Auf großer Fahrt: 15 Buggys im Test der Stiftung Warentest

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Foto: Nuna | Pepp Luxx Foto: Nuna | Pepp Luxx

Wenn kleine Kinder agiler werden, hält es sie oft nicht mehr im normalen Kinderwagen. Ein Kinderbuggy bietet jetzt mehr Bewegungsfreiheit und eine bessere Sicht auf die Welt. Die Auswahl an Buggys ist groß, doch längst nicht alle sind empfehlenswert. Welche Sitzwagen bequem, sicher und frei von Schadstoffen sind, zeigt ein Test in der Stiftung Warentest, Ausgabe 4/2016. 15 Schiebewagen hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen, davon schneiden fünf mit dem Testurteil „Gut“ ab.

5 Buggys sind empfehlenswert

Testsieger Nuna Pepp Luxx ist sehr komfortabel

Foto: Nuna | Pepp Luxx

Foto: Nuna | Pepp Luxx

Testsieger ist der Nuna Pepp Luxx (Note „Gut“, etwa 270 Euro, hier erhältlichNuna Pepp Luxx bei Amazon). Besonders für Eltern ist der Buggy sehr komfortabel: Er lässt sich einfach auf- und zusammenklappen und ist durch den Tragegriff einfach zu transportieren. Mit 10,2 kg Gewicht gehört der Nuna Pepp Luxx allerdings zu den schwersten Buggys im Test. Zudem ist der Kinderwagen im Dunkeln relativ schwer zu erkennen.

Die Ergebnisse des Nuna Pepp Luxx im Überblick:
+ Kindgerechte Gestaltung
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
+ Sicherheit
+ Schadstoffe

für Kinder von 6 Monate bis 2,5 Jahre
verstellbare Schieberhöhe (93 bis 102 cm)
Bügel als Haltemöglichkeit
Transportsicherung
Regenschutz
max. Zuladung im Einkaufskorb 4,5 kg


Maclaren Techno XT bietet eine gute Qualität

Foto: Maclaren | Techno XT

Foto: Maclaren | Techno XT

Den 2. Platz erreicht der Maclaren Techno XT (Note „Gut“, etwa 300 Euro). Der Maclaren Buggy ist zwar der teuerste Kinderwagen im Test, überzeugt aber auch mit guter Qualität: Insbesondere die Kleinen fahren darin am besten. Für die Eltern bietet der Buggy einen verstellbaren Schiebegriff bis auf 109 cm und schadstofffreie Griffe. Darüber hinaus ist der Maclaren Buggy im Dunkeln gut zu sehen.

Die Ergebnisse des Maclaren Buggy im Überblick:
+ Kindgerechte Gestaltung
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
+ Sicherheit
+ Schadstoffe

für Kinder von 6 Monate bis 3 Jahre
verstellbare Schieberhöhe (106 bis 109 cm)
Transportsicherung
Regenschutz
max. Zuladung im Einkaufskorb 2 kg


Baby Jogger Vue Lite ist einfach zu handhaben

Foto: Baby Jogger | Vue Lite

Foto: Baby Jogger | Vue Lite

Auf Platz 3 setzen die Tester den Baby Jogger Vue Lite (Note „Gut“, ab 200 Euro). Die Rückenlehne dieses Buggys lässt sich flexibel verstellen, sodass das Kind entweder die Eltern oder nach vorne auf die Straße sieht. Fährt das Kind mit Blick zu den Eltern, gibt es allerdings keine Fußstütze. Der Kinderbuggy lässt sich einfach handhaben und transportieren, ist aber etwas weniger gut gepolstert als der Testsieger und der Zweitplatzierte.

Die Ergebnisse des Baby Jogger Vue Lite im Überblick:
+ Kindgerechte Gestaltung
+ Haltbarkeit
+ Sicherheit
+ Schadstoffe
Handhabung

für Kinder von 6 Monate bis 3 Jahre
Schieberhöhe 103 cm
drehbarer Aufsatz
Transportsicherung
Transportsicherung
Regenschutz
max. Zuladung im Einkaufskorb 4,5 kg


Diese Buggys schneiden auch „gut“ ab

Noch zwei weitere Buggys schneiden im Test mit dem Urteil „Gut“ ab:

Peg Perego Pliko P3 (etwa 250 Euro)

  • gut gepolstert und gefedert
  • gut im Dunkeln sichtbar
  • ältere Geschwister können auf einem hinten angebrachten Brett mitfahren
  • braucht vergleichsweise viel Platz
  • rastet nur mit Nachdruck ein

Knorr-Baby Vero XL (etwa 100 Euro)

  • lässt sich einfach auf- und zusammenklappen
  • sehr einfach zu beladen
  • braucht zusammengeklappt den meisten Platz
  • dünne Polsterung
  • in der Gebrauchsanweisung fehlen Warnhinweise

Viele Buggys erhalten das Urteil „Befriedigend“

Sieben Kinderwagen im Test erhalten das Urteil „Befriedigend“:

  • der ABC Design Takeoff (200 Euro),
  • der Joie Nitro (95 Euro),
  • der TFK Dot (199 Euro),
  • der Quinny Zapp Extra (270 Euro),
  • der Cool Baby Jan (100 Euro),
  • der Recaro Easylife (230 Euro) und
  • der Chic 4 Baby Lido (84 Euro).

