Regel eine ovale Form und sind etwas flacher als andere Modelle. Gusseisen ist aufgrund seiner guten Wärmespeicherfähigkeiten das ideale Material für Kasserollen. Ein Fleisch- und Bratenopf hat in der Regel einen Durchmesser von 16 bis 24 cm, die Wände sind vergleichsweise hoch. Fleisch lässt sich in diesen Töpfen besonders saftig zubereiten. Der Suppentopf hat besonders hohe Wände – dadurch kann die aufsteigende Wärme gut genutzt werden, Suppen und Eintöpfe werden gleichmäßig durchgegart.

Weitere Spezialtöpfe:

Nudeltöpfe: Schlanke und hohe Nudeltöpfe sind ideal für Spaghetti. Außerdem verfügen sie über einen Siebeinsatz, mit dem sich die Nudeln leicht abtropfen lassen. Ein Nudeltopf ist auch für Spargel optimal.

Saucentöpfe: Ein Saucentopf, auch Stil-Kasserolle genannt, verfügt über einen vergleichsweise dicken Boden, der das Anbrennen von Saucen verhindern soll.

Milchtöpfe: Diese Töpfe bestehen zumeist aus Edelstahl und ähneln der Stil-Kasserrolle. Sie sind antihaftbeschichtet und haben oft eine kleine Schnaube zum tropfenfreien Ausgießen.

Tipp der Redaktion

Welche Töpfe in Ihrem Haushalt nicht fehlen dürfen, hängt vor allem von Ihren Kochgewohnheiten ab. Schnellkochtöpfe, ein kleinerer Topf mit 16 cm Durchmesser, ein etwas größerer Fleischtopf mit etwa 24 cm Durchmesser sowie ein Suppentopf sind eine gute Grundausstattung. Mit einem Kochtopfset haben Sie gleich alle Töpfe für Ihre Küche beisammen.

Kochtopf kaufen: Darauf müssen Sie achten

Kochtöpfe gibt es in allen Preisklassen. Der Preis sagt aber noch nichts über die Qualität aus – beim Kauf sollten Sie daher auf folgende Dinge achten:

auf einen plan aufliegenden Boden
Griffe aus nicht-wärmeleitenden Materialien wie Kunststoff oder Edelstahl
einen gut sitzenden Deckel: Je weniger Wärme der Deckel entweichen lässt, umso mehr Energie sparen Sie beim Kochen

Welche Töpfe sind empfehlenswert?

Gute Marken mit langer Tradition sind zum Beispiel WMF, Fissler und Silit; letztere hat auch spezielle, sehr robuste Emaille-Kochtöpfe aus Silargan im Programm. Im Kochtopf-Test von Stiftung Warentest (Heft 1/2009) schneiden auch günstige Modelle gut ab: Testsieger wurde etwa das Tchibo TCM Set mit Edelstahltöpfen. Das Kochtopf-Set WMF Gala Plus (ab 170 Euro, hier erhältlichWMF Gala Plus bei Amazon) erreichte Platz zwei, die Töpfe von AMC Visiotherm (ab 115 Euro, hier erhältlichAMC Visiotherm bei Amazon) lagen auf dem 3. Platz.

Foto: Fissler | vitavit® premium 6 l

Foto: Fissler | vitavit® premium 6 l

Unter den Schnellkochtöpfen erreichte im ETM Testmagazin (Heft 8/2013) der Silit Sicomatic econtrol (ab 125 Euro, hier erhältlichSilit Sicomatic econtrol bei Amazon) den ersten Platz. In Ausgabe 11/2014 hat das ETM Testmagazin 14 induktionsgeeignete Kochtöpfe und Topf-Sets mit 20 cm Durchmesser zum Vergleich antreten lassen, darunter sieben aus Edelstahl und sieben mit Beschichtung. Zu den „sehr guten“ Testsiegern gehören der Edelstahl-Topf WMF Concento (ab 250 Euro, hier erhältlichWMF Concento bei Amazon) aus dem gleichnamigen Topf-Set und der beschichtete Topf Woll Concept Plus Induction (um 90 Euro, hier erhältlichWoll Concept Plus Induction bei Amazon).

