Diese Grillgeräte gibt es und das müssen Sie beim Grillkauf beachten

Ratgeber-Grill

Sommerzeit ist Grillzeit. Einige ganz begeisterte Freunde des Grillens leiten die Saison sogar schon im Januar ein. Frisch vom Grill schmecken Fleisch und Fisch doch noch am besten. Auch Gemüse, Käse und sogar Obst entfalten auf dem Grill ein ganz besonderes Aroma. Die Auswahl für Grillfreunde ist heute größer denn je: Ob Sie mit Gas, Kohle oder elektrisch grillen möchten, ihr Grillgut räuchern oder gleich ein ganzes Spanferkel im Garten zubereiten wollen – es gibt für jeden Anlass den passenden Grill. Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Varianten? Welcher Grill passt zu mir? Und welche Grills sind die besten? Die Antworten und Tipps zum sicheren Grillen lesen Sie hier.

Grillen mit Gas

Foto: Weber

Foto: Weber | Spirit E-320 Classic

In den USA ist das Grillen mit Gas bereits weit verbreitet und auch in Deutschland erfreut es sich wachsender Beliebtheit. Vor allem Gourmets und BBQ-Freunde schwören auf den Gasgrill. Hochwertige Geräte von Herstellern wie Weber, Landmann oder Enders sind in der Anschaffung relativ kostspielig, mit Preisen ab etwa 200 Euro müssen Sie rechnen. Gasgrillwagen und Geräte, die zum Beispiel zusätzliche Brenner zum Zubereiten von Saucen mitbringen, werden schnell noch teurer. Die Anschaffungskosten sollen sich aber durch viele Vorteile bezahlt machen:

  • Die gewünschte Temperatur ist schnell erreicht,
  • die Temperatur lässt sich passend zum Grillgut einstellen,
  • Gas ist günstiger als Holzkohle,
  • die Grills sind einfach zu reinigen.

Der Gasgrill ist jedoch auch vergleichsweise groß und muss bei Nichtgebrauch trocken und sicher untergestellt werden. Zum Betrieb benötigen Sie Propangasflaschen, die Sie im Baumarkt und im Campingmarkt erhalten. Nur wenige Grills arbeiten mit Erdgas. Beim Kauf sollten Sie auf eine möglichst hohe Leistung achten. Diese wird in kW angegeben; je höher die Leistung, umso schneller erreicht der Grill die gewünschte Betriebstemperatur.

Grillen mit dem Elektrogrill

Der Elektrogrill bietet Grillfreunden einige Vorteile: Er erreicht schnell die gewünschte Temperatur und es entwickelt sich kein störender Rauch. Der Frieden in der Nachbarschaft bleibt also gewahrt. Kleine Elektrogrills können Sie zudem auf dem Balkon einsetzen, Tischgeräte sogar in Innenräumen. Elektrogrills gibt es in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen, als Grillwagen genauso wie als Standgrill. Sie sind sehr einfach zu reinigen. Der Nachteil: Zum Grillen muss ein Stromanschluss in der Nähe sein und natürlich verbraucht das Gerät auch Strom – jedoch nur wenig, die Leistungsaufnahme liegt zwischen 2.000 und 2.500 Watt. Grillfreunde vermissen oft den typischen, rauchigen Grillgeschmack. Kleine Elektrogrills von Tefal oder Severin gibt es schon ab 50 Euro.

Grillen mit Holzkohle

Foto: Barbecook

Foto: Barbecook | Major Black Go

Der Holzkohlegrill ist der Klassiker unter den Varianten. Im Sommer erhalten Sie einen einfachen Grill schon ab zehn Euro an jeder Tankstelle. Es gibt kleine Geräte, die Sie überall hin mitnehmen können, aber auch große Standgrills für den Garten. Sie können sich auch für einen edlen Säulengrill aus Edelstahl entscheiden, der leichter zu reinigen ist. Der Vorteil beim Grillen mit Holzkohle ist vor allem das romantische Flair. Genießer schätzen zudem den typisch rauchigen Geschmack, den die Holzkohle hervorkitzelt.

Die Nachteile: Es entwickelt sich viel Rauch, der Nachbarn stören kann. Bis die Kohle wie gewünscht glüht, kann zudem einige Zeit vergehen. Für einen Kugelgrill von namhaften Herstellern wie Weber müssen Sie je nach Ausstattung zwischen 100 und 500 Euro einplanen. Säulengrills von Tepro kosten ab 50 Euro, Modelle von Barbecook ab 100 Euro und ein Grillwagen mindestens 150 Euro.

