Was muss ein Navigationsgerät alles können und welche Navis sind gut?

Foto: TomTom | Go 5200 Foto: TomTom | Go 5200

In einer fremden Stadt unterwegs zu sein, ist immer eine Herausforderung. Wie kommen Sie bloß ans Ziel, ohne sich zu verfahren? Waren Sie früher auf Landkarten und Stadtpläne angewiesen, helfen heute Navigationsgeräte bei der Fahrt in den Urlaub oder auf der Suche nach einem bestimmten Ziel weiter. Kaum ein Auto kommt heute noch ohne Navi aus. Selbst Smartphones können heute mit Navigations-Software (hier ein Testbericht) ausgerüstet werden; die Apps führen Fußgänger und Radfahrer sicher durch die Straßen. Wie funktionieren Navigationssysteme? Welche Arten von Navigationsgeräten gibt es? Was muss ein gutes Navi leisten? Der Ratgeber auf Produkte im Test gibt Antworten.

Wie arbeitet ein Navigationsgerät?

Wie wissen Navigationsgeräte eigentlich, wo Sie sich gerade befinden und wie Sie zu Ihrem Ziel kommen? Die aktuelle Position ermitteln Navigationssysteme per GPS. Das Gerät ist mit einem Satelliten verbunden, der den aktuellen Standort übermittelt. Jedes Navigationsgerät besitzt nun eine eigene Software, auf der verschiedene Karten gespeichert sind. Geben Sie Ihr Ziel ein, zieht sich die Navigations-Software die entsprechende Karte aus dem Speicher und berechnet die Route. Schließlich zeigt es Ihnen per Pfeil auf der Karte an, wo Sie entlangfahren müssen, und gibt zudem sprachliche Richtungsanweisungen.

Welche Arten von Navigationsgeräten gibt es?

Foto: Garmin

Foto: Garmin

Die bekanntesten Navigationssysteme finden sich vermutlich im Auto. In einigen Fahrzeugen sind diese schon serienmäßig eingebaut. Ist das in Ihrem Wagen noch nicht der Fall, können Sie sich separate Navigationsgeräte kaufen und diese beispielsweise mit Saugnäpfen an der Windschutzscheibe befestigen. Strom beziehen die Geräte über den Zigarettenanzünder. Die Antenne ist entweder im Ladekabel integriert oder separat angebracht. Der Hersteller Becker hat Navis fürs Auto mit aktiver Halterung im Sortiment, in die die Geräte nur noch eingeklemmt werden müssen; auf Kabel können Sie hier verzichten. Weitere hochwertige Geräte bieten zum Beispiel Garmin, TomTom oder Falk an.

Ein Motorrad-Navi wird mit einer kleinen Halterung an den Lenker des Bikes geklemmt. Von Navigationsgeräten für Autos unterscheiden sich Motorrad-Navis nicht wesentlich; teilweise kann spezielle Software heruntergeladen werden, die für Motorräder besonders geeignete Routen anzeigt. Hersteller wie TomTom haben nicht nur Navigationsgeräte fürs Auto, sondern auch fürs Motorrad im Sortiment.

Foto: Falk

Foto: Falk

Ein Lkw-Navi muss besondere Anforderungen erfüllen: So sollte es einen Lkw oder Bus zum Beispiel nicht unter einer niedrigen Brücke oder durch zu schmale Straßen führen wollen. Lkw-Navis sind daher mit einer sehr komplexen Software ausgestattet, die den Fahrer nicht nur über Routen, sondern auch über Durchfahrtshöhen, Brückenlasten, Durchfahrtsverbote, Verbote für Gefahrguttransporte und weitere wichtige Details informiert.

Navigationsgeräte für das Fahrrad lohnen sich nicht nur für Fahrradboten, sondern für jeden, der in der Stadt gerne schnell ans Ziel kommen möchte. Die Software der Fahrrad-Navigation ist zumeist speziell auf den Stadtverkehr abgestimmt, die Karten zeigen Radwege, Überwege und erklären, welche Straßen von Radfahrern benutzt werden können und welche nicht. Geräte gibt es beispielsweise von Falk und Garmin.

Auch Sportler profitieren von einer zuverlässigen Navigation – vor allem, wenn Wanderer, Bergsteiger oder Ruderer in unbekannten Gefilden unterwegs sind. Outdoor-GPS Geräte, wie es sie etwa von Garmin gibt, haben eine handliche Größe, sind sehr robust und sturzfest verarbeitet. Außerdem sind diese Geräte wasserfest und verfügen über einen Akku mit langer Laufzeit. An Bord sind Geländekarten, die Routen über Land sowie über Wasser berechnen können.

Was muss ein Navigationsgerät können?

Navigationsgeräte kommen mit den unterschiedlichsten Funktionen daher. Ein Muss sind folgende Features:

  • Ein Fahrspurassistent zeigt Ein- und Ausfahrten für Autobahnen und die richtige Spur.
  • Per Streckeninterpolation berechnet das Gerät die Strecke beim Ausfall der GPS-Navigation, etwa in einem Tunnel.
  • Über den UKW-Funkdienst TMC informiert das Gerät über Staus.
  • SIRFInstantFixII sorgt für schnelle Verbindungen zum Satelliten, berechnet deren Position auf drei Tage im Voraus.
  • Die Text-To-Speech Funktion sagt Straßennamen an.
  • Outlook-Sync synchronisiert das Gerät mit dem eigenen Outlook-Adressbuch.
  • Ein Diebstahl-Schutz per PIN-Code macht Langfingern das Leben schwerer.
  • Mit der Karten-Garantie gibt es nach 30 Tagen automatisch neue Karten, sollten sich diese geändert haben.