In Heft 5/2016 hat das ETM Testmagazin sieben Schnellkochtöpfe in die Küche gebeten. Bester Dampfkochtopf im Test war der Fissler vitavit® premium 6 l (Note „Sehr gut“, etwa 220 Euro, hier erhältlichFissler vitavit® premium bei Amazon), gefolgt vom Tefal Clipso+ Precision 6 l (Note „Sehr gut“, etwa 150 Euro, hier erhältlichTefal Clipso+ Precision bei Amazon). Drittbester Kochtopf im Test ist der WMF Perfect Pro 4,5 l (Note „Gut“, etwa 120 Euro, hier erhältlichWMF Perfect Pro 4,5 l bei Amazon). Alle Infos und Testergebniss hier.

Soll es ein Kochtopf aus Edelstahl sein? Oder doch lieber ein antihaftbeschichtetes Modell aus Aluminium? Wie sich verschiedene Topf-Sets im Test schlagen, hat Stiftung Warentest in Heft 1/2017 untersucht. Insgesamt 16 Topf-Sets mussten sich der Prüfung stellen, darunter zwölf Edelstahl-Topfsets und vier aus Aluminium. Jedes getestete Kochtopf-Set lässt sich auch für Induktion verwenden. Bestes Edelstahl-Topfset im Test ist das Kochtopf-Set Fissler intensa (Note „Gut“, etwa 500 Euro). Die Töpfe heizen schnell auf, verteilen die Wärme gleichmäßig und halten Speisen lange warm. Zudem sind sie einfach und sicher zu handhaben. Einzig der Energieverbrauch ist etwas hoch. Mit gutem Bodenkontakt und einfacher Handhabung überzeugt das Kochtopf-Set WMF Funktion 4 (Note „Gut“, etwa 450 Euro). Beim Kochen überzeugen die Edelstahl-Töpfe, die Griffe werden jedoch ziemlich heiß. Außerdem ist die Temperaturverteilung am Boden nur mittelmäßig. Welche Topfsets ebenfalls überzeugen, lesen Sie hier.

Tipps zu Reinigung, Pflege und Aufbewahrung

  • Reinigen Sie Ihre Töpfe direkt nach der Benutzung gründlich. Vermeiden Sie allerdings das Scheuern mit harten Gegenständen wie Stahlwolle oder scheuernden Reinigungsmitteln. Um hartnäckige Verkrustungen zu entfernen, geben Sie heißes Wasser in den noch warmen Topf und etwas Spülmittel hinzu und lassen Sie dies einweichen.
  • Edelstahltöpfe bleiben durch die Zugabe von einem Spritzer Essig im Spülwasser lange glänzend.
  • Beschichtete Töpfe und Gusseisentöpfe gehören nicht in die Spülmaschine. Spülen Sie Gusseisentöpfe wenn möglich nur mit heißem Wasser aus und reiben Sie sie danach mit etwas Speiseöl ein.
  • Speisen sollten in Gusseisentöpfen nicht zu lange aufbewahrt werden.
  • Bewahren Sie Ihre Kochtöpfe am besten übereinander gestapelt im Küchenschrank auf.
  • Achten Sie darauf, keine zu scharfkantigen Gegenstände auf beschichtete Topfböden zu stellen, da diese sonst verkratzen können.

Fazit: Bevor Sie sich neue Kochtöpfe zulegen, sollten Sie genau überlegen, welche Modelle Sie in Ihrer Küche brauchen. Für Gelegenheitskocher reichen kleine Sets mit praktischer Antihaftbeschichtung. Ambitionierte Hobbyköche ergänzen um Bräter und Gusseisentopf für das besondere Aroma. Und echte Gourmets probieren sich am Kupferkochtopf aus.

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