Grillen und Räuchern im Smoker

Für ein typisch amerikanisches BBQ schwören viele Genießer auf einen Smoker-Grill, auch Räucherofen genannt. Eine Abdeckung hält den Rauch im Inneren des Grills, dadurch bekommen Fleisch und Fisch das gewünschte Räucheraroma. Ein traditioneller Smoker-Grill wird mit Holz oder Kohle betrieben. Durch die Wahl unterschiedlicher Hölzer können Sie den Geschmack des Grillguts verändern. Vor der Benutzung müssen Sie den Grill einbrennen. Smoker sind etwas für ausgesprochene BBQ-Fans und recht teuer in der Anschaffung. Die Preise für Smoker von Herstellern wie El Fuego oder Farmer Grill schwanken zwischen 500 und mehreren Tausend Euro. Außerdem sind Smoker sehr groß und entsprechend umständlich zu verstauen. Hochwertige Geräte sind dafür sehr einfach zu reinigen.

Spanferkel grillen

Ein spezieller Spanferkel-Grill besteht aus einem rotierenden Spieß, auf dem das Ferkel gebraten wird, sowie aus der Feuerstelle. Einfache Modelle von Tepro gibt es schon ab 250 Euro, hochwertige Grillwagen können auch 2.000 Euro kosten. Die Verwendungsmöglichkeiten sind begrenzt: Wenn Sie gerne viele Gäste zum Spanferkelessen einladen oder eine professionelle Gastronomie betreiben, kann sich die Anschaffung lohnen. Alternativ können Sie einen Spanferkel-Grill mieten, zum Beispiel über diese Seite.

Feuerkorb und Feuerschale zum Grillen

Eine Feuerschale ist die besonders einfache Art des Grillens. In der Schale schichten Sie Holz oder Kohle auf, hängen den Grillrost darüber und garen darauf Ihr Grillgut. Eine Feuerschale ist mit 20 bis 50 Euro vergleichsweise preiswert und einfach anzuwenden. Beim Grillen am offenen Feuer sind natürlich Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Die Rauchentwicklung ist vergleichsweise hoch, Nachbarn könnten sich gestört fühlen. Der Reinigungsaufwand ist ähnlich hoch wie beim Grillen mit Holzkohle.

Welcher Grill ist der richtige für mich?

Wie so oft gilt: Für welchen Grill Sie sich entscheiden, ist in erster Linie Geschmackssache. Darüber hinaus ist die Entscheidung eine Frage des Geldbeutels und des vorhandenen Platzes. Gasgrills und Smoker nehmen viel Platz weg und sind teuer. Passionierte Grillfreunde, die ihren Grill häufig im Einsatz haben, zahlen das Geld aber gerne.

Mögen Sie es traditionell und günstig und haben tolerante Nachbarn, ist das Grillen mit Holzkohle das richtige für Sie. Für Balkon und kleine Gärten ist der Elektrogrill praktisch. Auf allen drei Varianten lässt sich eine große Auswahl an Grillgut zubereiten: Fleisch, Fisch, Gemüse und Grillkäse gelingen sowohl mit Holzkohle als auch Gas und Strom. Der Räucherofen ist vor allem für Fleisch und Fisch gedacht.

Möchten Sie den Grill möglichst flexibel einsetzen, empfiehlt sich ein Grillwagen auf Rädern. Wer im Garten einen festen Platz zum Grillen hat, wählt einen stabilen Standgrill – oder baut bei entsprechendem Platz einen Grillkamin auf die Terrasse. Einen mit Holzkohle oder Holz betriebenen Grillkamin können Sie selbst mauern oder auf ein komplettes Modell aus dem Baumarkt zurückreifen. Bei Platzproblemen kann ein schlanker Säulengrill die Alternative sein.

Welche Grills sind die besten?

Foto: BBQ-Scout GmbH

Foto: BBQ-Scout GmbH | Modell 7620

Das ETM Testmagazin hat in Ausgabe 6/2014 sechs Smoker getestet. Testsieger mit der Note „Sehr gut“ wurde der Big Boy Modell 7620 von Grill´n Smoke by BBQ Scout (um 700 Euro, hier erhältlichGrill'n Smoke Big Boy BBQ-Smoker bei Amazon). Platz 2 mit der Note „Gut“ ging an den Tepro 1049 (um 400 Euro, hier erhältlichTepro 1049 bei Amazon). Der  dilego Smoker BBQ Grill Grillwagen Holzkohle 95 cm Rost XXL GZ35614 (um 180 Euro, hier erhältlichdilego Smoker BBQ Grill Grillwagen Holzkohle 95 cm Rost XXL GZ35614 bei Amazon) schaffte es mit einer „guten“ Gesamtnote auf Platz 3.

