Diese Bohrmaschinen-Typen gibt es und das gilt es beim Kauf zu beachten

Foto: Katarzyna Bialasiewicz | Dreamstime.com Foto: Katarzyna Bialasiewicz | Dreamstime.com
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Ob bauen, sanieren oder renovieren – eine Bohrmaschine ist für viele Arbeiten in Haus und Wohnung unerlässlich, denn sie ermöglicht das schnelle und präzise Bohren von Löchern in die unterschiedlichsten Materialien. Dabei gibt es für jedes Einsatzgebiet das passende Gerät.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Gerätetypen es für den Hausgebrauch gibt und für welche Materialien diese geeignet sind. Lesen Sie auch, welche Bohrmaschinen, Bohrhammer und Akku-Bohrschrauber im Test und Vergleich die besten Ergebnisse liefern, wie eine Bohrmaschine funktioniert und was Sie beim Kauf einer Bohrmaschine beachten sollten.

Diese Gerätetypen für den Hausgebrauch gibt es

Klassische Handbohrmaschinen

Einfache elektrische Bohrmaschinen eignen sich zum Bohren von Löchern in vergleichsweise weiche Materialien wie Holz, Gipskarton und Kunststoff. Die Leistung von Bohrmaschinen für Heimwerker liegt in der Regel zwischen 500 und 1.000 Watt. Um für die meisten Bohrarbeiten gut gerüstet zu sein, sollten Sie eine Bohrmaschine mit mindestens 650 Watt kaufen. Günstige Modelle gibt es schon ab 25 Euro, hochwertige Bohrmaschinen von Herstellern wie Bosch oder Makita erhalten Sie ab etwa 100 Euro.

Schlagbohrmaschinen: Die Alleskönner

Foto: Ryobi |RPD1010-K

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Möchten Sie Löcher in härtere Materialien wie Beton und dicke Metallbleche bohren, sollten Sie zur Schlagbohrmaschine greifen. Schlagbohrmaschinen für den Hausgebrauch arbeiten mit bis zu 1.100 Watt und etwa 3.000 Schlägen pro Minute. Bei vielen Modellen lässt sich die Schlagfunktion manuell abschalten – und die Schlagbohrmaschine somit in eine einfache Bohrmaschine „umwandeln“.

Empfehlenswert sind Maschinen mit Gasgriff, über den Sie die Drehzahl stufenlos einstellen können. Preiswerte Schlagbohrmaschinen erhalten Sie ab etwa 40 Euro, kraftvolle Maschinen mit höheren Dreh- und Schlagzahlen von Bosch, Metabo oder Einhell kosten 200 Euro und mehr.

Bohrhämmer: Die Betonknacker

Foto: Bosch | PBH 2000 SRE

Foto: Bosch | PBH 2000 SRE

Soll in hartes Mauerwerk gebohrt oder müssen alte Fliesen entfernt werden, kommen Sie um einen Bohrhammer nicht herum. Viele Bohrhämmer verfügen über ein pneumatisches Schlagwerk, das mit Druckluft arbeitet, und ein SDS-plus Bohrfutter, das eine effektive Schlagbewegung ermöglicht. Das heißt, der Bohrhammer muss lediglich an die Wand oder Decke gehalten werden, um genügend Anpressdruck auf das Material zu erzeugen. Das Bohren und Meißeln erfolgt also ohne großen Kraftaufwand.

Gute Modelle für Hobby-Handwerker arbeiten mit 700 bis 1.000 Watt. Markengeräte von Bosch oder Makita kosten zwischen 120 und 250 Euro.

Akku-Bohrschrauber: Kabellose Universalwerkzeuge

Wenn Sie nur Schrauben ein- und ausdrehen möchten und gelegentlich ein Loch in Holz oder eine Hohlziegelwand bohren wollen, reicht ein Akku-Bohrschrauber aus. Modelle mit 14,4-Volt-Lithium-Ionen-Akku liefern starke Drehmomente, die auch große Schrauben spielend ins Holz treiben und dicke Bretter bohren. Die Drehzahlen liegen bei den meisten Geräten zwischen 500 und 1.200 Umdrehungen pro Minute. Leistungsstarke Akku-Bohrschrauber erhalten Sie zum Beispiel von Bosch, Makita und DeWalt. Die Preise bewegen sich zwischen 80 und 300 Euro.

