Kaminofen kaufen: Tipps für gemütliche Wärme in Ihrem Zuhause

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Mollig warm und schön gemütlich: Wenn die Temperaturen draußen fallen, steigt das Bedürfnis, es sich zu Hause so richtig schön warm zu machen. Kaum etwas verbreitet so viel Heimeligkeit und Gemütlichkeit wie ein knisterndes Feuer im Kamin. Wer nicht das Glück hat, in einem Haus mit vorinstalliertem Kamin zu wohnen, kann mit einem Kaminofen oder Pelletofen für mehr Wärme in den eigenen vier Wänden sorgen. Doch worauf gilt es beim Kauf eines Kaminofens zu achten? Welcher Und welcher Ofen ist der richtige? Hier finden Sie nützliche Tipps.

Diese Kaminöfen gibt es

Bevor Sie einen Kaminofen kaufenKaminöfen bei Amazon, sollten Sie sich eingehend informieren und überlegen, welcher der folgenden Öfen für Sie in Frage kommt:

  • Holzofen
  • Pelletofen
  • Kombi-Kaminofen
  • Kaminofen mit Ummantelung
  • wasserführender Kaminofen
  • raumluftunabhängiger Kaminofen

Kaminöfen mit Ummantelung: Restwärme speichern

Foto: Haas+Sohn | Pelletofen Pelletto 417.08

Foto: Haas+Sohn | Pelletofen Pelletto 417.08

Kaminöfen ohne Ummantelung bestehen meist aus Gusseisen oder Stahlblech und sind mit einer Glastür ausgestattet. Sie geben ihre Wärme direkt an den Raum ab. Kaminöfen mit Ummantelung sind zusätzlich von einer Verkleidung aus wärmespeicherndem Material umgeben, beispielsweise aus Naturstein oder Kacheln. Dieser Mantel speichert die Restwärme und heizt nach, wenn der Kamin bereits wieder ausgeschaltet ist.

Wasserführende Kaminöfen: Effizienter heizen

Ein wasserführender Kaminofen hilft Ihnen dabei, die Wärme noch effizienter zu nutzen. Die bei der Verbrennung entstehende warme Luft leitet ein wasserführender Kaminofen über einen Wärmetauscher und wärmt damit das Heizwasser in der Heizungsanlage auf. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel das Wasser zum Duschen erhitzen. Neben einem Ablauf und einem Zulauf benötigt der Ofen auch einen Frischwasseranschluss und einen Abwasseranschluss, um ein Überhitzen zu verhindern.

Raumluftunabhängige Kaminöfen: Luftzufuhr von außen

Eine weitere Variante des Kamins ist ein raumluftunabhängiger Kaminofen. Wohnen Sie in einem energieeffizienten Haus mit moderner Lüftungsanlage, sind die Räume so gut abgedichtet, dass für ein flackerndes Feuer im Kaminofen gar nicht genug Luft zur Verfügung steht. In diesem Fall ist ein raumluftunabhängiger Kaminofen mit eigener Luftleitung nötig. Derartige Kamine müssen vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüft werden (mehr erfahren).

Welchen Kaminofen darf ich aufstellen?

Bevor Sie einen Kaminofen kaufen, lassen Sie zunächst die baulichen Gegebenheiten Ihres Hauses prüfen. Ziehen Sie dazu den zuständigen Bezirksschornsteinfeger zu Rate. Diser prüft, ob sich Ihr Schornstein überhaupt für einen Ofenanschluss eignet. Er kann Ihnen auch viele weitere Tipps zur Auswahl und zum Einbau Ihres Ofens geben und Ihnen sagen, ob ein raumluftunabhängiger Kaminofen nötig ist, oder ob ein wasserführender Kaminofen eingebaut werden kann.

Welcher Kaminofen passt zu mir?

