Navi-Apps und Navigationsgeräte im Test: So kommen Sie gut ans Ziel

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Foto: TomTom | Go 5200 Foto: TomTom | Go 5200

Ob in der Nachbarstadt oder im Ausland: Kaum jemand ist heute noch ohne Navi unterwegs. Wer sich kein spezielles Navigationsgerät zulegen möchte, hat die Auswahl zwischen zahlreichen kostenlosen Navi-Apps fürs Smartphone. Doch können die wirklich mit einem Navigationsgerät mithalten? Das wollte auch Stiftung Warentest wissen und hat Navi-Apps und Navigationsgeräte im Test gegenübergestellt. Neun Navi-Apps für iOS und Android haben sich gegen zwei Navi-Geräte bewähren müssen. Das Ergebnis: Auch kostenlose Apps bringen ihre Nutzer gut ins Ziel. Die Apps verbrauchen aber oft viel Datenvolumen und geben kritische Daten an Dritte weiter.

Die besten Navi-Apps für Android

Testsieger ist die App von TomTom

Foto: TomTom | Go Mobile App

Foto: TomTom | Go Mobile App

Navigationsgeräte-Hersteller TomTom bietet auch eine gute Android-App: TomTom Go Mobile (20 Euro im Jahr) ist die vielseitigste aller Navi-Apps für Android. Sie bietet Karten für 15 Länder, die immer auf dem Gerät verfügbar sind. Ein Live-Dienst und Blitzwarner sind inklusive. Darüber hinaus weist die TomTom Go Mobile den geringsten Datenverbrauch unter den Navi-Apps im Test auf. Das Urteil der Stiftung Warentest: „Gut“.

Die Ergebnisse der TomTom Go Mobile im Überblick:
+ Navigation
+ Handhabung
+ Nutzungszeit mit Akku
+ Vielseitigkeit
+ Datenverbrauch
kritisches Datensendeverhalten

Merkmale:
kostenloser Live-Dienst
Warnungen vor Gefahrenstellen, Tempoüberschreitungen, Blitzern
Navigation: Offline
Spurassistent
Ansage von Straßennamen
Spracherkennung
auch für Fußgänger und Radfahrer


Google Maps: Kostenlose Navi-App mit hohem Datenverbrauch

Die kostenlose Navi-App von Google Maps (Note „Gut“) ist auf Android-Geräten meist vorinstalliert. Sie bietet einen eigenen Live-Dienst und Infos für Bus und Bahn. Da das Kartenmaterial online verfügbar ist, ist der Datenverbrauch recht hoch. Die Android-Version sendet zudem die Geräte-ID an Google.

Die Ergebnisse der Google Maps App im Überblick:
+ Navigation
+ Handhabung
+ Nutzungszeit mit Akku
+ Vielseitigkeit
hoher Datenverbrauch
kritisches Datensendeverhalten

Merkmale:
kostenloser Live-Dienst
Navigation: online, offline nur mit Kartenausschnitten
Spurassistent
Ansage von Straßennamen
Spracherkennung
auch für Fußgänger und Radfahrer
mit Infos für Bus und Bahn

Here WeGo: Navi-App für Android für viele Länder

Die kostenlose Android Navi-App von Here WeGo (Note „Gut“) bietet Kartenmaterial für 166 Länder. Die Karten sind in der Regel online verfügbar, was zu einem hohen Datenverbrauch führt. Ein Download ist möglich, belegt aber viel Speicherplatz. Die App bietet einen eigenen Live-Dienst sowie Bus- und Bahn-Infos. Ein Spurassistent fehlt allerdings. Die App sendet einige Daten an Drittanbieter, die Android-Version leitet zum Beispiel die Geräte-ID an Here WeGo weiter.

Die Ergebnisse der Here WeGo im Überblick:
+ Navigation
+ Handhabung
+ Nutzungszeit mit Akku
+ Vielseitigkeit
hoher Datenverbrauch
kritisches Datensendeverhalten

Merkmale:
kostenloser Live-Dienst
Warnungen vor Tempoüberschreitungen
Navigation: offline und online
Spracherkennung
auch für Fußgänger und Radfahrer
mit Infos für Bus und Bahn

Navigation Europe bietet eine weitere gute Navi-App für Android

Stiftung Warentest bewertet auch die vierte der Android Navi-Apps im Test mit der Note „Gut“. Die Navigation Europe kostet zwar 60 Euro, bietet aber Offline-Karten für 45 Länder. Live-Dienst und Blitzerwarnungen kosten extra. Das Datensendeverhalten bewertet Stiftung Warentest als kritisch: Die App sendet viele Infos an Facebook und die Geräte-ID an Drittanbieter.


Die besten Navi-Apps für iOS

Here WeGo setzt sich als Testsieger durch

Die iOS-Variante von Here WeGo überzeugt im Test noch mehr als die Android-Version. Stiftung Warentest vergibt die Note „Gut“ und ernennt sie zum Testsieger unter den Navi-Apps für iOS. Eine Eigenheit der App auf Apple-Geräten: Ruft jemand an, verschwindet die Karte, lässt sich jedoch wieder zurückholen. Die Ergebnisse und Merkmale gleichen der Here WeGo Android App. Die Google Maps App für iOS erhält ebenfalls die Note „Gut“. Bei Anrufen verschwindet auch hier die Karte und muss manuell zurückgeholt werden. Die Ergebnisse und Merkmale gleichen der Google Maps für Android.