Bohrmaschinen, Bohrhämmer und Akku-Bohrschrauber im Test

Foto: Bosch | PSB 1000-2 RCA

Foto: Bosch | PSB 1000-2 RCA

Stiftung Warentest hat in Ausgabe 3/2015 zahlreiche Werkzeuge für Heimwerker geprüft, darunter Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmer. Drei Schlagbohrmaschinen im Test erhielten die Note „Gut“. Testsieger wurde die Bosch PSB 1000-2 RCE (ab 150 Euro, hier erhältlichBosch PSB 1000-2 RCE bei Amazon). Die Schlagbohrmaschine von Bosch überzeugte mit einfacher, sicherer Handhabung und „guten“ Leistungen im Testfeld Bohren/Schlagbohren.

Platz 2 belegte die Ryobi RPD1010 (ab 110 Euro, hier erhältlichRyobi RPD1010 bei Amazon). Die Schlagbohrmaschine ist einfach zu bedienen und bohrt „gut“ in Holz und Metall. Platz 3 holte die Makita HP2071J (ab 195 Euro, hier erhältlichMakita HP2071J bei Amazon). Dieses Modell eignet sich „gut“ zum Bohren in Holz, Metall, Beton und hartes Gestein.

Foto: DeWalt

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Bei den Bohrhämmern überzeugten ebenfalls drei Modelle mit der Note „Gut“. Bester Bohrhammer im Test war der Bosch PBH 2800 RE (um 120 Euro, hier erhältlichBosch PBH 2800 RE bei Amazon). Der Testsieger arbeitet effektiv, ist „gut“ zu handhaben und eignet sich „gut“ zum Bohren und Schlagbohren, schreibt Stiftung Warentest.

Silber sicherte sich der DeWalt D25124K (um 200 Euro, hier erhältlichDeWalt D25124K bei Amazon). Auch dieser Bohrhammer eignet sich „gut“ zum Bohren sowie Schlagbohren in mineralische Materialien. Darüber hinaus ist er einfach zu handhaben, langlebig und hat ein langes Anschlusskabel für viel Bewegungsfreiheit beim Arbeiten.

Drittbester Bohrhammer im Test war der Makita HR2610 (um 170 Euro, hier erhältlichMakita HR2610 bei Amazon). Der Bohrhammer glänzte ebenfalls mit „guten“ Noten im Bereich Bohren, Schlagbohren, Handhabung und Dauerprüfung. Außerdem bietet der Bohrhammer von Makita ein 3,95 m langes Kabel und somit einen  großen Aktionsradius.

Das Heimwerker-Magazin selbst ist der Mann hat im Januar 2013 zehn kompakte Akku-Bohrschrauber der 10,8-Volt-Klasse verglichen, darunter auch drei Profi-Geräte. Bis auf zwei Akku-Bohrschrauber im Test überzeugten alle mit „guten“ bis „sehr guten“ Noten. Bester Akku-Bohrschrauber im Test war der DeWalt DCD 710 S2F (Note „Gut“, ab 175 Euro, hier erhältlichDeWalt DCD 710 S2F bei Amazon). Der Testsieger aus dem Profibereich setzte sich mit „sehr guten“ Leistungen, „guter“ Ergonomie und einfacher Bedienung an die Spitze. Platz zwei bei den Luxus-Werkzeugen nahm der Makita DF 330 DWE (Note „Gut“, ab 115 Euro, hier erhältlichMakita DF 330 DWE bei Amazon) ein. Der handliche Akku-Bohrschrauber eignet sich „sehr gut“ zum Schrauben. Die Drehmomentabstufung ist „gut“. Der Kress 108 AS-2 1,3 Set L (Note „Gut“) erreichte den 3. Platz. Vor allem der praktische Futterwechsel, die „gute“ Ausstattung und die kurze Ladezeit gefielen den Testern. Der Preistipp ging an den Mac Allister MDD 108A3-2Li von Hornach (Note „Gut“).

Wie funktioniert eine Bohrmaschine?