Überlegen Sie zunächst, wie intensiv Sie Ihren neuen Kamin nutzen möchten. Wollen Sie lediglich an besonders kalten Wintertagen ein prasselndes Feuer genießen oder möchten Sie mit dem Kaminofen Ihre Heizungsanlage unterstützen? Im ersten Fall reicht ein nicht ummantelter Kaminofen, im zweiten Fall ist ein wasserführender Kamin sinnvoll. Beachten Sie außerdem, wo der Kamin genau stehen soll. Platzsparend für kleine Räume sind Öfen mit eckigen oder angeschnittenen Seitenflächen. Runde Kaminöfen sehen in der Wandmitte platziert gut aus. Für Zimmerecken gibt es Eckkamine.

Tipp der Redaktion

Ihr neuer Kaminofen sollte in den Raum passen: Pro 15m³ Rauminhalt sollte der Kamin 1 kW Heizleistung nicht überschreiten. Ansonsten wird es schnell zu warm. Im Handel finden Sie zumeist Kaminöfen mit einer Heizleistung zwischen 5 und 9 kW.

Letztlich sollte sich das Design des Kaminofens harmonisch in Ihr Wohnumfeld einfügen. Haben Sie sich im Landhausstil eingerichtet, sieht ein rustikaler Ofen gut aus. In ein modernes Wohnumfeld passt ein puristischer Kaminofen aus Stahlblech. Sie können mit Ihrem Kamin aber auch einen gezielten Kontrast zur Einrichtung setzen.

Welcher Kaminofen ist empfehlenswert?

Foto: HARK | Kaminofen 44 GT ECOplus

Foto: HARK | Kaminofen 44 GT ECOplus

Die Stiftung Warentest hat 2011 zahreiche Kamin- und Pelletöfen getestet. Sieben Öfen bestanden den Test mit der Gesamtnote „Gut“. Bester Kaminofen ohne Wasseranschluss war der HARK 44 GT ECOplus (ab 2.000 Euro, hier erhältlichHark 44 GT ECOplus) – der einzige Ofen mit Staubfilter. Platz 2 ging an den Hase Jena ohne Wasseranschluss. Der „effiziente und solide“ Kaminofen punktete mit einfacher Bedienung, gut regelbarer Wärmeabgabe und „akzeptablen“ Abgaswerten. Außerdem ist der Silbersieger sehr brandsicher und auch für Räume mit geringerem Heizbedarf geeignet.

Von den fünf Pelletöfen mit Wasseranschluss konnten alle überzeugen. Den ersten Platz erreichten

  • der Calimax Twist 06,
  • der Wodtke BM 01 ivo.tec water+ und
  • der Westfeuer Pueblo Aqua.

Alle drei Modelle arbeiten raumluftunabhängig und heizen sehr effizient. Empfehlenswerte Pelletöfen ohne Wasseranschluss sind laut Stiftung Warentest der Rika Como und der Haas+Sohn Pelletto 417.08 (ab 1.500 Euro, hier erhältlichHaas+Sohn Pelletto 417.08 bei Amazon). Auch diese Öfen arbeiten effizient und umweltschonend. Den vollständigen Testbericht lesen Sie hier.

9 Tipps zum Kauf eines Kaminofens

Wollen Sie einen Kaminofen kaufen, schauen Sie sich die in Frage kommenden Modelle in Ruhe im Fachhandel an. Prüfen Sie dabei die folgenden Details:

  • Ist der Kamin über DIN EN 13240 zugelassen?
  • Trägt er eine CE-Kennzeichnung?
  • Wirkt er stabil und gut verarbeitet?
  • Schließt die Feuerraumtür sicher, sitzt das Glas fest im Rahmen?
  • Werden die Griffe nicht zu heiß?
  • Mit welchem Material ist der Brennraum isoliert? Vermiculit isoliert zum Beispiel besser als Schamott.
  • Passt die Heizleistung des Kamins zur Raumgröße?
  • Wie effizient arbeitet der Kaminofen, welchen Wirkungsgrad weist er auf? Der Wirkungsgrad, das Verhältnis von Brennstoffmenge und Heizleistung, sollte bei mindestens 73 Prozent liegen.
  • Wie gut lässt sich Asche aus dem Kamin entfernen?