Navigation Europe für iOS: Teuer, aber noch „Gut“

Die iOS App von Navigation Europe kostet 80 Euro. Dafür bietet sie offline verfügbares Kartenmaterial für 44 Länder. Bei Anrufen verschwindet die Kartenansicht und muss manuell zurückgeholt werden, die iOS App sendet zudem den Namen des Netzanbieters an Facebook.

Die Ergebnisse der Navigation Europe für iOS im Überblick:
+ Navigation
+ Nutzungszeit mit Akku
+ Vielseitigkeit
Handhabung
hoher Datenverbrauch
kritisches Datensendeverhalten

Merkmale:
Live-Dienst kostenpflichtig
Warnungen vor Tempoüberschreitungen, optional vor Gefahrenstellen und Blitzern
Navigation: offline und online
Spurassistent
Ansage von Straßennamen
Spracherkennung
auch für Fußgänger und Radfahrer

Die iOS-Version von TomTom Mobile Go erhält ebenfalls die Note „Gut“. Sie bietet keine Spracherkennung und weist die schlechteste Handhabung der Navi-Programme fürs Handy auf, zeigt allerdings ein unkritisches Datensendeverhalten. Für Apples eigene Navi-App Apple Karten vergibt Stiftung Warentest die Note „Befriedigend“. Die App ist auf iPhones vorinstalliert. Nur Navigation muss sie stets mit dem Internet verbunden sein, der Datenverbrauch ist entsprechend hoch. Sie bietet keine Radfahr-Navigation, auch ein Spurassistent fehlt.


Beide Navigationsgeräte im Test erhalten die Note „Gut“

Testsieger ist das Navigationsgerät von TomTom

Foto: TomTom | Go 5200

Foto: TomTom | Go 5200

Unter allen Navi-Apps und Navigationsgeräten im Test erreicht das TomTom Go 5200 (etwa 330 Euro, Note „Gut“) die beste Gesamtnote. Positiv fallen die Navi-Funktion und die Ansage auf. Karten für 46 Länder sind vorinstalliert, weitere sind kostenlos verfügbar. Eine eingebaute SIM-Karte gewährleistet Mobilfunkempfang, der Datenverbrauch ist beim Navigationsgerät von TomTom kostenlos.

Die Ergebnisse des TomTom Go 5200 im Überblick:
+ Navigation
+ Handhabung
+ Verarbeitung des Gerätes
+ Vielseitigkeit
+ Datenverbrauch
Nutzungszeit mit Akku

Merkmale:
kostenloser Live-Dienst
Warnungen vor Gefahrenstellen, Tempoüberschreitungen, Blitzern
Navigation: offline
Spurassistent
Ansage von Straßennamen
Spracherkennung
auch für Fußgänger und Radfahrer


Das Navigationsgerät von Garmin nutzt DAB+ statt Mobilfunk

Foto: Garmin | Drive Smart 50LMT-D

Foto: Garmin | Drive Smart 50LMT-D

Als einziges der Navigationsgeräte im Test nutzt das Garmin Drive Smart 50LMT-D (etwa 215 Euro, Note „Gut“) den langsameren Funkdienst DAB+ statt Mobilfunk für den Live-Dienst. Kartenmaterial ist für 45 Länder vorhanden, weitere Karten sind kostenpflichtig. Bei der Routenberechnung ist das Navigationsgerät von Garmin relativ langsam.

Die Ergebnisse des Garmin Drive Smart 50LMT-D im Überblick:
+ Handhabung
+ Verarbeitung des Gerätes
+ Vielseitigkeit
+ Datenverbrauch
Navigation
Nutzungszeit mit Akku

Merkmale:
kostenloser Live-Dienst
Warnungen vor Gefahrenstellen, Tempoüberschreitungen, Blitzern
Navigation: offline
Spurassistent
Ansage von Straßennamen
Spracherkennung


Navi-App oder Navigationsgerät: Was ist besser?

Eine Navi-App installieren oder ein Navi kaufen – was ist besser? Ein großer Vorteil der Navi-Apps: Viele gibt es kostenlos, selbst kostenpflichtige Apps sind günstiger als Navigationsgeräte. Sie lassen sich schnell installieren und bieten eine schnelle Routenberechnung. Die meisten Navi-Programme fürs Handy berechnen auch Infos für Radfahrer und Fußgänger. Ein Nachteil: Bei einigen Apps sind die Karten nur online zu erreichen. Das verbraucht viel Datenvolumen.

Navigationsgeräte sind vergleichsweise teuer, dafür müssen sich Nutzer keine Sorgen um einen zu hohen Datenverbrauch machen. Entweder besteht gar keine Mobilfunkverbindung oder der Datenverbrauch ist inklusive. Zudem lassen sich Navi-Geräte leicht mit anderen Nutzern teilen.

3 Tipps für die reibungslose Navigation

  • Achten Sie bei Navi-Apps darauf, dass die Karten offline verfügbar sind. Das schont Ihr Datenvolumen.
  • Nutzen Sie die Navi-App im Ausland, laden Sie Karten für das Urlaubsland herunter und deaktivieren Sie die Datenverbindung, um hohe Roaming-Gebühren zu vermeiden.
  • Möchten Sie ein Navi kaufen, ist eine Mobilfunkverbindung für eine schnellere Routenberechnung dagegen von Vorteil.

Fazit: Auch kostenlose Navi-Apps bewähren sich im Test der Stiftung Warentest (Heft 3/2017). Kostenpflichtige Apps und Navigationsgeräte bieten allerdings mehr Offline-Karten und schonen das Datenvolumen.

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