Zu den wichtigsten Bauteilen einer klassischen Bohrmaschine zählen Bohrfutter, Bohrspindel, Getriebe und Motor. Der Bohrer wird in das Bohrfutter eingespannt und somit fixiert. Über das Bohrfutter und die Bohrspindel wird die vom Motor gelieferte Bewegungsenergie an den Bohrer übertragen. Das Getriebe regelt die Drehzahl des Bohrers. Gute Bohrmaschinen verfügen über zwei Gänge – einen schnellen und einen langsamen. Eine Schlagbohrmaschine hat außerdem ein zuschaltbares Schlagwerk, das zusätzlich zur Drehbewegung eine Schlagwirkung auf den Bohrer ausübt.

Bohrmaschine kaufen: 5 Tipps zur richtigen Auswahl

Bevor Sie eine Bohrmaschine kaufen, überlegen Sie, in welche Materialien Sie am häufigsten bohren und wie oft Sie das Gerät einsetzen wollen. Beachten Sie dabei folgende Punkte:

  • Leistung: Je härter die zu bohrenden Materialien sind, umso höher sollte die Leistung der Maschine sein. Für Holz und Gipskarton genügen 650 Watt; bei härteren Materialien sollten es mindestens 850 Watt sein.
  • Getriebestufen: Wählen Sie ein Gerät mit zwei Getriebestufen, um präzise Bohrergebnisse zu erzielen: Den ersten Gang nutzen Sie zum Schrauben und langsamen Bohren großer Durchmesser, den zweiten Gang für kleine Löcher.
  • Schlagwerk: Entscheiden Sie sich für eine Schlagbohrmaschine, achten Sie darauf, dass sich das Schlagwerk zu- und abschalten lässt: So kann die Maschine auch für Bohrarbeiten in weiche Materialien verwendet werden.
  • Gewicht: Damit Sie mit der Bohrmaschine angenehm arbeiten können, sollten Sie in ein leichtes Gerät investieren.
  • Kabellänge: Achten Sie darauf, dass das Kabel ausreichend Bewegungsfreiheit beim Arbeiten bietet. Die Kabellänge sollte mindestens 3 m betragen.

Richtig bohren: Anleitung und Tipps

  • Achten Sie auf die richtige Maschine und den passenden Bohraufsatz. Zum Bohren in harte Wände empfiehlt sich eine Schlagbohrmaschine mit Stein- oder Betonbohrer. Für Bohrhämmer sind spezielle SDS-plus-Bohrer erforderlich. SDS-plus-Bohrer haben längliche Kerben am Schaft, durch die sich die Spitze beim Bohren vor und zurück bewegt.
  • Gehen Sie vor dem Bohren mit einem Leitungsfinder auf die Suche nach Strom- und Wasserleitungen.
  • Wählen Sie den Bohrer passend zur Größe des Dübels aus. Bei sehr weichen Materialien sollten Sie den Bohrer allerdings eine Nummer kleiner wählen, da die Bohrlöcher sonst schnell ausfransen.
  • Wählen Sie den richtigen Gang. Gänge mit geringer Drehzahl und mehr Kraft eignen sich für große Löcher, Gänge mit höherer Drehzahl für kleine bis mittlere Löcher.
  • Halten Sie die Bohrmaschine auf Brusthöhe und setzen Sie den Bohrer senkrecht zur Wand an.
  • Bohren Sie zunächst ohne Schlag. Erst wenn die Maschine Halt gefunden hat, schalten Sie das Schlagwerk hinzu.
  • Tragen Sie beim Bohren eine Schutzbrille, um Ihre Augen vor Bohrstaub zu schützen.
  • Maschinen mit Schlagwerk können sehr laut werden und Geräuschpegel über 85 Dezibel erreichen. Tragen Sie beim Arbeiten mit Schlagwerk daher gegebenenfalls einen Gehörschutz.
  • Beim Bohren staubt es. Gibt es niemanden, der Ihnen den Staubsauger hält, kleben Sie einfach ein offenes Briefkuvert unter das Bohrloch. So einfach lässt sich Dreck reduzieren.

Fazit: Möchten Sie sich das Heimwerken einfacher machen, wählen Sie eine Bohrmaschine, die zum jeweiligen Einsatzzweck passt. Je häufiger Sie bohren, desto mehr Geld sollten Sie auch in Ihr Arbeitsgerät investieren. Auf Dauer macht sich das bezahlt.

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