So betreiben Sie Ihren Kaminofen sicher

Stellen Sie Ihren Kaminofen zu Hause auf, müssen Sie die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände beachten. Wie weit der Kamin von der Wand entfernt stehen sollte, entnehmen Sie dem Typenschild auf der Ofenrückseite. Zu brennbaren Bauteilen muss ein Kaminofen einen Abstand von mindestens 80 cm einhalten. Von größeren Glasflächen sollte er weiter entfernt stehen. Damit die Abgase des Kamins optimal abgeleitet werden, schreibt die Bundesimmissionsschutzverordnung für die Austrittsöffnungen von Schornsteinen zudem folgende Abstände vor:

  • Bei einer Dachneigung von 20 Grad muss der Schornstein den First um mindestens 40 cm überragen oder mindestens einen Meter von der Dachfläche entfernt sein.
  • Bei einer Dachneigung von mehr als 20 Grad muss der Schornstein den First um mindestens 40 cm überragen oder mindestens 2,30 m horizontalen Abstand zur Dachfläche haben.
  • Bei einer Feuerungsanlage von mehr als 50 kW Wärmeleistung muss der Schornstein die Oberkante von Lüftungsöffnungen um mindestens einen Meter überragen.

Achtung

Spezielle Vorschriften gelten auch für die Feinstoffemission. Ältere Kaminöfen dürfen maximal 0,15 g/m³ Feinstaub und 4g/m³ Kohlenmonoxid ausstoßen. Kamine, die nach dem 1. Januar 2015 eingebaut wurden, dürfen nur noch maximal 0,04 g/m³ Feinstaub und 0,125 g/m³ Kohlenmonoxid abgeben. Vor der Inbetriebnahme muss der Bezirksschornsteinfeger den Kaminofen abnehmen.

Welches Brennmaterial benötige ich?

Brennstoffe

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Möchten Sie ihren Kaminofen mit Holz befeuern, eignen sich Buchen- oder Eschenholz. Birke verbreitet einen angenehmen Geruch. Nadelholz hingegen eignet sich weniger gut: Es hat zwar einen höheren Heizwert, brennt aber auch schneller ab. Wie viel Brennholz Sie benötigen und welche Holzspalter im Test überzeugen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Um Brennholz zu lagern, brauchen Sie ausreichend Platz. Weniger Raum nehmen Holzpellets ein, die in speziellen Pelletöfen oder einem Pelletkorb verbrannt werden. Die aus Holzstaub oder Sägemehl gepressten Pellets gibt es im Baumarkt, bei Fachhändlern und im Internet. Sie sind mit verschiedenen Qualitätsstufen ausgezeichnet, für den privaten Gebrauch eignet sich Qualität 1A. Das private Deutsche Pelletinstitut vergibt zudem das Prüfzeichen ENplus.

Welche Alternativen zum Kaminofen gibt es?

Die Voraussetzungen für den Einbau eines Kaminofens sind nicht gegeben? Das bedeutet nicht, dass Sie komplett auf diese besondere Form der Gemütlichkeit verzichten müssen. Echte Flammen genießen Sie zum Beispiel mit einem Ethanolkamin, der Bioethanol verbrennt. Bei kleinen Kindern im Haushalt kann eine offene Feuerstelle gefährlich werden. Eine sicherere Alternative ist der Elektrokamin (ab 40 Euro, hier erhältlichElektrokamine bei Amazon. Hochwertige Modelle erzeugen ein täuschend echtes Flammenspiel.

Fazit: Mit den oben aufgeführten Tipps fällt es nicht mehr schwer, den passenden Kaminofen für das eigene Zuhause zu finden. Beraten Sie sich jedoch mit Ihrem Schornsteinfeger und beachten die geltenden Vorschriften, um Ihre neue Feuerstelle sicher zu betreiben.

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