Diese Funktionen sind zusätzlich recht nützlich:

  • Reale und Panorama-Ansichten: Die realistische Landschaftsansicht erleichtert manchmal die Übersicht.
  • TMC pro warnt schneller und aktueller vor Verkehrshindernissen – aktuell allerdings noch gegen Gebühr.
  • Bedienen Sie Navigationssysteme per Sprachsteuerung, haben Sie die Hände frei.
  • Ein Beschleunigungssensor misst die Beschleunigung des Wagens und hält bei GPS-Ausfall auf Kurs.
  • Ein Stadtführer gibt Tipps zu Restaurants und Sehenswürdigkeiten.
  • POI-Downloads informieren über Points of Interest – vom Biergarten bis zur Radarfalle.
  • Mit der Freisprechfunktion wird das Navigationsgerät zur Freisprecheinrichtung für das Handy.
  • Die Community-Anbindung verbindet das Navigationsgerät mit der Netzgemeinde und deren Tipps.

Tipps zum Kauf eines Navigationsgeräts

Möchten Sie sich ein neues Navi zulegen, sollte dieses vor allem zu Ihren Anforderungen passen.

  • Überlegen Sie sich daher, ob Sie Kartenmaterial nur für Deutschland, für Europa oder auch für das außereuropäische Ausland benötigen.
  • Achten Sie zudem darauf, dass der Hersteller regelmäßig aktuelle Software bereitstellt. Wie aktuell die Karten sind, ist auf der Verpackung vermerkt: Q4/2014 bedeutet zum Beispiel, dass die Karten aus dem 4. Quartal des Jahres 2014 stammen.
  • Einige Navigationssysteme ermitteln Nutzerdaten und merken sich Ihre bevorzugten Routen oder an welchen Wochentagen welche Straßen besonders stark befahren sind. Das bringt Sie schneller ans Ziel.

Welche Navis sind zu empfehlen?

Stiftung Warentest hat in Heft 3/2017 Navi-Apps und Navigationsgeräte geprüft. Unter allen Navi-Apps und Navigationsgeräten im Test erreicht das TomTom Go 5200 (etwa 330 Euro, Note „Gut“) die beste Gesamtnote. Positiv fallen z. B. die Navi-Funktion und die Ansage auf. Karten für 46 Länder sind vorinstalliert, weitere sind kostenlos verfügbar. Eine eingebaute SIM-Karte gewährleistet Mobilfunkempfang. Navigationsgeräte-Hersteller TomTom bietet auch eine gute Android-App: TomTom Go Mobile (20 Euro im Jahr) ist die vielseitigste aller Navi-Apps für Android. Sie bietet Karten für 15 Länder, die immer auf dem Gerät verfügbar sind. Ein Live-Dienst und Blitzwarner sind inklusive. Darüber hinaus weist die TomTom Go Mobile den geringsten Datenverbrauch unter den Navi-Apps im Test auf.

Stiftung Warentest hat in Ausgabe 2/2014 zwölf neue Navigationsgeräte mit 10,9 cm bis 17,6 cm Bildschirmdiagonale geprüft. Elf von zwölf Navis im Test erreichten das Qualitätsurteil „Gut“. Testsieger wurden das TomTom Start 20 M Europe Traffic (4,3 Zoll, ab 100 Euro, hier erhältlichTomTom Start 20 M Europe Traffic bei Amazon), TomTom Start 25 M Europe Traffic (5 Zoll) und das Becker Ready 70 LMU (7 Zoll). Das ETM Testmagazin hat in Heft 6/2013 zehn Navis für Fußgänger und Radfahrer getestet: Bestes GPS-Navigationsgerät im Test war das verlässliche Falk LUX 32 (Note „sehr gut“, um 280 Euro, hier erhältlich). Silber ging an das sportlich begabte VDO GP7 (Note „gut“, um 230 Euro, hier erhältlich). Platz 3 belegt das zielsichere Magellan eXplorist 710 (Note „gut“, um 390 Euro, hier erhältlich).

Der ADAC hat im August 2013 zehn neue Navis unter die Lupe genommen. Zu den besten Navis im Test gehörten drei Modelle von TomTom: Das große GO 600 (ab 200 Euro, hier erhältlichTomTom GO 600 bei Amazon), GO 500 und das kleine GO 400 erreichten als einzige im Vergleich das Qualitätsurteil „sehr gut“. Zweitbestes Navigationsgerät im Test war das günstige Einsteiger-Navi Becker Ready 50 EU20 LMU (ab 140 Euro, hier erhältlichBecker Ready 50 EU20 LMU bei Amazon). Weitere Navi-Tests finden Sie auf dieser Seite.

Fazit: Wählen Sie Navigationsgeräte mit aktueller und regelmäßig erneuerter Software und stimmen Sie diese genau auf Ihre Fahrbedürfnisse ab. So finden Sie schnell und ohne Umwege ans Ziel.

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