In den Buggys mit dem Testurteil „Befriedigend“ sitzen die Kinder oft unbequem, denn die Kinderwagen bieten schlicht zu wenig Platz. Viele Buggys sind zudem vergleichsweise kompliziert in der Handhabung und weisen Sicherheitsmängel auf. Der dreirädrige Quinny Buggy z. B. bietet zwar viel Schrittfreiheit und eine Sitzschale, die auch entgegen der Fahrtrichtung eingesetzt werden kann, lässt sich aber nur schwer auf- und zuklappen. Zudem fehlt beim Quinny Buggy die Transportsicherung und im Dunkeln ist er nur schwer sichtbar. Beim Cool Baby Jan und beim Recaro Easylife stellten die Tester Chlorparaffine im Schiebegriff fest. Beim Cool Baby Jan sowie beim Chic 4 Baby Lido fehlen zudem vorgeschriebene Warnhinweise in der Gebrauchsanweisung.


Drei Buggys sind „mangelhaft“

Zweimal vergab die Stiftung Warentest das Urteil „Mangelhaft“:

  • an den Hauck Shopper Comfortfold (etwa 80 Euro)
  • an den Chicco Lite Way (etwa 170 Euro)

Die „mangelhaften“ Kinderwagen wie der Chicco Buggy fallen aufgrund nachgewiesener Schadstoffe im Test durch. Beim Chicco Buggy bspw. stellten die Tester den Schadstoff TCPP im Stoff- und Regenschutz des Kinderwagens fest.

Gut zu wissen:

Schadstoffe haben die Tester nur bei Buggys mit Schiebegriffen aus weichen Gummis nachgewiesen. Griffe aus Hartplastik sind laut Testergebnis unbedenklich.

Darauf sollten Sie beim Buggy-Kauf achten

Laut Herstellerangaben sollen sich Buggys ab der Geburt als Kinderwagen eignen. Stiftung Warentest und Kinderorthopäden empfehlen jedoch bis zum 6. Lebensmonat einen Liegekinderwagen. Ein Kinderbuggy eignet sich, sobald Kinder anfangen, frei zu sitzen – was etwa zwischen dem 6. und dem 9. Lebensmonat der Fall ist.

Außerdem wichtig:

  • Ein guter Kinderbuggy hat eine weich gepolsterte Rückenlehne, die den Rücken des Kindes stabil abstützt. Die Rückenlehne sollte länger als 60 cm sein, damit sie auch für größere Kinder geeignet ist.
  • Vorteilhaft sind Rückenlehnen, die sich komplett umklappen lassen. So kann das Kind im Buggy auch ein Nickerchen machen.
  • Die Sitzfläche sollte so gestaltet sein, dass die Oberschenkel im 90-Grad-Winkel aufliegen und die Füße gerade auf der Fußstütze stehen können. Eine verstellbare Fußstütze ist empfehlenswert, damit der Buggy mit den Kindern mitwachsen kann.
  • Die Höhe des Schiebergriffs sollte sich ebenfalls verstellen lassen. Sind Sie über 1,80 m groß, brauchen Sie eine Schiebegriffhöhe von minimal 1,11 m.
  • Möchten Sie den Buggy im Auto oder platzsparend in der Wohnung verstauen, sollte sich dieser möglichst klein zusammenklappen lassen.
  • Achten Sie zudem auf eine gute, hochwertige Verarbeitung. Möchten Sie einen Buggy kaufen, probieren Sie diesen zunächst im Laden aus. Prüfen Sie die Schiebeeigenschaften, testen Sie, wie leicht sich der Wagen auf- und zusammenklappen lässt und wie fest die Schrauben und Griffe sitzen.

Fazit: Viele Buggys im Buggy-Test der Stiftung Warentest (Heft 4/2016) erweisen sich als unbequem für Kinder und kompliziert in der Handhabung. Einige enthalten sogar Schadstoffe. Fünf der getesteten Buggys sind dagegen unbedenklich und vergleichsweise bequem. Welche Kombi-Kinderwagen im Test der Stiftung Warentest überzeugen, lesen Sie hier.

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