Haus & Garten Test hat in Ausgabe 3/2013 drei Smoker-Grills getestet. Bester Smoker im Test war der Barbecook Smoker XL (um 160 Euro, hier erhältlichBarbecook Smoker XL), gefolgt vom Smoker Grill Tepro Biloxi (um 170 Euro, hier erhältlichTepro Biloxi). Beide Smoker überzeugten im Test mit der Note „Sehr gut“. Ein wahres Schnäppchen ist der insgesamt „gute“ Preis-/Leistungssieger Activa Grill Lok 11225 (um 100 Euro, hier erhältlichActiva Grill Lok 11225).

In Heft 3/2013 hat Haus & Garten Test drei Grillwagen hinsichtlich Funktion, Handhabung und Verarbeitung geprüft. Bester Kohlegrillwagen im Test war der Tepro Atlanta (Note „Sehr gut“, um 130 Euro, hier erhältlichTepro Atlanta). Silber ging an den Preis-/Leistungssieger Activa München 10925 (Note „Gut“, um 50 Euro, hier erhältlichPreis-/Leistungssieger Activa München 10925). Wer einen Picknickgrill kaufen möchte, ist mir dem Weber Smokey Joe Premium (um 100 Euro, hier erhältlichWeber Smokey Joe Premium) „sehr gut“ beraten. Im Vergleich von Haus & Garten Test überzeugte der Grill mit durchdachter Konstruktion und leichter Handhabung. Der Tepro Columbus (um 1.490 Euro, hier erhältlichTepro Columbus bei Amazon) ist laut „Fire & Food“ ein besonders überzeugender Spanferkelgrill (Heft 2/2010). Weitere Grill-Tests finden Sie hier.

Direktes und indirektes Grillen: Was ist der Unterschied?

Als direktes Grillen bezeichten man das Grillen direkt über der Glut – bzw. über der Gasflamme oder auf dem Elektrofeld. Das Grillgut ist sehr starker Hitze ausgesetzt. Diese Methode eignet sich für Kurzgebratenes, etwa Steaks, für Hamburger, Geflügel und Gemüse. Die Röstaromen setzen sich gut durch. Allerdings kann Grillfett in die Glut tropfen, was krebserregende Substanzen freisetzen kann. Grillen Sie fettige oder marinierte Lebensmittel auf Holzkohle oder Gas, verwenden Sie daher Grillschalen.

Beim indirekten Grillen ordnen Sie die Kohle so an, dass diese nur auf einer Hälfte des Grills liegt. Größere und dickere Stücke Fleisch garen Sie nun auf der Seite ohne Kohle. Die Hitze reicht zum Durchgaren aus, der Garvorgang ist allerdings schonender als direkt über der Glut. Ein Kugelgrill ist für das indirekte Grillen optimal, da er die Hitze nicht entweichen lässt und sie von allen Seiten auf das Grillgut einwirken kann. Indirektes Grillen funktioniert allerdings nur mit Kohle und mit Gas.

Tipps zum sicheren Grillen

Grillen ist ein Spiel mit dem Feuer – oder doch zumindest mit der offenen Glut. Ein paar Sicherheits-Tipps sollten Sie daher unbedingt beachten:

  • Ihr Grill sollte möglichst fest und eben stehen. Rollen sind gegebenenfalls zu fixieren.
  • Stellen Sie den Grill möglichst windgeschützt auf.
  • Halten Sie Abstand zu Bäumen und Hecken sowie zu Gebäuden.
  • Grillen Sie nur mit dafür zugelassen Grills in geschlossenen Räumen oder auf dem Balkon.
  • Verwenden Sie nur spezielle Grillanzünder.
  • Schütten Sie nie brennbare Flüssigkeiten wie Benzin oder Spiritus auf den Grill.
  • Verwenden Sie im Holzkohlegrill nur Holzkohle und Briketts, kein selbst gesammeltes Holz.
  • Tragen Sie Schürze und Grillhandschuhe.
  • Kinder und Haustiere sollten Sie nicht unbeaufsichtigt mit dem Grill allein lassen.
  • Achten Sie beim Kauf auf eine gute Verarbeitung des Grills und auf das GS-Prüfzeichen des TÜVs.

Fazit: Grillen macht Spaß – mit dem richtigen Grill gleich noch viel mehr. Ob passionierter BBQ-Fan oder Gelegenheitsgriller: Für jeden gibt es das richtige Modell.

Ihre Meinung zu "Diese Grillgeräte gibt es und das müssen Sie beim Grillkauf beachten"

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *